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Ernährung
Erfahrungsaustausch und Diskussion zu gesunder Ernährung. Bitte beachtet bei diesem Thema die Forenregeln ganz besonders.

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Alt 14.03.2014, 07:51   #1
sorgenfresser
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Standard einfach essen was man will?

...und so viel wie man will?
Ich habe bisher immer auf das Essen geachtet und mich verachtet für jeden Bissen zu viel. Im Prinzip habe ich mich bisher dauernd nur mit Essen beschäftigt.
Inzwischen habe ich die Erkenntnis erlangt, dass das nix bringt,....
Meine Frage und auch große Angst ist,
nimmt man denn nicht unendlich zu, wenn man einfach isst wie man Hunger und Lust hat?
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Alt 14.03.2014, 08:12   #2
Daena
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Beiträge: 237
Standard

Nach meiner Erfahrung Jaein. Also ich war lange essgestört und bin auch immer noch gebrandmarkt was das angeht.
Jedenfalls hab ich alle Reglementierungen auch irgendwann fallen lassen können. Ich habe schon zugenommen, aber irgendwann hat sich das auf einem bestimmten Gewicht eingependelt, was ich jetzt auch ohne Regulierungen oder sonstige Anstrengungen halte.

Unendlich zu nimmst du eigentlich doch nur dann, wenn dein Körper/deine Seele krank ist und/oder du wirklich jeden Tag noch eine Schippe oben drauf legst.

Ich hab halt auch die Erfahrung gemacht nachdem ich mich sattgegessen habe in mehrerer Hinsicht ohne das zu bewerten, dass ich dann in Zukunft auch wesentlich schneller zufrieden war, ohne das mir jemand im Ohr saß, der mir das diktiert hätte. Allein weil ich die Selbstbestimmtheit und Sicherheit so als Grundgefühl hatte, dass das keine Phase ist.
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Alt 14.03.2014, 08:14   #3
loonie88
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Beiträge: 28
Standard

also ich habe die erfahrung gemacht, dass ich im prinzip essen kann was ich will, aber nicht WIEVIEL ich will, sondern immer nur soviel, bis ich wirklich satt bin! ich habe wirklich mal bewusst auf den hunger gewartet und gemerkt, dass ich dann plötzlich viel schneller satt werde bzw. ich dann überhaupt ein sättigungsgefühl bekomme! und ja, ich habe dadurch auch abgenommen ohne groß darauf zu achten was ich esse.
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Alt 14.03.2014, 08:25   #4
MeiersJulchen
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Nun....
Das kommt ganz darauf an, was das Wollen und die Lust bedingt.

Wenn die Nahrungsaufnahme, sprich: die Handlung des Essens, bei Dir eigentlich eine psychisch getriggerte Ersatzhandlung ist - also eine gepfefferte Eßstörung -, dann wirst Du nicht wirklich in der Lage sein, auf die An- bzw. Abwesenheit körperlicher Signale wie Hunger oder Appetit zu achten.

Falls Du das Vorliegen einer Eßstörung (zumindest halbwegs) ausschließen kannst, solltest Du in Dich reinhören und Dir die Frage beantworten: Was will/mag ich wirklich?
Denn das ist ja der Kern der Frage "Was passiert, wenn ich esse was ich will?", nicht wahr?
Nicht weniger wichtig ist das Gegenstück dazu: Was will/mag ich absolut gar nicht?
Im Prinzip kann ich Dir diese Herangehensweise nämlich viel eher empfehlen:
"Was passiert, wenn ich nicht mehr esse was ich nicht will?"

Ich mache nämlich genau das - meinen Instinkten bzgl. Vorlieben und Abneigungen folgen - und halte mein Gewicht/Kleidungsgröße wie festgenagelt, obwohl genau das das letzte war, womit ich anfangs gerechnet hatte, da diese völlig paradoxe und politisch unkorrekte Idee aus reiner Not geboren wurde.

Lies mal für den Anfang
hier (über seltsame Appetitsignale im Allgemeinen und Süßhunger im Speziellen)
und hier (ein kleines Pamphlet über Ernährung)
und schau, inwieweit Du Dich darin wiederfindest.
Es setzt - wie gesagt - voraus, daß keine schwere psychisch bedingte Eßstörung vorliegt.
MeiersJulchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.03.2014, 08:28   #5
Fräulein Wunder
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Ich denke bei einer Esstörung ist es schwierig zu sagen was passieren wird.

Bei mir war es so, dass sich mein Essverhalten als ich die ewige Kontrolle aufgab nach und nach normalisiert hat (das heißt natürlich nicht dass die Esstörung in Krisenzeiten nicht wiederkommen kann).

Ganz extrem zeigt sich das bei mir, wenn ich z.B. meine Mutter besuche und in der Regel einige Tafeln Schokolade mitreisen.

Obwohl ich im normalen Alltag teilweise über lange Strecken mit ganz wenig Schokolade zufrieden bin oder sogar gar nicht daran denke welche zu kaufen, schlägt das in Situationen in denen ich mich von aussen kontrolliert fühle extrem um und ich falle in uralte, längst überwunden geglaubte Muster zurück.

