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Alt 18.03.2016, 17:26   #12
BlonderEngel
Mit Elan dabei
 
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Ich denke, dass traumatische Erfahrungen in der Kindheit vieles härter und anstrengender machen, noch Jahre später.
Natürlich habe ich oft zu kämpfen. Und oft trauere ich über die Dinge, die mir passiert sind und wünsche mir, sie wären nicht passiert.
Und, oh ja, ich war sehr wütend auf meine Eltern.

Mit der Klinik, in der ich war, hatte ich Glück, obwohl es mir am Anfang nicht so erschienen ist. Ich wollte bemitleidet werden, und ich wollte, dass sie sehen, wie übel mir mitgespielt worden ist.
Sie haben das gesehen und gewürdigt, es hat mich aber niemand bemitleidet. Heute sage ich: Gott sei Dank.
Sie haben mir in den 16 Wochen vermittelt, dass ich jetzt erwachsen bin und selbst entscheiden kann, wie ich mit den Dingen umgehe, was schon oftmals schwer ist. Sie haben mir vermittelt, KEIN Opfer mehr zu sein.
Dort werden z.B. Menschen, die missbraucht worden sind, nicht als Inzest-Opfer, sondern als Inzest-Überlebende bezeichnet. Das finde ich ganz wichtig.
Ich bin kein Opfer, sondern habe etwas sehr Schlimmes überlebt und überstanden und mache jetzt das Beste aus meinem Leben.

Aber natürlich würdige ich alle, die jetzt in Therapie sind und aufarbeiten, was sie erlebt haben.
Ich habe öfter von Freunden und Bekannten, die Therapie machen, mitbekommen, dass sehr viel in der Vergangenheit rumgegraben wurde, teilweise jahrelang. Und es wurde jemand gefunden, der schuld war.
Ich denke, dass das alles eine gewisse Zeit lang seine Berechtigung hat, aber dass die große Gefahr besteht, stecken zu bleiben und den nächsten Schritt nicht zu gehen. Das wollte ich mit meinem ersten Beitrag sagen.
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