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Gesundheit
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Alt 02.12.2006, 20:54   #1
MeiersJulchen
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Um eine wissenschaftliche und völlig unmytische Grundlage zu Ernährung und Verdauung zu bilden, werde ich versuchen, einige Grundzüge hier einzuwerfen

Enzyme
Wie auf http://de.wikipedia.org/wiki/Enzyme nachzulesen, haben Enzyme [...] eine nicht zu unterschätzende biologische Bedeutung, sie spielen die zentrale Rolle im Stoffwechsel aller lebenden Organismen. Nahezu jede biochemische Reaktion wird von Enzymen bewerkstelligt und kontrolliert."

Die beschränkt sich nicht nur auf den Stoffwechsel des jeweiligen Menschen sondern gilt auch für seine Symbionten. Dies sind nicht weniger als 1 kg Darmbakterien, die jeder Mensch mit sich herumträgt. http://de.wikipedia.org/wiki/Darmflora
Es gibt mehere hundert Arten und ihre indiviuelle zahlenmäßige Zusammensetzung ist von Mensch zu Mensch so verschieden wie deren Fingerabdrücke.
In und um diese Bakterien können gut und gerne mehr als 10000 Arten von Enzymen in unserem Darm wirken.

Es ist also recht vermessen, zu behaupten, mit dem Ausschluß von Fehlfunktionen einiger sehr sehr weniger - als ursächlich für Stoffwechselfehlfunktionen bekannten - Enzyme, die teilweise nichts mit der Verdauung (hinsichtlich Aufspaltung und Aufnahme der Nährstoffe) zu tun haben, sei die Sache vom Tisch (wie passend).

Enzyme, die etwas mit der Verdauung zu tun haben sind u.a.
- Laktase: Das bekannteste, weil es - oder eher sein Fehlen - für die Milch-"Allergie" verantwortlich ist.
- Diaminoxidase: Recht unbekannt, aber am Histaminstoffwechsel beteiligt und sein Fehlen bzw. seine Hemmung kann echt üble Nebenwirkungen haben (hier in eigener Sache ein großes *Seufz*)
- Pepsin: (nenene, nix Cola ) Ein Bestandteil der Magensäure, das Eiweiße aufspaltet.

Weitere Faktoren, die den Enzymen bei ihrer Arbeit helfen, sind u.a. die Gallensäure, die nichts anderes als ein Emulgator ist, der Wasser und Fett verbindet und erst dafür sorgt, daß die Enzyme an die fetthaltigen Nährstoffe herankommen kömmen.

Soweit erstmal bis hier. Ich versuche, das in gut verdauliche Häppchen aufzuteilen.
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Alt 02.12.2006, 21:51   #2
MeiersJulchen
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Ok... keine Protestschreie? Na gut

Jeder Mensch verfügt also über eine Unmenge an Enzymen, die zwar nicht direkt an seinem eigenen Zellstoffwechsel beteiligt sind, die jedoch in seinem Darm wirken, um die oben eingeworfene Nahrung aufzubereiten.

(Ich bin mir jetzt wegen der zahlenmäßigen Angabe nicht so genau sicher, ich kann im Moment die Quelle nicht finden. Die Zahl 10000 ist mir jedoch im Gedächtnis, kann sich jedoch auch um die Anzahl aller zur Zeit identifizierten Enzyme handeln. Auf jeden Fall haben wir einen großen Anteil davon in uns.)


Die Aufgabe der Enzyme besteht jedoch nicht ausschließlich darin, die ankommende Nahrung aufzuspalten.
Genausoviele Enzyme sind daran beteiligt, die "Spaltprodukte" ihrer Vorgänger noch weiter zu zerlegen. Und es gibt nicht nur eine einzige dieser Enzymketten sondern unzählige.

Worauf ich hinaus will ist, daß man sich im Klaren darüber sein sollte, daß dies alles ganz fein aufeinander abgestimmte Prozesse sind.
Wenn ein Nahrungsmittel in die Nährstoffe A und B zerlegt wird, so muß eine ausreichende Anzahl weiterverarbeitender Enzyme vorhanden sein, die sich wiederum um A und B kümmert und sie in C und D, E und F zerlegt usw. - eine richtig kleine Lawine, die kontrolliert werden möchte.

Einige dieser Endprodukte sind der Energiegewinnung oder der reinen essentiellen Nährstoffversorgung zuträglich, denn es werden in dieser kleinen Fabrik auch Vitamine synthetisiert. Vitamin K (beeinflußt die Blutgerinnung) ist ein solches. http://de.wikipedia.org/wiki/Vitamin...ches_Vorkommen


Es ist also sehr wichtig daß das Zusammenspiel funktioniert.

Das ist nicht anders als bei einer Fußballmannschaft. Jedes Spiel verläuft und endet völlig unterschiedlich, jede Aufstellung beeinflußt die Taktik und das Zusammenspiel ungemein, obwohl alle Spieler im besten Falle gesund und immer gleich gut in Form sind.