Es kann also sein, dass der Zwang sich mit Essen zu beschäftigen langsam zurück geht. Das alleine war für mich schon eine riesige Befreiung und ein großes Plus an Lebensqualität.


Ob das mit einer Zunahme einhergeht hängt m.E. dann eben auch damit zusammen wie heruntergewirtschaftet Dein Stoffwechsel inzwischen durch Dauerdiäten ist und inwiefern es Dir (noch bzw. wieder) möglich ist auf Dein natürliches Sättigungsgefühl zu hören.

Bei mir ging das Gewicht zunächst hoch, irgendwann war mit der Zunahme aber Schluß und ich konnte es über lange Zeit (mind. 10 Jahre) halten. Auf einem sehr hohen Level zwar, aber immerhin halten. (Nicht dass mir das viel Lob von Ärtzen und der Familie eingebracht hätte - aber mich selbst machte es glücklich. )

Danach ging es aber durch veränderte äußere Umstände doch wieder weiter hoch ... es ist und bleibt also irgendwie doch auch ein lebenslanges Problem.

Alles Gute!
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Alt 14.03.2014, 08:34   #6
sorgenfresser
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Registriert seit: 03.03.2014
Beiträge: 52
Standard

Hmmmmm, ich kann mir das noch gar nicht vorstellen, Leben ohne dieses "Du nimmst zu - Teufelchen " im Nacken.
Ich habe erst seit wenigen Wochen die Erkenntnis, dass ich dick sein darf und mein Leben trotzdem genießen und Leben darf,... Ich muss nicht auf mein Leben und den Genuss warten bis ich schlank von.
Ich darf diese Obsession "Essen, Abnehmen, Selbstverachtung, etc. " loslassen.

Kann ich auch alle Informationen über Board schmeißen? Diese, gesund, ungesund, low carb, low fat, glyx, fatburner, etc. die sich über die Jahre in meinem Hirn angesammelt haben?

Ich habe es schon einige Tage versucht, auch ganz bewusst das zu essen worauf ich Lust habe ohne mich danach zu geißeln. Es klappt so durchwachsen, wobei ich es entspannend finde und schon jetzt mehr lebe und genieße.

Und so Lust Attacken auf Süßes, Salziges, Fettiges? Wie geht ihr damit um?

@Daena, ja, das Sattessen, so als würde das innere Kind einfach nochmal befriedigt werden und dürfte sein wie es ist,... so stelle ich mir sattessen vor.

@loonie und aus Lust, isst du nie?
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Alt 14.03.2014, 08:44   #7
Fräulein Wunder
Gast
 
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Die Frage ist halt auch ob die Lust Attacken überhaupt noch so groß sind.

Wenn ich mich bei den Hauptmahlzeiten satt esse (an den Dingen die mir schmecken) ist das Problem bei mir wirklich extrem viel kleiner.

Schlimme Attacken bekomme ich, wenn ich eben im Grunde einfach Hunger habe, oder gedünstetes Gemüse statt Nudeln in Tomatensoße gegessen habe (nach dem mir eigentlich gewesen wäre) ...

Und wenn trotzdem eine Attacke kommt. Ganz ehrlich: dann gebe ich ihr nach. In einem bestimmten Rahmen halte ich das für normal.

Zur Frage ob Du die Infos über "gesunde" Ernährung über Bord werfen darfst empfehle ich Dir die verlinkten Beiträge von MeiersJulchen und das Buch "Lizenz zum Essen" von Gunter Frank.
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Alt 14.03.2014, 08:59   #8
MeiersJulchen
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Zitat:
Zitat von sorgenfresser Beitrag anzeigen
Kann ich auch alle Informationen über Board schmeißen? Diese, gesund, ungesund, low carb, low fat, glyx, fatburner, etc. die sich über die Jahre in meinem Hirn angesammelt haben?
Bei mir hat es 15 Jahre und diverse Krankenhausaufenthalte aufgrund schwerer und schwerster Reaktionen aufgrund (unerkannt gebliebener) Allergien etc gebraucht bis ich aus reinem Überlebenswillen und Todesangst alles und jeden zum Teufel gejagt habe, der mir noch was über gesund und ungesund erzählen wollte. Und ich hatte trotzdem noch Gewissensbisse.
Die sind dann aber verpufft als sich plötzlich innerhalb weniger Wochen all die Erfolge einstellten, die man laut der tollen Experten angeblich nur haben "darf", wenn man akribisch allen möglichen Plänen und Handlungen folgt.

Also mach Dir mal keinen Kopf, wenn es Dir anfangs schwerfällt, Dich von dieser megamäßigen Hirnwäsche-Industrie zu lösen.
Mit jedem Erfolg, der eintritt und jedem Nicht-Erfolg, der ausbleibt - entgegen jeder expertenmäßigen Prophezeiung - , findest Du ein großes Stück zu Dir selbst zurück.

