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Gesundheit
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Alt 04.05.2014, 11:44   #1
uwed100
Gast
 
Standard Schlank geworden - Lebenslust verloren

Vor ein paar Jahren habe ich einmal - ausgelöst durch eine
Diabeteserkrankung - drastisch abgenommen.
Die Diabetes bin ich wieder losgeworden .... und gleichzeitig aber auch meine Lebenslust.
Kennt ihr das auch ?
Wenn man abnimmt und die Umgebung sieht die Veränderungen, bekommt man von vielen Menschen fast schon refelexartig positives feed-back.Sie denken aber nicht über ihr "Lob" nach und interessieren sich auch nicht dafür, wie es einem geht.
Ich hatte nämlich permanent schlechte Laune, mutierte von einem fröhlichen Dicken zu einem traurigen Schlanken.Übrigens hat sich auch meine Libido verabschiedet, ich hatte kaum noch Lust auf Sex .
Darüber hinaus habe ich festgestellt, daß alle sonstigen nervigen kleinen und großen Dinge des Alltags gleich bleiben, sie nicht dadurch zu ändern sind, daß man abnimmt ( es ist ja irre, aber wenn man abnimmt, bildet man sich - vielleicht auch ein bißchen selbstbetrügerisch zur Motivation - leicht ein, man sie nach erfolgreicher Diät ein anderer Mensch und hätte ein schöneres Leben.Bei mir war das überhaupt nicht so, sondern schon fast das Gegenteil der Fall).
Inzwischen versuche ich einen Mittelweg zwischen dick und dünn u gehen.
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Alt 04.05.2014, 12:06   #2
Bircan
Gast
 
Standard

Eine Frage - wurde abgeklärt, ob du damals zusätzlich noch eine Depression hattest?

War mein Gedanken nach den Worten Gewichtsabnahme, Lustlosigkeit und Traurigkeit.
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Alt 04.05.2014, 12:32   #3
uwed100
Gast
 
Standard

Ich war deprimiert, hatte aber keine Depression als seelische/psychische Erkrankung.
Mein bester und liebster Freund ist manisch-depressiv, den kenne
und schätze ich seit 15 Jahren und weiß daher meine Traurigkeit/Lustlosigkeit/das Gefühl von Sinnlosigkeit, die ich während der ständigen Gewichtsreduktion hatte, davon zu unterscheiden.
Ein paar Leute haben es übrigens doch bemerkt, einer mir sogar ganz ehrlich gesagt " Als du noch dick warst, hatte ich lieber Umgang mit dir"
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Alt 04.05.2014, 12:39   #4
Bircan
Gast
 
Standard

Zitat:
Zitat von uwed100 Beitrag anzeigen
Ich war deprimiert, hatte aber keine Depression als seelische/psychische Erkrankung.
Mein bester und liebster Freund ist manisch-depressiv, den kenne
und schätze ich seit 15 Jahren und weiß daher meine Traurigkeit/Lustlosigkeit/das Gefühl von Sinnlosigkeit, die ich während der ständigen Gewichtsreduktion hatte, davon zu unterscheiden.
Soweit ich weiß, geht die Bipolare Störung weit über die "normale" Depression hinaus ... eine zeitweilige Depression kann jeder einmal haben bzw. hat fast jeder einmal, nur das war mein Gedanke
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Alt 04.05.2014, 12:44   #5
uwed100
Gast
 
Standard

Ja, wenn du es so siehst, hatte ich eine "normale Depression".
Ich scheue das Wort "Depression" ein wenig, weil ich halt immer meinen Freund vor Augen habe und meinen damaligen Zustand damit nicht vergleichen will (das ist ungleich schlimmer als meine vorübergehend verlorene Lebenslust).
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Alt 04.05.2014, 12:48   #6
Maeva
Ein neues Gesicht
 
Registriert seit: 29.04.2013
Beiträge: 9
Standard

OOhja ich kenne das sehr gut!
Ich war immer ein dickes Kind
Mit 13 rutsche ich in eine Esstörung und nahm 60kilo ab
Ich fühlte mich "falsch" ... Mein körper gehörte nicht mehr zu mir
Ich fand mich hässlich und habe meine eigene wärme und weichheit vermisst.
Ich fühlte mich als hätte ich nicht nur Gewicht sondern auch mich selbst verloren.
Ich habe die Menschen um mich rum als falsch und hinterhältig wahrgenommen (wegen sprüchen wie :" Wow JETZT siehst du richtig gut aus" "Endlich bist du richtig hübsch" oder weil aufeinmal menschen furchtbar nett zu mir waren die mich vorher beleidigt und verachtet haben)
Ich entwickelte eine regelrechte Sozialphobie weil ich angst vor dieser falschheit hatte.