Und nicht nur das. Nahrung bringt zusätzlich noch eigene Enzyme mit ins Spiel. Die Fernsehwerbung ist voll davon. Enzyme aus Artischocken, aus Ananas, aus hastenichgesehen - egal wobei sie helfen sollen, aber sie existieren auf jeden Fall und sie gelangen ebenfalls in den Darm.

Das ist als wenn mitten im Fußballspiel plötzlich noch ein Rudel Hunde übers Feld gejagt wird.

Ähem, ja ich weiß, meine Fantasie geht mit mir durch

Aber ich denke, es ist klar, was ich sagen möchte. Die Abstimmung untereinander ist a) ziemlich wichtig und b) unterliegt den verschiedensten Einflüssen.
MeiersJulchen ist offline  
Alt 02.12.2006, 23:28   #3
MeiersJulchen
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An dieser Stelle sollte jedem aufgegangen sein, daß jeder Mensch aufgrund seiner individuell aufgestellten Mannschaft ebenfalls individuell auf Nahrung reagieren wird - und wir kommen dem Sinn der Sache langsam näher.

Während also einige Abbauprodukte vom Körper aufgenommen werden, können andere Produkte jedoch Schaden anrichten, wenn sie nicht noch weiter zerlegt werden oder - viel schlimmer - gar nicht erst aufgespalten werden können.

All das ist abhängig von den zur Verfügung stehenden Enzymketten, ob sie überhaupt und wenn ja, auch in ausreichender Zahl vorhanden sind.

Dazu kommt, daß sich Enzyme gegenseitig ergänzen aber auch blockieren können, so daß ganze Reaktionsketten zusammenbrechen.
Enzyme können aber auch durch andere Stoffe beeinflußt werden. Vitamin- oder Mineralstoffmangel bzw. deren übermäßige Zufuhr kann das Gleichgewicht erheblich beeinflussen, denn auch Enzyme werden selbst auch aus anderen Bestandteilen hersgestellt.
Fehlt einer dieser Bestandteile oder wird ihre Herstellung durch die Anwesenheit bestimmter Substanzen blockiert, so bewirkt dies eine Verschiebung im gesamten Enzymhaushalt.

Das ist so als wenn bei Opel im Werk die Reifen ausgehen.
Ein Auto, das keine 4 funktionstüchtigen Räder hat, ist hinsichtlich seines geplanten Einsatzes als Fortbewegungsmittel schlichtweg unbrauchbar. Außerdem wird das für blankes Chaos in der Produktion sorgen

Auch die Einwirkung auf die Darmbakterien als Enzym-"Träger" kann weitreichende Folgen haben.
Antibiotika mögen sie zum Beispiel gar nicht, denn leider machen viele Mittelchen keinen Unterschied zwischen den Verursachern einer Mandelentzündung und den rührigen Helferlein ein Stockwerk tiefer.

(Ein Umstand übrigens, dem in vielen Beipackzetteln ohne weitere Erklärung als "Nebenwirkung: Durchfall" Rechnung getragen wird.)

Eine Ernährung, wie auch immer sie geartet sein mag und wer auch immer sie "erfunden" haben möge, die aber nicht auf diese individuellen Verhältnisse Rücksicht nimmt, kann mehr Schaden als Nutzen anrichten. Sie kann entweder gar nicht verwertet werden oder bei ihrer Zerlegung bleiben schädliche Stoffe übrig.

Diese Stoffe lösen Schutzmechanismen des Darms aus und/oder verursachen kleinere Entzündungen der Darmschleimhaut, die sich aber bei anhaltender Fehlernährung ausweiten.
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Alt 03.12.2006, 00:13   #4
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Appetit
Allerdings ist der Darm nicht dumm. Er hat sein eigenes Gehirn. Kein Witz. http://de.wikipedia.org/wiki/Darmhirn - hierbei sehr sehr interessant der unten auf dieser Seite aufgeführte Link zu einem GEO-Artikel.

Seine Signale steuern auch den Appetit - wozu nicht nur die Gelüste auf "etwas ganz Bestimmtes jetzt und sofort" gehören sondern auch Abneigungen gegen gewisse Dinge, die oft unerklärlich scheinen.

Eigentlich ist es aber mit diesen Fakten sehr leicht zu erklären.
Es ist ein Mangel aufgetreten, zu dem der Darm aber die passende Lösung parat hat und Nachschub anfordert.
Diesen Wunsch übermittelt er in Form eines Appetits auf klar definierte Speisen. Manchmal kann man die saure Gurke dann schon fast schmecken, bevor man den Kühlschrank aufreißt

Genauso verhält es sich mit Abneigungen.
Äße man diese Dinge so würde es den Abläufen der Reaktionsketten zu Störungen kommen. Denn wie oben schon erwähnt können unerwünschte Stoffe dringend benötigte Enzyme hemmen.
Es kann aber ebenso möglich sein, daß der Körper erreichen will, daß ansonsten durchaus erwünschte Abläufe vorübergehend stillgelegt werden.
Das passiert z.B. nämlich wenn man sich eine Erkältung gefangen hat und einem das Wurstbrot oder das Steak plötzlich nicht mehr so recht munden will.
Da das enthaltene Eisen ein wichtiger Bestandteil für die an der Zellteilung beteiligten Prozesse ist, wird damit verhindert, daß sich die eingedrungenen Bakterien ungestört teilen können.