Zitat:
Und so Lust Attacken auf Süßes, Salziges, Fettiges? Wie geht ihr damit um?
Fortwährende Heißhungerattacken sind ein Zeichen dafür, daß Du eben noch nicht das ißt, was der Körper will.
Lies meinen Link zu Süßhunger.

Den einzigen allgemeingültigen Tip, den ich Dir dazu geben kann ist:
Hau alle Fertiggerichte in die Tonne!
Das Zeug schmeckt weder nach seinen Inhaltsstoffen, noch ist das enthalten, wonach es schmeckt.
Diese widersprüchlichen Signale sind es, die Deinen Körper bei seiner Entscheidungsfindung, was er will, nachhaltig behindern.


Zitat:
so als würde das innere Kind einfach nochmal befriedigt werden und dürfte sein wie es ist,... so stelle ich mir sattessen vor.
Du wirst lachen. Gerade Kinder haben von Ernährung nämlich die meiste Ahnung, wenn es aufs Bauchgefühl ankommt.
Leider wird es ihnen heutzutage regelrecht ausgetrieben.
Lies mal hier http://www.leben-ohne-diaet.de/text/...n-appetit.html über das Experiment von Dr. Davis mit frisch abgestillten Babys. Die Kleenen hatten ganz exakte Vorstellungen davon, was sie wollten. Jeder wollte was anderes, aber keinem von ihnen hat es geschadet.
Auch Udo Pollmer schreibt darüber in seinen Büchern. Schau mal in unsere Bücherkiste
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Alt 14.03.2014, 09:27   #9
sorgenfresser
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Ich danke euch für eure Antworten und habe schon viele Beiträge von Meiers Julchen gelesen, Toll!
Ich wäre auch an einer Suchdiät interessiert, aber ich stille zz noch fast voll, da kommt das wohl nicht so gut.
Ich lese im laufe des Tages eure Beiträge genau und ausführlich. Sobald mein Kleinster mir die Zeit erlaubt, werde ich qAuch ausführlich antworten. Bis später! .
sorgenfresser ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.03.2014, 09:38   #10
Zora
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Ob ich an einer Essstörung leide weiß ich nicht. Laut Ärzten ja, denn es sei einfach krankhaft auf ein so hohes Gewicht zu kommen bzw. es nach Therapie meiner Hashimoto nicht "einfach so" wieder zu verlieren.

Durch mein ewiges Auf und Ab der Schilddrüsenwerte und der damit einher gehenden Schlappheit hat sich bei mir wohl eine Mischung aus Faulheit/Trägheit ergeben, manchmal gesellt sich dann Langeweile dazu und die Mischung ist echt tödlich bei mir. Wenn ich dem nachgebe und einfach so munter vor mich her esse, dann nehme ich eindeutig zu.

An gängigen Allergien leide ich nicht. Aber am Reizdarmsyndrom. Bis spät Mittags ist mir meist flau und ich kann nicht essen. Irgendwann überkommt mich das Gefühl, was essen zu müssen weil mein Blutzucker in den Keller rauscht, mein Kreislauf schwummert und mir immer übler wird. Also esse ich irgendetwas, Hauptsache was drin. Und egal, was es ist, die erste Mahlzeit des Tages beschert mir immer Krämpfe und zig Toilettengänge mit einer mild ausgeprägten Diarrhoe.
Danach ist alles okay, zu okay wenn es nach mir geht. Denn ab da könnte ich ohne Punkt und Komma durchessen bis Nachts.

Ich kann also definitiv nicht alle Grenzen über Bord werfen und einfach nur so nach Gefühl essen. Weil mein Gefühl mich trügt
__________________
Theorie ist: Wissen wie etwas funktioniert aber es geht nicht
Praxis ist: Es funktioniert und keiner weiß warum
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Alt 14.03.2014, 09:55   #11
MeiersJulchen
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Zitat:
Zitat von Zora Beitrag anzeigen
Aber am Reizdarmsyndrom.
Ich zitiere mich mal selbst (aus: Klick)

Zitat:
Ein grummeliger, GE-reizter Darm hat mit Reizdarm nichts zu tun.
Reizdarm bedeutet, daß buchstäblich Reize nervlicher Natur aus dem Verdauungstrakt die "Schranke" zur bewußten Wahrnehmung überwinden und Streß im Gehirn auslösen, das in der Folge mit den Signalen überfordert ist.
Es ist ein neurologisches Problem, kein - in dem Sinne - organisches. Es wird neurologisch diagnostiziert und neurologisch behandelt.
Wenn das bei Dir nicht geschehen ist, dann laß Dich bitte nicht von fehlgeleiteten, eingerissenen Modeworten beeindrucken.
Zitat:
Zitat von Zora Beitrag anzeigen
Danach ist alles okay, zu okay wenn es nach mir geht. Denn ab da könnte ich ohne Punkt und Komma durchessen bis Nachts.
Alles was Du beschreibst, ganz besonders inklusive dieser Art des "Kontrollverlusts", ist geradezu ein Musterbeispiel einer Maskierung, bei der ein regelrechtes, aber wiederum choatisches Suchtverhalten entsteht. SD-Probleme mal außen vor. Die können auch die Verdauung beeinflussen, haben aber eher nicht diesen Suchteffekt zur Folge.