Heute bin ich eine wieder-glückliche Dicke die isst was sie will und mag .
Dieser abschnitt meines Lebens war aber wichtig für mich... Heute weiß ich wie ICH mich am wohlsten fühle und kann guten gewissens auf die meinung anderer pfeifen!
Maeva ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.05.2014, 12:49   #7
Bircan
Gast
 
Standard

Zitat:
Zitat von uwed100 Beitrag anzeigen
[...] Ich scheue das Wort "Depression" ein wenig, weil ich halt immer meinen Freund vor Augen habe und meinen damaligen Zustand damit nicht vergleichen will [...]
Oh, dass kann ich sehr gut verstehen
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Alt 04.05.2014, 12:49   #8
Daena
Viele Gedanken - viele Worte
 
Registriert seit: 12.11.2013
Beiträge: 237
Standard

Nur weil du Depression sagst, depressive Phase, heißt das noch lange nicht, dass du alles in einen Topf schmeißt. Eine Bipolare Störung steht auf einem ganz andren Blatt Papier als eine mittelschwere depressive Phase z.B.

Wo sin mer denn hier? Der der es am Schlimmsten getroffen hat, darf darüber reden? Nene jeder hat sein Recht auf Freud und auch Leid!
Und sich Ernst zu nehmen, auch wenn man kein Waisenkind in den Slums eines dritten Weltlandes ist...ist schonmal die halbe Miete.

Meine Meinung.

Du lebst hier in diesem Breitengrad, hast die Möglichkeiten die du hast. Und nun ist die Frage, was könntest du für dich tun?

Als ich schlank war, war ich kreuzunglücklich, weil ich psychisch krank war, jetzt wo ich dick bin, geht es mir unterm Strich besser, hat aber auch wieder nix mit dem Gewicht zu tun . Manchmal wünscht ich mir, ich hätte meinen Körper erst bekommen, wenn ich den "Führerschein" dafür absolviert hätte. Aber so isses halt nicht.

Was machst du denn jetzt, dass es dir besser geht?
Daena ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.05.2014, 16:04   #9
Fräulein Wunder
Gast
 
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Also mir scheint das auch keine Depression zu sein (ich finde den Begriff auch etwas zu hoch gewählt).

Ich kann Dich leider sehr gut verstehen.

Die (kurze) Zeit in der ich praktisch schlank war gehört zu den unglücklichsten Zeiten in meinem Leben.

Ich habe damals sehr schnell und sehr viel abgenommen und es gab unendlich viele Komplimente - zumindest für eine kurze Weile.

Leider waren es aber oft Komplimente von zweifelhafter Natur.

Z.B. "XY hat mir gestern gesagt, dass Du JETZT richtig niedlich aussiehst."

"Oh Gott ist Deine alte Hose weit. Hahahaha. Zum Glück passt Du da jetzt doppelt rein."

"Jetzt lernst Du endlich Dich richtig zu ernähren." und ähnliches.

Es klingt so blöd, aber ich merkte erst da was und wieviel die Leute hinter dem eigenen Rücken reden bzw. was sie von mir vorher gedacht hatten. Und ein bisschen fühlte ich mich auch wie ein Verräter an mir selbst.

Dazu kam, dass mein Stoffwechsle durch die 800 kcal Diät so versaut war, dass ich beim geringsten Abweichen von meiner extrem niedrigkalorischen Ernährung direkt zunahm, so dass eigentlich alle Treffen zur Qual wurden, weil ich den anderen beim Eis schlecken, Erdbeer Daiquiri saufen und üppige Büffets plündern nur noch zuschauen konnte.

Trauriger Höhepunkt dessen war als ich sogar den Salat ablehnen musste weil das Dressing schon drauf war und offensichtlich zwei meiner Tagesrationen an Olivenöl enthielt.

Nicht mehr spaßig, zumal ja bald auch keine Komplimente mehr kamen, weil man sich an meinen neuen Look gewöhnt hatte.

Irgendwie hatte ich mir vorgestellt (ich war damals noch sehr jung, muss man dazu sagen) dass ich vom hässlichen Entlein zum vielbeachteten Schwan mutiere.

Das Gegenteil war aber der Fall. Ich war plötzlich unsichtbar ... irgendwie hatte ich mich vom hässlichen dicken Entlein zum absolut unscheinbaren Mauerblümchen zurückentwickelt und wurde nun praktisch gar nicht mehr wahrgenommen (und dabei meine ich auch, aber nicht nur von Männern).

Da das mit der Abnahme so schnell ging kam ich da einfach nicht mit.

Auf eine gewisse Art gab mir mein Gewicht anscheinend auch Gewicht und schaffte mir Beachtung (schrecklich ich weiß ).