Wie will das Darmhirn nun entscheiden, was es "oben" anfordern soll und was nicht?
Nun, es speichert "schlicht und einfach" das Wissen um die emfangenen Geschmacks- und Geruchsreize und die daraus resultierenden Nährstoffkombinationen in seinem Gedächtnis ab.

Aus diesem Grunde - und eigentlich nur aus diesem - ist eine abwechslungsreiche Ernährung im Kindesalter so wichtig.
Nicht etwa weil viel auch viel "hilft" sondern weil selbst dies nichts anderes als ein Lernprozeß ist. Nicht für den Kopf sondern für den Bauch. Je mehr Reize und Erfahrungen, desto flexibler kann später auf die unterschiedlichsten Situtationen reagiert werden.
Deshalb reicht es auch völlig aus, daß man entsprechend abwechslungsreiche Nahrung anbietet und daß davon wenigstens probiert wird. Auf einen regelmäßigen Verzehr möglichst unterschiedlicher Sachen zu drängen, gerade wenn bei gewissen Dingen so gar keine rechte Freude aufkommen will, ist nicht der Sinn dieser Empfehlung - der aber wohl im Laufe der Zeit im Gesundheitshype untergegangen ist.
Denn Abneigung zu empfinden - und sie auch zuzulassen! - ist mindestens genauso wichtig wie der richtige Appetit zur richtigen Zeit.

Geändert von MeiersJulchen (09.01.2007 um 19:13 Uhr)
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Alt 03.12.2006, 01:07   #5
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Geschmack
Da der Körper also in der Lage ist - und es für einen reibungslosen Betrieb auch sein muß - Geschmack und Geruch mit gewissen Lebensmitteln in Verbindung zu bringen, ist es außerordentlich kontraproduktiv, Speisen aus industrieller Herstellung zu verzehren oder gerade Kinder diese verzehren zu lassen.

Aufgrund der automatisierten Herstellungsprozesse und der oftmals standardisierten Ausgangsprodukte bedarf es unzähliger Aromen, um der Pampe einen akzeptablen Geschmack - natürlich mit Wiedererkennungswert - zu verleihen.
Oder verschiedene Produkte so zu aromatisieren, daß sie identisch schmecken obwohl ihre Ausgangsprodukte von unterschiedlicher Qualität waren.

Auf jeden Fall kommt etwas an der Nase vorbei und über die Zunge, dessen Geruch und Geschmack geflissentlich zusammen mit den ankommenen Nährstoffen gespeichert wird.
Und kurze Zeit später kommt etwas, das schmeckt genauso ... aber hoppla ... blöde, das ... hat ein ganz anderes Nährstoffprofil. Was'n nu los? Na gut, wird gespeichert.

Ich denke, es ist klar, daß hier über kurz oder lang ganz gewaltig etwas durcheinandergeraten muß.
Denn was will der Körper nun haben, wenn er einen kleinen Appetit zwischendurch auf Erdbeermilch signalisiert. Will er wirklich die Milch? Oder doch vielleicht das Joghurt, das letztens genauso geschmeckt hat? Oder den Reispudding? Oder die Tafel Erdbeerschokolade mit dem sahnigen Aroma? Oder vielleicht doch ein Glas unverfälschte Vollmilch und dazu frische Erdbeeren aus der Hand?


Und von dem Ersatz von total ungesunden Dingen wie Fett und Zucker durch total Gesundes wie Emulgatoren, modifizierte Stärken und Süßstoffe will ich hier gar nicht anfangen.

Ich möchte in diesem Zusammenhang jedoch kurz auf die glorreiche politische Erfindung der Nicht-Zutaten hinweisen. http://de.wikipedia.org/wiki/Zutatenliste
Sie sind zwar als Zutaten in der Nahrung enthalten, müssen jedoch nicht deklariert werden, weil sie eben zu Nicht-Zutaten erklärt worden sind. Alle Klarheiten beseitigt? Fein.

Geändert von MeiersJulchen (04.08.2011 um 20:50 Uhr)
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Alt 03.12.2006, 01:20   #6
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Bei einer ausgewogenen Ernährung jedoch - und zwar im Sinne ihrer Verwertbarkeit im Darm ihres Essers! - und entsprechend gleichsam ausgewogener und nicht ständig aus dem Gleichgewicht geworfener und durch armotisierte Zutaten veräppelter Darmchemie, sollte plötzlich auftretender und ständig wechselnder Appetit auf alles mögliche weitestgehend ausbleiben.

Bestes aller Szenarien wäre: Der Körper will was haben, er bekommt das richtige, weil er über möglichst unverfälschte Informationen über die Inhaltsstoffe der einzelnen Lebensmittel verfügt und wird damit innerhalb kürzester Zeit und - da keine "Nachforderungen" bestehen - auch kalorienmäßig optimal verarztet.

Was einem gut und weniger gut schmeckt hat also nichts - aber auch gar nichts - mit Disziplin oder Schwäche zu tun.
Essen ist für den Körper zur Erhaltung seiner Funktionen so wichtig, daß die damit verbundenen Prozesse und Entscheidungen nicht dem "Kopf"-Gehirn überlassen werden.