Und eigentlich hat genau das mit diesem eigentlichen Starterthema nichts zu tun, denn Du willst es ja nicht wirklich essen - Du kannst nur nicht anders, oder?

Geändert von MeiersJulchen (14.03.2014 um 10:16 Uhr)
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Alt 14.03.2014, 10:11   #12
MeiersJulchen
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Zitat:
Zitat von sorgenfresser Beitrag anzeigen
Ich wäre auch an einer Suchdiät interessiert, aber ich stille zz noch fast voll, da kommt das wohl nicht so gut.
Stillen heißt schwanger (gewesen), oder? Nehm ich jedenfalls an

Konntest Du während der Schwangerschaft denn deutliche Unterschiede zu vorher bzgl. besserer Verdauung bzw weniger "Magenprobleme" oder gar ausbleibendes Kopfweh feststellen?
Probleme, die vorher da waren, dann zurückgegangen sind und jetzt nach und nach wiederkommen?

Falls nämlich nein, dann ist die Suchdiät wahrscheinlich ein zu grober Keil und es genügt völlig, wenn Du um alles aromatisierte und vitaminmäßig aufgepeppte einen großen Bogen machst und das, was unaufgepeppt nicht schmecken will, gar nicht erst ißt.
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Alt 14.03.2014, 10:52   #13
Zora
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Zitat:
Zitat von MeiersJulchen Beitrag anzeigen

Und eigentlich hat genau das mit diesem eigentlichen Starterthema nichts zu tun, denn Du willst es ja nicht wirklich essen - Du kannst nur nicht anders, oder?

Warum hat es mit dem Thema nichts zu tun? Die Frage war doch eindeutig, was passieren würde wenn man isst wie man Hunger und Lust hat.
Dass, was ich nach der ersten Mahlzeit mit folgendem Magenschmerz und Darmkrämpfen esse, das esse ich aus absolut aus Lust. Ob diese Lust nun manchmal durch Langeweile entsteht, wie von mir vermutet, oder einfach als unerklärliche Lust auftaucht...dachte nicht dass das jetzt einen so großen Unterschied macht. Bzw. wäre mir dann die Eingangsfrage zu ungenau gestellt.

Was ich esse, das will ich auch essen. Nur oft eben nicht in der Menge, in der ich das dann tue. So der Klassiker, Tüte Chips auf und erst aufhören wenn sie leer ist. Nach einer Stunde plötzlich Jieper auf Schokolade...und anstatt es bei einem Riegel zu belassen ist die ganze Tafel hopps

Ich bin leider nicht sonderlich bewandelt was Essstörung oder Sucht in der Hinsicht angeht. Ich schrieb ja auch dass ich gar nicht weiß ob ich darunter leide. Bzw. sagt mir meine eigene Logik, dass ja dann im Grunde ganz, ganz viele schwer Übergewichtige in irgendeiner Form darunter leiden müssten, denn von nichts kommt nichts.
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Alt 14.03.2014, 11:08   #14
MeiersJulchen
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Zitat:
Zitat von Zora Beitrag anzeigen
Warum hat es mit dem Thema nichts zu tun? Die Frage war doch eindeutig, was passieren würde wenn man isst wie man Hunger und Lust hat.
Deiner Beschreibung nach ist es aber weder das eine noch das andere.
Dein "Hunger" ist "Unterzuckerung" (gemessen?) und "Übelkeit" und es ist Dir in dem Moment schlichtweg egal, was Du Dir reinpfeifst.
Deine "Lust" ist ein ungezügeltes Verlangen. Ein Zwang, dem Du Dich nicht entziehen kannst.

Die "Lust", die aber hier gemeint ist, ist die "Freude", und das Gefühl der Zufriedenheit, die man empfindet, wenn man ihr "nachgibt". Die Gedanken sind danach frei und drehen sich nicht mehr ums Essens oder seine Nachwirkungen/Nachwehen.

Auch etwas, was Du ganz anders beschreibst.

Ich zitiere mich nochmal selbst (bin faul heute):
Zitat:
Mein komplettes Studium über habe ich vor dem Abend nie etwas gegessen. Frühestens auf dem Weg nach Hause ein Brezel vom Bahnhofsbäcker.
Sobald ich es mit Frühstück versucht habe (weil man sowas ja schließlich normal und gesund ist), bin ich kaum mehr aus dem Haus gekommen, weil mein Kreislauf kurze Zeit später abkackte. Wenn ich mich doch zusammenriß, wurde mir später in der Straßenbahn oftmals so schlecht, daß ich zwischendurch aussteigen mußte, um frische Luft zu schnappen. Und in der Uni aufs Klo zu gehen wollte ich auch unter allen Umständen vermeiden.
Was ich dann aber, wenn ich "konnte", durcheinandergefressen habe, das stellt jede Schwangere in den Schatten. Banane mit Senf, Nutella mit Peperoni, Camembert mit Erdbeermarmelade. Je ekliger desto besser. Und wenn ich am Ende angekommen war, hab ich von vorne wieder angefangen. Alles Histaminbomben vom Feinsten.
aus:Klick

