Logo [Wir haben uns bemüht, diese Seite barrierefrei zu gestalten. Solltet Ihr diesbezüglich Anmerkungen haben, nehmt bitte Kontakt zu uns auf.]

         

[Navigation zur Homepage]
[Navigation zu Über uns]
[Navigation zur Gesundheit]
[Navigation zur Medizin]
[Derzeitiger Standort: Kultur]
[Navigation zur Bücherkiste]
[Navigation zu den Links]
[Navigation zum Forum]
[Navigation zum Chat]
[Navigation zum Gästebuch]
[Navigation zum Impressum]
[Navigation zum Datenschutz]
[Navigation zur Site Map]

   

[Kultur]

[Foto der Venus von Willendorf]In der prähistorischen Zeit wurde die Venus von Willendorf verehrt. Sie war eine Art Göttin mit weiblicher Figur, vorgewölbtem Bauch, riesigen Brüsten und ausladenden Hüften. Heute interpretiert man dies als Symbol für die Vermehrung, Fruchtbarkeit, Geburt und den Überfluss. Für die damalige Zeit war dies der Inbegriff der Frau, fleischiges Ideal und Vorbild.

In weniger weit zurücklegenden Zeiten gab es oft Epochen, in denen mollige Frauen bewundert und begehrt waren. In der römischen und griechischen Geschichte waren z.B. Aphrodite und Venus ein Idealbild. Nach den heutigen "Maßstäben" würden diese als dick oder zumindest mollig bezeichnet werden.

Bis zum Ende der Mangelzeiten im 16. und 17. Jahrhundert durch Einführung der Kartoffel in Europa war die einzige Gewährleistung für das Überleben die Körperfülle. Korpulente Menschen konnten harte lange Winter, Missernten und andere Mangelzeiten überstehen. Dicksein war in und attraktiv. Dünn und damit out waren die Armen, die Leibeigenen, Tagelöhner und Vogelfreien. Wer immer es konnte, legte sich eine gehörige Speckschicht zu.

[Rubensbild]Rembrandt und Rubens malten die Frauen rund und voll und dokumentierten so das Ideal im 17. Jahrhundert. Diese Frauen würden heute als sehr dick bezeichnet werden. Dicksein war damals gleichgesetzt mit "reich" oder zumindest "wohlhabend". Das war auch schon zu diesen Zeiten attraktiv.
 
Am Ende des 19. Jahrhunderts war ebenfalls die reife, f├╝llige Frau das Ideal. In Amerika war Lillian Russel die Idealfrau. Gewicht: über 200 Pfund.

Dünne Frauen waren damals überhaupt nicht in Mode. Sie wurden, wie heute im Gegensatz dazu die Dicken, als weniger attraktiv angesehen. Dünne versuchten daher sich mit falschen Busen, Hüften und Schenkeln, auf denen sogar natürliche Dellen (heute sagen wir Cellulite dazu) aufgemalt wurden, auszustatten. Die Ärzte vertraten damals die Meinung, dass schwerere Menschen widerstandsfähiger gegen Krankheiten seien als Magere. Versicherungsgesellschaften zogen damals daher dickere den dünneren Antragstellern vor.

[Anzeige für Zunehm-Bonbons]Relative Schlankheit kam erst langsam in der Mangelzeit zwischen 1920 bis 1939 in Mode. Dazu trugen auch die neuen Stöckelschuhe sowie die Entdeckung der Kalorien ihren Teil dazu bei. Das war aber noch nicht die Art von Schlankheit, wie wir sie heute verstehen (die Anzeige links ist von 1928). Als schön galt, gut proportioniert zu sein, keinesfalls dünn. Auch hier würden wir heute sagen, die Schönen von damals waren eher mollig, auch wenn es Ausnahmen gab.

Noch in den Jahren um 1940 erschienen Artikel in den Modejournalen, wie man es anstellt, nicht so dünn auszusehen. Die Pin-up Mädchen mit vollerem Körper kamen wieder in Mode.

Erst in den 50er Jahren begann der unsinnige Kampf mit dem Fett und erreichte seinen Höhepunkt mit dem dürren Fotomodell Twiggy. Die ursprüngliche Absicht der Modeschöpfer, dünne Models einzusetzen, damit das Augenmerk weg vom Model auf die Mode gelenkt würde, wurde verfehlt. Dünn wurde in. Seither wird die fettfreie Welt von allen, die etwas daran verdienen oder wenigstens daran glauben, fast weltweit propagiert. Hauptsächlich schuld daran waren Ärzte, Hersteller von Diätprodukten, Fitnessgeräten, Versicherungen, die Mode-Industrie und nicht zuletzt sprang die Werbung voll auf diesen Zug auf und versucht seither, diese Anschauung eisern jedem täglich einzuprogrammieren. Und fast alle machen scheinbar mit.

Die Geschichte zeigt, dass meist das als Schönheit des Körpers gepriesen wird, was man gerade nicht so einfach haben kann. In Mangelzeiten waren immer die Dicken attraktiv, in Zeiten der Fülle, wie heute, sind es nun die Dünnen. Schönheit ist abhängig vom Zeitgeist, von der Kultur und davon, was die verschiedenen Hammel vor den Herden so blöken. Wenn wir es schaffen, uns das voll und ganz bewusst zu machen, kommen wir vielleicht zu einem anderen Schönheitsbegriff, einem der unabhängig ist von Zeitgeschmack und Medien, Trendsettern oder Geldverdienern, die sich die jeweiligen Komplexe und Ängste zu Nutze machen.

Ihr seht, zu allen Zeiten waren Dicke mal in und mal out.
Macht Euch wieder 'IN'!

[Zeichnung einer dicken Frau von Peter B.] [Zeichnung einer dicken Frau von Peter B.] [Zeichnung einer dicken Frau von Peter B.] [Zeichnung einer dicken Frau von Peter B.]

Wir danken Peter B. (www.rundekunst.de) dafür, dass wir seine schönen Zeichnungen hier abbilden dürfen.
 
[Zum Seitenanfang]