Selbst der Sextrieb ist ein Klacks dagegen. Denn um sich fortzupflanzen, muß man nicht nur bis zum Erreichen eines entsprechenden Alters überleben sondern man muß auch in fortpflanzungsfähigem Zustand dort ankommen. Etwas worauf der Körper bei katastrophaler Ernährungslage schon einmal gerne zwischenzeitlich verzichtet. Es sei hier das Ausbleiben der Monatsregel bei streng diätenden Frauen und Anhängerinnen der Rohkost erwähnt.
Darüberhinaus will - zumindest bei Frauen - der Fötus 9 Monate mit den Nährstoffen versorgt werden und - nicht weniger wichtig - vor fruchtschädigenden Substanzen geschützt werden.
Das ist übrigens auch der Grund für Schwangerschaftserbrechen und die legendären Appetitumschwünge von werdenden Müttern. Von wegen, die Hormone wären mal wieder schuld. Glaubt man den Dicken doch auch nicht
Wären es die Hormone, träfe es ausnahmslos jede Schwangere - tut es aber nicht.

Damit ist es aber immer noch nicht getan. Das Baby will natürlich auch noch einen nochmal so langen Zeitraum gestillt werden. Dazu muß die Muttermilch nicht nur produziert werden, sondern auch ihre Zusammensetzung stimmen, wozu es der richtigen Ausgangsstoffe bedarf. Sowas darf einfach nicht der Willkür des menschlichen Verstandes überlassen werden.

Ich möchte hier auf die Seite http://www.leben-ohne-diaet.de/text/...n-appetit.html verweisen, die das Experiment von Dr. Davis beschreibt, das mit Kleinkindern durchgeführt wurde und zu erstaunlichen Ergebnissen führte.
Und im übrigen ist diese Seite auch zu anderen Punkten ebenfalls außerordentlich informativ und nennt auch weitere Quellen.
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Alt 03.12.2006, 04:36   #7
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Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Nachdem all diese Zusammenhänge nun in hoffentlich verständlicher Form abgehakt sind, dürfte auch klar sein, daß Nahrungsmittelunverträglichkeiten nicht zwangsläufig mit Allergien einhergehen müssen.
Siehe auch hier http://de.wikipedia.org/wiki/Nahrung...C3%A4glichkeit

Das verzehrte Essen paßt einfach nicht in das von den Enzymen geprägte Verdauungsschema des Darmes und wird deshalb entweder mit mit vehementer Abneigung belegt oder auf möglichst schnellem Wege wieder hinausgeworfen.
Das kann zu heftigem Sodbrennen (zwecks "Desinfizierung") und/oder erstaunlich flotten Durchfällen führen.



Aber wollen wir mal sehen, was passieren kann, wenn man diese Mechanismen mit eiserner Disziplin und großem Unwissen aushebelt.

Ernährt man sich nun vorsätzlich falsch - wie gesagt: immer in Hinblick darauf, womit der eigene Darm fertig werden kann - so kann es anfangs zu Durchfällen kommen, die die schädlichen Stoffe sofort wieder vor die Tür setzen. Das ist keine Reaktion auf die schädlichen Abbauprodukte sondern ... hmm ... eine Reflexhandlung des Darmgehirns, da es sich daran erinnert, was das letzte mal passiert ist, als es versuchte dieses Zeugs mit ebendiesem Geschmack und Mundgefühl zu verdauen. Also auf möglichst kurzem Wege raus damit. Es ist keine Seltenheit, daß bereits 30 Minuten nach der unliebsamen Mahlzeit die Rennerei losgeht. Das ist für eine Verdauungsaktion viel zu kurz.

Diese Reinigungsaktionen kosten jedoch viel Kraft und Flüssigkeit und bedeuten auch nicht zuletzt einen erheblichen Verzicht auf Energielieferanten.

Also wird der erste Schachzug der Überlebensstrategie eingeleitet.
Die Durchfälle werden weniger - bei dem einen Betroffenen sehr schnell, so daß es kaum auffällt, bei anderen langsamer.
Die Nahrung scheint besser vertragen zu werden. - Was übrigens DAS Killerargument der Rohkost- und Vollkorn-um-jeden-Preis-Vertreter ist und als Beweis dafür herhalten muß, daß der Körper erkennt wie "gesund" die unverarbeitete Nahrung doch ist. Schwer angeschissen, sag ich da nur. Und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Auf diese Weise stellt der Körper zumindest sicher, daß er weder austrocknet noch verhungert.
Der Preis, den er dafür jedoch bezahlt, ist daß bei der Verdauung zur reinen Energiegewinnung viele Nährstoffe auf der Strecke bleiben. Denn die Enzymketten werden durch die teilweise nicht zur Darmchemie passenden Inhaltsstoffe blockiert und zusätzlich entstehen auch noch schädliche Endprodukte. In Bezug auf Rohkost und falsch verarbeitetes Vollkorn wären das u.a. Phytine, Pentosane und Lectine, deren naturgegebene Aufgabe es ist, den Verzehr "ihrer" Pflanzen zu unterbinden bzw. es dem ungebetenen Gast so richtig und nachhaltig zu verleiden.
Aber es kann auf wirklich jedes beliebige Lebensmittel zutreffen, wenn es nicht zur Enzym-Ausstattung des Essers paßt.