Zitat:
Zitat von Zora Beitrag anzeigen
Tüte Chips
Histaminbombe (wegen Geschmacksverstärkern und diverser scharfer Gewürze, die heutzutage auch schlicht und einfach als "Aromen" deklariert werden dürfen. Schau auf die Tüte)
Zitat:
Zitat von Zora Beitrag anzeigen
Schokolade
Histaminbombe
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Alt 14.03.2014, 11:33   #15
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Zitat:
Zitat von MeiersJulchen Beitrag anzeigen
Deiner Beschreibung nach ist es aber weder das eine noch das andere.
Dein "Hunger" ist "Unterzuckerung" (gemessen?) und "Übelkeit" und es ist Dir in dem Moment schlichtweg egal, was Du Dir reinpfeifst.
Deine "Lust" ist ein ungezügeltes Verlangen. Ein Zwang, dem Du Dich nicht entziehen kannst.

Die "Lust", die aber hier gemeint ist, ist die "Freude", und das Gefühl der Zufriedenheit, die man empfindet, wenn man ihr "nachgibt". Die Gedanken sind danach frei und drehen sich nicht mehr ums Essens oder seine Nachwirkungen/Nachwehen.

Auch etwas, was Du ganz anders beschreibst.

Ich zitiere mich nochmal selbst (bin faul heute):

aus:Klick


Histaminbombe (wegen Geschmacksverstärkern und diverser scharfer Gewürze, die heutzutage auch schlicht und einfach als "Aromen" deklariert werden dürfen. Schau auf die Tüte)

Histaminbombe
Ja, richtig, das erste Essen des Tages erfolgt wegen des körperlichen Unwohlseins. Und da ich zu diesem Zeitpunkt weder Hunger noch Appetit habe, überwinde ich mich, irgendetwas zu essen. Egal ob nun ein Joghurt, eine Banane, ein Balisto oder ein Brötchen, Berliner, egal was.

Wenn dann Krämpfe usw. vorbei sind, was von direkt nach dem letzten Bissen der ersten Mahlzeit bis etwa 60 Minuten danach andauert, dann gehts mir gut, ich bekomme ein normales Hungergefühl und habe Appetit.

Wir essen gegen Abend warm und dabei achte ich auf frische Zubereitung, gesunde Nahrungsmittel. Bloß könnte ich eben gut dazwischen auch noch zu viel essen, zu viel süßes Zeug, zu ungesund, zu viel generell.
Und das Fazit passend zur Frage war dann für mich: Nö, ich kann nicht nach Lust und Laune das essen was ich gerade will ohne zuzunehmen. Ich muss mich da oft am Riemen reißen. Klappt manchmal, manchmal klappt es nicht.

Die Unterzuckerung ist gemessen (benutze manchmal die Teststäbchen von meinem Partner der Diabetiker ist) ich liege in diesen Momenten meist um die 50 oder auch mal knapp darunter, für mein Wohlbefinden zu wenig.

Hmm, ich empfinde Lust und es bereitet mir Wohlbehagen wenn ich ihr nachgebe. Bis ich dann irgendwann merke dass die Hosen kneifen, dann verkehrt sich das und ich reiße mich am Riemen und denke viel über mein Essverhalten nach.

Ich habe das Thema Suchdiät verfolgt und würde die gern machen. Bislang hat mich aber tatsächlich die Angst vor dem körperlichen Unwohlsein abgehalten welches bislang ja immer erst mit der ersten Mahlzeit zuzüglich Krämpfen ausgestanden war. Ich habe keinen blassen Schimmer, wie es mir körperlich gehen würde wenn ich nur Reis oder Kartoffeln essen würde, die beide allein für sich bei mir nur ein kurzes Sättigungsgefühl machen welches relativ schnell wieder in nagenden Hunger umschlägt.

So, jetzt aber genug davon. Mittlerweile weiche ich wirklich vom Thema ab, das könnte den Thread kaputt machen.
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Alt 14.03.2014, 11:57   #16
Daena
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Also ich hab das so verstanden, das der TE endlich Essen wollte wie er will.

Und jegliche Reglementierungen die dann wieder erfolgen finde ich irgendwie kontraproduktiv. Ja man muss mit dem Gedanken leben können zuzunehmen. Ja man muss auch loslassen können in gut und schlecht einzuteilen richtig und falsch, gesund oder nicht.

Und ich find es wesentlich wichtiger, das man dies erstmal tut, soviel wie man es braucht, bevor man sich dann den Verfeinerungen widmet und sich frag ob das nun genau das war, was man brauchte etc. Das sind auch alles wichtige Überlegungen aber ich sehe die Gefahr, wenn man dies sofort macht nach jahrelanger Selbstgeißelung, dass man sich nur wieder ins andre Extrem damit stürzt, wieder nur über das Essen nachdenkt.

Zitat:
Und so Lust Attacken auf Süßes, Salziges, Fettiges? Wie geht ihr damit um?
Ich lasse sie zu.

