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Arzterlebnisse
Ein heikles Kapitel im Leben eines dicken Menschen.

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Alt 29.07.2021, 12:50   #1
Ohne Worte
Ein neues Gesicht
 
Registriert seit: 29.07.2021
Beiträge: 1
Standard Neulich beim Gutachter-Arzt wegen BU

Hallo zusammen,

ich (d.h. 1.90 m groß und 175 KG) schwer bin nach 33 Jahren Außendienst nicht mehr in der Lage meinen Job zu erledigen und wurde vom Chef heimgeschickt. Rücken, Knie und Füsse machen nicht mehr mit. Blutwerte, Blutdruck, Schlafstörung, Depression...dass volle Programm.

Die Suche nach einem Arzt der mehr kann als nur "Man Sie sind ja völlig Adipös" gestaltet sich als schwierig, ich nehme an ihr kennt das alle. An allem ist das Übergewicht schuld und es gibt nur ein Mittel Abnehmen, aber wie? Ja Gott da müssen sich andere drumm kümmern, ein Arzt hat anderes zu tun, an "guten" Ratschlägen hat´s auf jeden Fall nicht gemangelt. Nach etwa 15 Monaten habe ich tatsächlich 15 KG abgespeckt, aber Leute was ein Wahnsinns-Aufwand und nun bin ich immer noch satte 160 KG schwer. Mein Chef würde mich ja schon gern wieder einstellen aber ein Typ der nahezu durch jedes Hotelbett kracht, schon den einen oder anderen Bürostuhl des Kunden gekillt hat und der nahezu bei jeder Dienstreise über 2 Stunden mit einem Hexenschuss heimkommt. Der Taugt halt nicht für Außendienst. Die Ärzte sind sich einig, da müssen noch mindestens 45 Kilo weg. Ok wenn ich also weiterhin so diszipliniert daran arbeite dann sind das ja nur noch knapp 4 Jahre. So lange will mein Chef aber nicht warten und der war echt geduldig. Jetzt gehöre ich zu den Glückliche die eine BU haben und die habe ich auch eingereicht, da nicht anzunehmen ist das ich wie durch Zauberhand innerhalb von 6 Monaten 45 KG verliere und wieder wie ein Reh durch die Geografie springe. 2 Ärzte (ein Orthopäde und ein Sportmediziner) attestieren mir dass ich "morbide Adipositas" habe und den Job nicht machen kann und die Versicherung schickt mich (natürlich) zum Gutachter.

Nach 2 Stunden Untersuchung, wo Handbreite, Fingerlänge ebenso wie Fußbreite und Beinlänge vermessen werden und man sich nach dem befinden der Eltern erkundigte, kommt 6 Wochen später der schriftliche Befund.

Jetzt erlebe ich mein blaues Wunder, ich bin gemäß Gutachter Top-Fit und lediglich beim Stehen zu 30% und bei der Reisetätigkeit zu 25% eingeschränkt, alle andere Tätigkeiten sind vollumfänglich machbar. Gesamteinschränkung gewichtet nach Aufgabenbereichen liegt bei 17,5%. Ja sogar Gewichte von bis zu 20 KG kann ich heben und tragen alles kein Problem.

Das die Bürostühle beim Kunden nur bis 110 KG (EU-Norm) zugelassen sind? Interessiert nicht! Das die wenigsten Hotelbetten mich aushalten? Interessiert nicht! Das mein dicker Hintern immer noch nicht in einen Flugzeugsitz oder Bahn-Sitz passen ohne nach spätestens 1 Stunden völlig stocksteif einen Hexenschuss zu erleiden? Zählt nicht. Irgendwie ist plötzlich alles bei mir möglich, nur war mir das scheinbar so nicht bewusst (Ironie off). Was tun? Hat jemand ähnliche Erfahrungen? Schreibts mir, ich bin langsam mit meinem Latein am Ende.

PS: Mein Job ist übrigens schon weg, die Firma musste nach 18 Monaten nachbesetzen. Will mich zwar gerne wiederaufnehmen aber in einem anderen Bereich mit deutlich weniger Geld, mit Aufgaben die ich leisten kann.
Ohne Worte ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.07.2021, 14:02   #2
Dirpi
Moderatorin
 
Benutzerbild von Dirpi
 
Registriert seit: 01.10.2004
Beiträge: 2.404
Standard

Hallo,

vielen Dank für Deine ausführliche Schilderung.

So richtig habe ich noch nicht verstanden was Dein Ziel ist - Berufsunfähigkeit, Erwerbsminderung, (Voll-)Rente?

Vielleicht magst Du das ja noch nachreichen.
__________________
Dirpi
Dirpi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.08.2021, 20:20   #3
goldfisch
Treue Seele
 
Registriert seit: 13.03.2006
Ort: Frankfurt
Beiträge: 833
Standard

@Ohne Worte

es tut mir leid, dass es gerade so blöd bei Dir läuft!
Echt ärgerlich mit der BU!

Das war schon immer meine Befürchtung, dass man die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht "so einfach" zum Zahlen bewegen kann.
Wenn man denn mit +kg überhaupt eine abschliessen kann.
Ist ein Widerspruch gegen das Gutachten möglich?
Viellei8ht kann hier auch der vdk beraten?

Hast Du schon eine anerkannte Schwerbehinderung? Dann wäre der Weg zu einem Integrationsfachdienst offen, die beraten und vermitteln in Bezug auf Arbeit.

Sobald Du Dich auf einen schlechter vergüteten Job einlässt, schaffst Du Tatsachen.

Wenn Du Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe beziehst, dann gibt es dort auch einen ärztlichen Dienst, der begutachtet, ob man noch arbeitsfähig ist oder wie viel man noch arbeiten kann.
Bei Auslaufen des Krankengeldes ist es ähnlich.

Hast Du eine berufliche / medizinische Reha gemacht?

LG
goldfisch
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