Es können zu diesem Zeitpunkt bereits die ersten Mangelerscheinungen auftreten, so daß es zu Symptomen kommt, die im allgemeinen mit Vitamintabletten beantwortet werden.
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Alt 03.12.2006, 04:42   #8
MeiersJulchen
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Wie weiter oben (ähm... ja.. sehr viel weiter oben ) schon erwähnt, können Abbauprodukte eines unvollständigen Verdauungsvorgangs zu Entzündungen der Darmschleimhaut führen.

Zusätzlich kann ein für die anwesende Darmflora unzuträgliches Milieu entstehen.

Denn auch die Bakterien leben von dem, was man ißt. Sie leben ja schließlich in Symbiose mit uns. Wir geben ihnen was sie brauchen, sie geben uns was wir brauchen. Tun wir dies nicht ... nunja. Auf jeden Fall macht es den Untermietern das Leben unnötig schwer und es kann zum Verlust ganzer "Stämme" kommen.

Die freigewordenen Plätze bieten resistenteren Bakterien oder Pilzen einen Unterschlupf, die sich jedoch im schlimmsten Fall nicht unbedingt symbiotisch verhalten.

Wird die Schleimhaut auf diese Weise längere Zeit gereizt, dann kann kann das dazu führen, daß ihre Zellen so sehr in Mitleidenschaft gezogen werden, daß sie ihrer Aufgabe nicht mehr in vollem Umfang nachkommen können, die darin besteht, Nährstoffe aufzunehmem, Sekrete abzugeben, aber - sehr sehr wichtig - schädliche Stoffe draußen zu halten, denn der Darm ist ein zentrales Organ unseres Immunsystems. http://de.wikipedia.org/wiki/Darmschleimhaut

Es ist darüberhinaus auch interessant, zu wissen, daß einige Enzyme von den Zellen der Darmschleimhaut selbst gebildet werden. Diaminoxidase (das Ding mit dem Histamin) ist ein solches. Damit kann bei es fortgeschreitender Schädigung zu immer deutlicheren Symptomen von Histamin-Intoleranz kommen. http://de.wikipedia.org/wiki/Histamin-Intoleranz

Übergewicht
Inzwischen sind also auch unerwünschte Stoffe in den Stoffwechsel gelangt.
Zunächst werden sie von Leber und Niere abgebaut und nach draußen befördert. Auch das kostet Energie, die aber aufgrund der schlechten Verdauungslage eh knapp ist.
Geschieht dieses über einen längeren Zeitraum, so tritt Schritt 2 der Überlebensstrategie ein.

Ein großer Teil der Stoffe wird fortan zwischengelagert anstatt sofort ausgeschwemmt zu werden. Dies geschieht in Muskeln, Binde- und Fettgewebe.
Hierzu ist Wasser und Fett notwendig, um die Substanzen wie in einem "Container" einzuschließen.
Zu diesem Zeitpunkt kann sich ein langsam aber stetig steigendes Gewicht bemerkbar machen, das sich durch keine noch so ausgeklügelte Diät - die natürlich aus noch mehr besonders gesunden Lebensmitteln und vielversprechenden kalorienreduzierten Produkten bestehen wird - in den Griff bekommen läßt.
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Alt 03.12.2006, 09:14   #9
MeiersJulchen
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Ich schreibe das hier nicht etwa alles auf, weil ich jemanden überzeugen möchte, daß er/sie krank bzw. "gesund" ist, sondern weil das überhaupt schon mal an einer einzigen Stelle und in einer kausalen Struktur aufgeschrieben gehörte, was bisher immer nur bruchstückhaft über unzählige Threads verteilt war.

Wer Anhalts- und Ausschlußpunkte sucht, um herauszufinden, ob er wirklich so bekloppt ist, wie man ihn hinstellen will, weil ja anhand von Meßwerten nichts zu entdekcen ist.

Auch wenn man weiß, was es nicht sein kann, - und vor allem mit welcher Begründung - ist eine große Hilfe.

Ein Teil kommt noch
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Alt 03.12.2006, 09:24   #10
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Mit den ersten Mangelerscheinung können auch die ersten Heißhungerattacken laufen, da der Körper seine Reserven erschöpfen mußte und nun immer vehementer einen Ausgleich der fehlenden Stoffe fordert und die Aufrechterhaltung des Energiehaushalts alleine eben doch nicht zum (Über-)Leben ausreicht.
Vitamintabletten helfen dabei leider auch nicht so recht, weil die Verwendung ihrer Inhaltsstoffe genausowenig in ausreichendem Maße möglich ist wie jener, die in der verzehrten Nahrung stecken, die aber gleichzeitig auch - wir erinnern uns - die nötigen Enzyme blockiert.
Aber der Körper braucht diese Substanzen dringend und macht immer wieder darauf aufmerksam.

Auch dies ist ein weiterer Grund, warum man das Gewicht kaum noch in Griff bekommt - wenn überhaupt.