Denn ich ticke so, dass ich diese Freiheit brauche. Sobald ich auch nur das Gefühl habe, das ich das nicht dürfte, staut sich in mir Druck und auch Frust an. Lasse ich es los und vertraue mir, komme ich unterm Strich mit wesentlich weniger aus.
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Alt 14.03.2014, 11:58   #17
MeiersJulchen
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Zitat:
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Ja, richtig, das erste Essen des Tages erfolgt wegen des körperlichen Unwohlseins. Und da ich zu diesem Zeitpunkt weder Hunger noch Appetit habe, überwinde ich mich, irgendetwas zu essen. Egal ob nun ein Joghurt, eine Banane, ein Balisto oder ein Brötchen, Berliner, egal was.
Joghurt: Erzeugt mit Hilfe von Bakterien, vielleicht auch noch eins der sahnig gerührten, wo die Molke nicht abgegossen wird: Histamin
Banane: naturgegeben hoher Histamingehalt
Balisto: wahrscheinlich mit Trockenfrüchten, ggf. auch noch behandelt, damit nicht alles suppt und matscht, und damit's besonders gesund ist, mit Honig statt Zucker, oder?: Histamin
Brötchen/Berliner: Hefegebäck, wahrscheinlich auch noch mit Backhilfsmitteln, die nicht deklariert werden müssen: Histamin

Kein Wunder also, daß nach 60 Minuten der Tanz losgeht, wenn Du Dich damit erst einmal wieder hochgepumpt hast.

Zitat:
Reis oder Kartoffeln essen würde, die beide allein für sich bei mir nur ein kurzes Sättigungsgefühl machen welches relativ schnell wieder in nagenden Hunger umschlägt.
Siehst Du, und genau dieser nagende Hunger, ist der richtige Hunger.
Nicht die Übelkeit oder die Unterzuckerung oder der Appetit nach dem Essen.
Dieser körperliche Hunger, der sehr lautstark ist und im Magen weh tut, bevor überhaupt Übelkeit und Unterzuckerung einsetzt.
Und daß der Körper anschließend schnell (wie schnell ist schnell?) wieder etwas davon haben möchte, was ihm wirkliche Sättigung verschafft hat, ist nun wirklich kein Wunder, wenn er voll in den Seilen hängt. Es ist auch kein schlechtes Zeichen, vor allem, weil es sich bei Reis und Kartoffeln nicht um Dinge handelt, die eine "Maskierungssucht" auslösen können. Weshalb man sie eben als Einstiegs-Nahrungsmittel auswählen sollte.


Zitat:
So, jetzt aber genug davon. Mittlerweile weiche ich wirklich vom Thema ab, das könnte den Thread kaputt machen.
Wir können uns gerne auslagern, wenn Du Details weiter ausbauen möchtest

Aber ich denke, gerade hier muß auch genau der Unterschied zwischen "Lust" und "Lust" und "Wollen" und "Wollen" klargemacht werden.

Immerhin kannst Du ja bei den ersten Antworten, die noch vor der meinen eingetrudelt sind, sehen, daß schon ganz andere die Erfahrung gemacht haben, daß bei ihnen das Nachgeben der "freudigen Lust" zu sehr viel schnellerer Sättigung führt und gar nicht zum befürchteten Kontrollverlust.
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Alt 14.03.2014, 12:34   #18
Entli
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Entschuldigt bitte eine kurze Zwischenfrage:

Wie gross ist hierbei der Einfluss der TSH-Werte?

Zora sagt, sie hat HT. Ich habe MB und erkenne vieles, was Zora schreibt, wieder.

Muss so etwas nicht auch berücksichtigt werden?
Entli ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.03.2014, 12:40   #19
Zora
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Zitat:
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Entschuldigt bitte eine kurze Zwischenfrage:

Wie gross ist hierbei der Einfluss der TSH-Werte?

Zora sagt, sie hat HT. Ich habe MB und erkenne vieles, was Zora schreibt, wieder.

Muss so etwas nicht auch berücksichtigt werden?

Mein Arzt sagt, wenn die Werte stimmen dann läuft alles ganz normal wie es laufen soll.

Meine Schwankungen kamen nur zustande weil ich unter der Hashimoto an mehreren Entzündungsschüben litt. Das dauerte dann immer eine Weile bis es wieder okay war. Nehme zur Zeit 250 Mikrogramm Euthyrox und bin damit bei meinem Wohlfühlwert von 0,7 etwa.
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Geändert von Zora (14.03.2014 um 12:49 Uhr) Grund: aus mg Mikrogramm gemacht, ich Nuss ich
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Alt 14.03.2014, 12:48   #20
Entli
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Na dann ist ja alles gut. Vielleicht erzählst Du ja bei der nächsten Kontrolle von Deinen Problemen, wenn es sich ergibt? Nur einfach so, zur Sicherheit?

LG
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Alt 14.03.2014, 12:55   #21
Daena
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Tja ich hoff das ich mit meiner Unterfunktion und Hashimoto auch mal da hinkomme.
Das nervt nämlich ganz gewaltig angeblich immer eingestellt zu sein und aber keine Veränderung zu merken.