Mir ging es schlank nicht gut. Gemerkt hat das aber niemand, schliesslich wähnte man mich überglücklich über den Gewichtsverlust.
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Alt 04.05.2014, 16:26   #10
Fräulein Wunder
Gast
 
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Oh Mann, jetzt habe ich den springenden Punkt dabei vergessen:

Ich weiß noch dass ich mich eines Tages über eine Freundin aufregte, die in meiner Gegenwart immer ordentlich zuschlug (und dann noch ein fettes Dessert hinterher bestellte und in Zeitlupe aufaß) während sie mir dabei Vorträge darüber hielt dass ich eben nur lernen müsse mich richig zu ernähren (während ich dabei quasi wortwörtlich am Salatblatt nagte und am Mineralwasser nippte)

Das nervte so.

Meine Mutter meinte dann: "Du tust ja gerade so als hättest Du den anderen zuliebe abgenommen, als sei das ein Gefallen, den sie Dir danken müssen."

So schlimm das für sie wäre wenn sie es wüsste, aber dieser Satz hat mir die Augen geöffnet ... es war nämlich wirklich so ... eigentlich hatte ich für die anderen abgenommen und nicht für mich ... und die dankten es mir nun nicht mal in dem Maße wie ich es mir erhofft hatte. So kann es natürlich nicht funktionieren ... tat es ja dann auch nicht.
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Alt 05.05.2014, 16:33   #11
uwed100
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@ Maeva und Fräulein Wunder : Danke , daß ihr meine Erfahrungen spiegelt ! Ich hatte mir zwar schon gedacht,
daß es noch andere Menschen geben muß, denen es genau so geht wie mir und die so ehrlich sind, auch darüber zu sprechen.Nämlich daß ein solcher (starker) Gewichtsverlust nicht unbedingt nur rundum glücklich macht. Im nicht virtuellen Leben habe ich schon öfter Leute danach gefragt und bis auf eine Frau haben alle immer gesagt, wie toll es war, abgenommen zu haben und daß ihr einziges Problem sei, daß sie wieder zugenommen hätten.
@ Daena : Also ich versuche, einen Mittelweg zwischen dick und schlank zu gehen. Es ist NICHT mein Ziel, schlank zu werden, ich möchte aber auch nicht so dick werden, daß es mich physisch oder psychisch beeinträchtigt.Leider steht mein Gewicht nie still, es ist immer in Bewegung, entweder nach oben oder nach unten.Bis jetzt habe ich es noch nicht geschafft, ein Wohlfühlgewicht, wenn ich es einmal erreicht habe, auch zu halten....Das ist mein eigentliches Ziel, auch um die Thematik einfach mal abhaken zu können.Aber es ist ja noch nicht aller Tage Abend
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Alt 05.05.2014, 16:40   #12
Fräulein Wunder
Gast
 
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Hallo Uwe, eventuell wäre das Buch: "Mein Ich-Gewicht" von Maja Storch was für Dich.

Ist eher ein Frauenbuch aber ich denke man kann das ja auch immer auf sich selbst abwandeln.

Darin geht es genau um dieses Thema, nämlich das Gewicht zu finden mit dem man sich wohlfühlt (unabhängig von äußeren Urteilen) und letztendlich den ewigen Jojo zu stoppen.

Es arbeitet nach dem Zürcher Ressourcen Modell (ZRM) .

Und ganz ehrlich, dass niemand es zugibt dass die Abnahme nicht nur Gutes brachte liegt auch daran, dass einem keiner Glauben schenkt.

Meine Mutter zeigt mir heute noch den Vogel, wenn ich ihr sage, dass es mir damals beschissen ging. Das KANN eben einfach gar nicht sein.
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Alt 05.05.2014, 17:02   #13
uwed100
Gast
 
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Das Buch werde ich mal googeln, hört sich interessant an.
Und "Frauenbücher" sind für Schwule kein Problem
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Alt 07.05.2014, 08:53   #14
Emmily
Hier qualmt die Tastatur
 
Benutzerbild von Emmily
 
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Ort: HH
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Hallo uwed100, ich hatte auch ein paarmal im Leben mein Idealgewicht, wenn auch nur kurze Zeit. Positive Resonanz von außen, aber ich fühlte mich nicht komplett.

Bei meiner stärksten Abnahme war ich auch krank, ich erkannte mich im Spiegel nicht wieder, was mich trotzdem nicht froh stimmte. Denn die Krankheit (atyphische Lungenentzündung mit Herzmuskelbeteiligung) wurde ich nicht richtig los. Ich hustete und mußte mich vor Schwäche überall hinsetzen.

Als ich dann nach Rückkehr meines Appetits wieder "normal" aß, ging es mir gesundheitlich und seelisch besser ...
__________________
Leben und leben lassen!
Emmily ist offline   Mit Zitat antworten
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