Allergien
Durch die vorliegenden Mangelzustände und die weiter fortbestehende Reizung des Darms verlieren die Zellen immer mehr und mehr ihre Türsteher-Funktion und immer größere un- und halbverdaute Nahrungsbestandteile können die ehemals sehr wählerische Barriere passieren.

Spätestens ab diesem Zeitpunkt fühlt sich das Immunsystem angesprochen und beginnt, unwirsch auf die eingedrungenen Stoffe zu reagieren. Völlig zu recht. Denn ins Blut gehören sie nun mal nicht.
Bei Tests kann es nun zu ersten nachweisbaren allergischen Reaktionen kommen.
Es kann Heuschnupfen entstehen, dessen Auslöser - logischerweise - überwiegend Kreuzallergene zu jener Nahrung sind, deren Bestandteile dem Darm zusetzen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzal...Kreuzallergien

Leaky Gut
Schreitet die Durchlässigkeit noch weiter fort, kann sich ein "Leaky Gut" - das "löcheriger Darm"-Syndrom - entwickeln, zu dem ich leider nur englische Links anbieten kann.
http://en.wikipedia.org/wiki/Leaky_gut
http://web.tampabay.rr.com/lymecfs/leakygut.htm
Enzymes deficiency [...], chemical preservatives, food allergies and toxins create inflammation and contribute to the Leaky Gut Syndrome. Nutrients are not properly absorbed, creating nutritional deficiencies. Food particles that normally do not pass through the intestinal tract leak into the bloodstream creating toxic and allergic reactions. Antibodies (the body's defense team) attack these invaders as if they were infections but are unable to kill food particles. These food particles may look like the body's natural enemies (antigens) on tissue. In its exuberance, the immune system can attack joints as in arthritis [...] or muscles as in fibromyalgia. Irritable bowel [...] and swollen extremities, can result from Leaky Gut Syndrome.

Buchtip: "I was Poisoned by my body" von Gloria Gilbere

Sobald dies passiert, ist es 11:55 - sprich: fünf vor zwölf

Es äußert sich durch eine ganze Fülle von Beschwerden, für die jedoch bei Untersuchungen keinerlei organische Ursachen gefunden werden können.
Dazu gehören u.a. rasant zunehmende Muskelbeschwerden, da diese und ihre Umgebung ja schließlich als Endlagerungsstätten der Stoffe herhalten müssen. Und da wirklich überall Muskeln sind, können die Beschwerden auch überall in verschiedensten Formen auftreten. Sie scheinen jedoch der Regel "Je öfter ein Muskel benutzt wird, desto eher wird er betroffen sein" zu folgen. Die Beweglichkeit der Gelenke ist eingeschränkt und die "bewußte" Reaktionszeit der Muskeln sinkt erheblich. Die natürlichen Reflexe (Hämmerchen aufs Knie) sind davon nicht betroffen. Weshalb auch diese Untersuchung beim Arzt (mal wieder) ein Reinfall sein wird.

Mögliche Symptome sind
- Verschlechterung der Sehschärfe , weil die Linse nicht mehr so flexibel eingestellt werden kann
- Blendungen bei Dunkelheit, da dasselbe für die Pupille gilt
- Schwierigkeiten beim Schreiben, da die Koordination der Hand plötzlich nachläßt
- die Kiefermuskeln bereiten Probleme beim Kauen und beim längerem öffnen des Mundes (Zähneputzen, Zahnarzt)
- Schluckbeschwerden, weil Zunge und Kehlkopf auch nur Muskeln sind
- Beschwerden entlang der gesamten Wirbelsäule, aber besonders im Lendenwirbel- und Nackenbereich (den typischen Fibromyalgie-Punkten)
- Aufgrunddessen extreme Bewegunseinschränkung (z.B. Hula-hupp-Bewegung ist nicht mehr möglich)
- Aufgrunddessen Gleichgewichtsprobleme, wobei am Innenohr aber keine Störungen festgestellt werden können
- Hüftschmerzen, die das Überwinden von Treppen und Randsteinen zu einem Hindernisparcour machen
- Schmerzen und Steifigkeit in den Fußgelenken, die z.B. das Gehen auf Kopfsteinpflaster recht mühsam machen

Daß das Gewicht sich hierdurch nicht unbedingt nach unten verbessern muß, dürfte wohl auch klar sein
Und - natürlich - erscheinen vor allem die Beschwerden an den großen Gelenken und an den Knöcheln wie eine Folge des Übergewichts .... weswegen man - denn man will ja nichts falsch machen - noch einmal seine Ernährung überdenkt, sich noch mehr am Riemen reißt und noch strenger nach Vorschrift ißt ...

.... worauf der Zeiger auf 12 springt und wirklich der Teufel abgeht.

Immuntoxische Reaktionen
Das Immunsystem hat nun endgültig die Faxen dicke und tritt dem unverdauten Futter im Blut - was eigentlich nichts weniger als eine Blutvergiftung darstellt - mit einer Generalmobilisierung entgegen.