Unverträglichkeiten, Unter- Überfunktionen alles gut und richtig das herauszufinden, aber man kann trotzdem auch noch eine psychische Komponente dazu haben. Ich spreche da leider aus Erfahrung, das Eine schließt das andere leider nicht aus.
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Alt 14.03.2014, 18:09   #22
sorgenfresser
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Erstmal danke für die zahlreichen Antworten.
Also, sicherlich habe ich ein gestörtes Verhältnis zum Essen. Meine Mutter hat da ganze Arbeit geleistet, Fett böse, Zucker böse, Salz böse. Weißmehl böse, Fleisch böse, böse böse böse,....
Ich komme aus so einer Grünkernbratling, rote Beetesteak Familie.
Das Essen war "gesund" aber nicht lecker.
Irgendwie ging es auch selten um Genuss, eher um Fett und Zucker einsparen, viel Gemüse essen, etc. Essen war fast ein lauernder Feind, der einen nur verführen will.

Aber ich glaube nicht, dass ich eine klassische Essstörung habe. Ich esse auch mal aus Stress oder negativen Gefühlen, kann die inzwischen aber auch ganz gut äußern und abbauen....

Fertigprodukte gibt es bei uns wenig und auch weniger vitaminisierte und aromatisierte Speisen. Aber sicher, einige wenige gibt es noch,.... Maultaschen, Bio Tortelloni, Bio Frühlingsrollen, Frühstückscerealien, Wurstwaren, und Ketchup und sicher, die Süßigkeiten und Salzigkeiten. Ich bin ein echter Biofreak und kaufe das meiste Bio. Da gibt es vieles gar nicht fertig,....

Während meiner Schwangerschaften ging es mir meistens mieser, ich hasse schwanger sein,.... Sagen die Unverträglichkeiten aus der Zeit was aus?

Ich merke schon, dass mich dieses "ist das gesund und macht das dick und ist das zu viel" noch sehr belauert und mich auch immer mal wieder zwischendurch überfällt,.... sehr nervig,....

Mit Hashimoto kann ich auch dienen, scheint weit verbreitet zu sein, die Gute,....
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Alt 14.03.2014, 18:59   #23
MeiersJulchen
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Zitat:
Zitat von sorgenfresser Beitrag anzeigen
Während meiner Schwangerschaften ging es mir meistens mieser, ich hasse schwanger sein,.... Sagen die Unverträglichkeiten aus der Zeit was aus?
Ja. Weil der Körper während der Schwangerschaft massig eigene Antihistamine produziert, um das Kind zu schützen. Da verschwinden plötzlich über Monate hinweg Heuschnupfen, Kreislauf- und vielerlei Verdauungsprobleme.
Aber wenn Du nicht die beschriebenen Unterschiede gespürt hast (die laut Betroffenen wirklich sehr deutlich sind), dann dürftest Du zumindest kein Histaminproblem haben. Ist ja schon mal was

Bleibt der Teil mit der Gesundesserei und Sparerei.
Nur weil etwas Bio ist, ist es nicht automatisch besser. Vor allem weil gerade auf dem Biogebiet das Körnerfresser-Image ohne Sinn und Verstand gnadenlos bedient wird.
Wie Du schon selbst festgestellt hast, schmeckt es Dir meist nicht einmal.
Mache einfach mal eine kleine Inventur in Deinem Speiseplan, was Du wirklich gerne ißt und was Du nur ißt, weil "man" das schließlich tut und die Expertenonkel und -tanten im Fernsehn täglich von nix anderem tratschen.

Ich garantiere Dir, daß Du von dem, was Dir schmeckt, am Ende insgesamt deutlich weniger essen wirst, weil Du es nämlich essen wirst (und kannst!) um satt zu werden - und nicht weil Du es anschließend ißt (sei es als Belohnender Nachschlag oder aus reiner Verzweiflung), wenn Du all den "Muß"-Kram schon in Dich reingezwungen hast.
Wer nicht sofort ißt, was ihm schmeckt, ißt doppelt.
Sieh es doch mal von der Seite: Du sparst damit all die Kalorien der Sachen, die Du eh nicht magst
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Alt 14.03.2014, 19:03   #24
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Dass es im Bio-Bereich vieles nicht fertig gibt, halte ich zwar für ein Gerücht (ich finde da gibt es erschreckend viel und erschreckend merkwürdige Convienience Produkte (Bio-Ketten wie basic oder alnatura führen doch zu gefühlt 50% Fertigproduke) - das aber nur nebenbei.

Das was Du aus Deiner Kinder- und Jugendzeit berichtest fällt im Grunde schon unter die Bezeichnung Essstörung.