Dumm nur, daß totes Futter - im Gegensatz zu Bakterien - nicht mehr sterben kann. Da das Immunsystem aber gerade so gut in Fahrt ist, reagiert es sich an Dingen ab, die den eingedrungenen Eiweißbausteinen ähnlich sehen und gerät so an das körpereigene Gewebe.
Üblicherweise wird eine Immunreaktion, die nicht direkt allergisch bedingt ist, von Botenstoffen (den Interleukinen) gesteuert und nach getaner Arbeit wieder zurückgepfiffen. Geschieht dies nicht, so hat man ein paar Wochen lang richtig "Spaß".

Dazu ein Auszug aus dem "Lehrbuch der Toxikologie" (Marquardt, Schäfer):
>>> Interleukin 10 wird auch "Cytokin-Inhibitionsfaktor" genannt [....viel fachchinesisch ...] Denkbar ist eine wichtige Funktion von Interleukin 10 bei der Down-Regulation nach erfolgreicher Immunantwort. Ständig aktivierte Makrophagen würden binnen kürzester Zeit durch die überschießende Immunreaktion autoimmune
Phänomene auslösen. Eine Zerstörung körpereigenen Gewebes wäre dann die Folge, eine in dem Sinne wörtlich zu nehmende immuntoxische Reaktion. <<<

Die Symptome sind starke Schwellungen, schweres Fieber, Gewichtsverlust (eine klasse Diät ) und aufgrund des zerstörten Gewebes weitere Symptome wie bei einer Nekrose (kaffeefarbener Urin).
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Alt 03.12.2006, 11:49   #11
MeiersJulchen
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Ich möchte dazu sagen, daß ich persönlich jede - und wirklich ausnahmslos jede - dieser Stationen durchlaufen habe.

Und es hat tatsächlich 2 (in Worten zwei) dieser immuntoxischen Anfälle bedurft, bis ich die Lust daran verlor, mich nach fremden Vorschriften zu richten.
Bei so etwas kommt einem wirklich jeder Sinn für weitere Experimente abhanden. Das möchte ich mal unterstreichen.

Ich habe also alles, was mir schon lange nicht mehr so toll schmeckte, was sich schon im Mund total komisch anfühlte und das ich nur aß, weil "man das eben tut" in einer Nacht- und Nebel-Aktion aus einer "Bauch"-Entscheidung heraus über Bord gekippt.
Bei aller Liebe zur "gesunden" Ernährung, aber einen dritten Anfall hätte ich möglicherweise nicht überlebt.

Da die Ärzte diesen Anfällen ebenfalls ausgesprochen hilflos gegenüberstanden, wurde ausschließlich eine hömoöpathische Entgiftung eingeleitet.

Und ... komisch, das ... da ißt man nun wochenlang ganz furchtbar einseitig und dazu noch in ihrer Zusammenstellung völlig "ungesunde" Dinge .... und auf einmal geht es einem so unglaublich viel besser als die ganzen Jahre zuvor. Und Mangelerscheinungen treten schon gar keine mehr auf.
Sollte ja laut Theorien der Ernährungs-"Experten" absolut nicht möglich sein, denn man aß ja schließlich nicht mehr genug gesundes Zeug.

Obwohl es mich 15 Jahre lang nicht großartig irritiert hatte, daß ich von gesunder Ernährung ja auch kein Stück gesünder geworden bin - obwohl .... laut Ärzten war ich ja gesund, schließlich lagen keinerlei organische Störungen vor - fand ich diesen Effekt dann doch recht erstaunlich.

Dann - und erst dann - fing ich an, mir die Fakten und ihre Zusammenhänge zuzsammenzuklauben. Und ich könnt mich echt in den Ar*** beißen, denn im Nachhinein ist es völlig glasklar, warum es mir so dreckig ging, als ich alles "richtig" machte und warum es innerhalb kürzester Zeit besser wurde, nachdem mir alles schnurz war.


Um also auf die Diagnose von Unverträglichkeiten zurückzukommen...

Aufgrund der absolut individuellen Zusammensetzung der Verdauung kann es keine "Positiv"-Diagnose im Sinn von "Ihnen fehlen die und die Enzyme" oder "Sie haben von diesen und jenen Bakterien zuviel" geben.

Man sollte aber gut darüber informiert sein, welche Symptome eine Unverträglichkeit auslösen kann und - wenn man diese an sich bemerkt - abklären lassen, ob es eine organische Ursache gibt, deren Fehlen den Verdacht erhärtet, daß es an der Qualität der Nahrung liegen konnte.

Bei Übergewicht sind dies die schon angesprochenen üblichen Verdächtigen wie
- PCO
- Schilddrüse
- Diabetes
aber auch
- Gehirndruck und
- Hypophysentumore

Bei Verdauungsbeschwerden, die eigentlich jede Unverträglichkeit begleiten können, kann abgeklärt werden, ob einer der diagnostisch einsetzbaren Enzymtests positiv ist und/oder ob Störung des Darmes als Organ vorliegt.
Als da wären
- Laktose-, Fructose-, Histaminintoleranz
- Zöliakie
- eindeutig nachweisbare Nahrungsmittelallergietests
- Morbus Crohn
- Störungen der Darm-Motorik
- Gesamtanzahl und grobe Zusammensetzung der Darmflora austesten lassen
Den letzten Punkt muß man einem Arzt schon mit sehr viel Nachdruck beibiegen, denn es wird in der täglichen Praxis ausschließlich nach vorhandenen Krankheitserregern gesucht und nicht nach fehlenden ..äh ... Gesundheitserhaltern.


Bei Hinweisen darauf, daß das Immunsystem überlastet ist (z.B. durch ständige Erkältungen) sollte man zunächst versuchen, weitestgehend auf Antibiotika zu verzichten - vor allem, wenn ihre Anwendung die beschriebenen Nebenwirkungen nach sich zieht.

Bei der Erkennung eines Wachstumsdefizits hilfreicher Keime - vor allen Dingen wenn es mit nicht nachlassenden wollenden Verdauungsbeschwerden einhergeht - kann eine Symbiose-Therapie zum Wiederaufbau der Darmflora genutzt werden. Dazu nimmt man Kapseln oder Milchzuckertabletten, die bestimmte Bakterienstämme enthalten. Ist übrigens mit den probiotischen Joghurts, die ja jetzt so in Mode sind, in keinster Weise vergleichbar. Allein schon von der enthaltenen Anzahl und der Überlebensfähigkeit wärmeliebender Darmbewohner in einer eisgekühlten Umgebung.


Selbst wenn man Beschwerden hat, die durchaus vom Übergewicht oder angeblich schlechtem Essen herrühren könnten, sollte man dies selbstbewußt abklären lassen.

- Sind in den schmerzenden Gelenken Abnutzungserscheinungen nachweisbar?
- Bestehen Hinweise auf Rheuma?
- Bestehen Hinweise auf Gicht?
- Kommen die Schmerzen in den Waden von einer schlechten Durchblutung?
- Kommen Gleichgewichtsprobleme / Unsicherheit aus dem Innenohr?
- Lassen sich Verspannungen wegmassieren?

- Und: selbst wenn man es schaffen sollte, Gewicht zu verlieren, verbessern sich dann auch diese Beschwerden?
- Wenn ja, in welcher Weise hat man seinen Speiseplan umgestellt.
- Und wenn nein... gilt dieselbe Frage.

An allererster Stelle sollte man aber generell darauf achten, wann sich welche Beschwerden verstärken und wann verbessern, wobei man auch die Mahlzeiten des vorangegangen Tages berücksichtigen sollte, denn diese Unverträglichkeiten entstehen erst bei der Verdauung und nicht wie bei Allergien als verhältnismäßig klare zeitnahe Reaktion.

Und bei der Essensauswahl gilt: Das allerbeste Testlabor ist immer noch die eigene Nase
Und ... weniger (Auswahl) kann manchmal mehr sein.


@Projekt
Wenn ich meinem Körper nicht so zugesetzt und ihn nicht gezwungen hätte, ums Überleben zu kämpfen, wäre er mit Sicherheit wieder auf sein Niveau vor 15 Jahren zurückgekehrt. Er hat sich jedoch ein neues "Gleichgewicht" suchen müssen, das weitab der alten Skala liegt.
Ich bin aber überaus froh darüber, daß
a) ich noch lebe
b) ich darüberhinaus beschwerdefrei bin
c) mein Appetit nicht mehr verrückt spielt
d) ich mir keine Eßstörung gefangen habe
e) mein Energiehaushalt nicht ruiniert ist
f) ich ein stabiles Gewicht habe, das ich weder durch Kalorienzählen noch durch andere Pläne kontrollieren müßte
g) meine Muskeln sich wieder regeneriert haben - obwohl es natürlich diesen "tollen" Diät-Effekt zunichte machte Ihn jedoch nicht - wie bei einem Jojo - überkompensierte.
h) ich aber, wenn es sein muß auf der Jagd nach der S-Bahn wesentlich sportlicher aussehende Leute überholen kann
i) dieser Zustand jetzt schon seit 2 Jahren ohne Unterbrechung anhält


Und es gibt genug Studien, deren Daten belegen, daß die alleinige Handlung des bewußt "gesunden" und "kontrollierten" Essens mitnichten in einer besseren Gesundheit resultiert.
Zumindest ein Indiz dafür, daß nicht allen Menschen alles im selben Umfang gleich gut tut.
Eine davon ist die "Nurses Health Study", in der seit Jahrzenten amerikanische Krankenschwestern über ihren Gesundheitszustand und ihr Ernährungsverhalten Auskunkft geben.
MeiersJulchen ist offline  
Alt 03.12.2006, 13:08   #12
goldfisch
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goldfisch ist offline  
Alt 03.12.2006, 13:32   #13
MeiersJulchen
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*Mit bestem Dank entgegennehm*

Aber ich mal mal zu, damit das so stehen bleiben kann. Diskutiert wird ja "drüben".

PS: Dieser ganze Aufsatz erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Fehlerfreiheit.
Wer sachlich falsche Aussagen entdeckt, die sich nicht aus den gebotenen Vereinfachungen ergeben, kann darauf gerne hinweisen.

Geändert von MeiersJulchen (03.12.2006 um 20:26 Uhr)
MeiersJulchen ist offline  
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