Nämlich: Orthorexia Nervosa - der Drang sich möglichst "gesund" zu ernähren => Gefährlich gesund

Zitat daraus:
Zitat:
Die Mahlzeiten sind demnach geprägt vom Verzicht. Nicht der Geschmack, sondern die Qualität der Ernährung steht im Vordergrund. Nur Bioprodukte, kein Fleisch, kein Zucker, kein Fett, nur Rohkost: Die Essensregeln werden immer strenger, die Auswahl an Lebensmitteln kleiner. Können die Regeln nicht eingehalten werden, plagen die Betroffenen Schuldgefühle. Während die Lebensmittel vermeintlich hochwertiger werden, sinkt die Lebensqualität. Der Wunsch, sich gesund zu ernähren, macht krank.
Quelle: Spiegel online

Dass eine solche Erziehung ihre Spuren hinterlassen kann glaube ich schon, auch wenn es bei Dir heute ja natürlich wesentlich lockerer zugeht.
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Alt 14.03.2014, 19:12   #25
Daena
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Zitat:
dass ich eine klassische Essstörung habe
was gehört denn für eine klassische Essstörung für dich dazu?
Nur rein interessehalber wegen dem Begriff "klassisch".

Mir hat es sooo gut getan und ich würde auch keine Grenze bei Fertiggerichten ziehen oder Fastfood o.ä. Für mich war der erste Schritt, das ich alles essen darf wann und wie ich will.

Ohne Konzept und ohne äußere Bewertung zu Essen geht in beide Richtungen, diese Erfahrungen durfte ich dann auch sammeln. Nicht nur die Verbote und Verteufelungen über Bord werfen sondern auch die Vorurteile gegenüber dem achsosupergesundem Essen, das es nicht satt macht z.B. oder das es nicht schmeckt.

Ich durfte und ich darf die Sau raus lassen wann und wie ich will. Das hat bei mir dazu geführt, dass ich neugieriger und offener geworden bin. Und geblieben ist alles, was mir geschmeckt hat, denn das ist tatsächlich das einzige Bewertungskriterium.

Mittlerweile musste ich zwangsweise etwas einschränken, aber diese Grundfreiheit ohne gut und böse zu essen, sondern eher danach worauf ich Lust habe...die erlaubt es mir dann auch, dass ich mich mal nach andren richte oder nach meinen körperlichen Einschränkungen. Das Kind hat sozusagen gelernt zu warten, weil es gelernt hat, dass es mir vertrauen kann, das ichs nich verhungern lassen werde und das es ihm auch schmecken wird.
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Alt 14.03.2014, 20:03   #26
MeiersJulchen
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Zitat:
Zitat von Daena Beitrag anzeigen
Mir hat es sooo gut getan und ich würde auch keine Grenze bei Fertiggerichten ziehen oder Fastfood
Man sollte bei Fertiggerichten durchaus schon unterscheiden, ob es aromatisierte Zutaten sind oder es sich mehr oder weniger um ...hm... "ehrliche Mischungen" handelt (z.B. eine vernünftige Pizza).
Es kann aufgrund der inzwischen völlig kranken Deklarierungspolitik passieren, daß der Hersteller das komplette Rezept umstellt, ohne daß dafür auch nur die kleinste Änderung der Zutatenlisten notwendig ist.
Es ist leider wirklich so, daß es heutzutage absolut legal ist, Geschmacksverstärker unter dem Oberbegriff Aroma zusammenzufassen.
Was früher armlang einzeln aufgelistet werden und mit viel Kreativität und geschönt unter "Hefeextrakt" oder "Milcheiweißerzeugnis" versteckt werden mußte, nennt sich nun eben *bämm* "Aroma". Genauso wie Erdbeergeschmack im Joghurt oder Vanillin.

Schon mal auf eine Packung der führenden Marke Pfefferminzkaugummi geschaut? Da steht nicht mehr "Minze" o.ä. in den Zutaten. Nene, da steht heute "Aroma". Kannst Du Dir sonstwas drunter vorstellen. Die müssen da nicht einmal mehr richtiges Öl reintun und man kann sie trotzdem nicht dafür verklagen.

Was ich eigentlich sagen will:
Grade für ...öhm... "Anfänger", die gerade erst (wieder) anfangen, sich auf sich selbst verlassen zu wollen und nicht allzu erfahren in Sachen Geschmackswahrnehmung sind, kann so eine Unsicherheit hinsichtlich fliegender Rezeptwechsel ein Stolperstein sein.
Eben hat's noch geschmeckt und jetzt plötzlich nicht mehr. Komisch.

Wenn man schon "gefestigter" ist, sagt man sich dann viel eher "Scheiße, was haben die denn gemacht." anstatt vielleicht "Egal, hat immer geschmeckt, Liste ist auch dieselbe, also rein damit."

Geändert von MeiersJulchen (14.03.2014 um 20:11 Uhr)
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Alt 14.03.2014, 20:19   #27
sorgenfresser
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Ja, der Bio Sektor ist schon ziemlich Rohkost und Körner- lastig,.... oder kann es sein. Ich beziehe mein Bio zum größten Teil über eine Biokiste und den Standard Supermarkt. Da gibt es kaum Bio Fertiggerichte. Ich wohne im tiefsten Dorf, hier gibt es leider keine Bioläden.
Ich kauf Bio zum einen aus Tierschutz und Qualitätsgründen bei tierischen Produkte und zum anderen der Nachhaltigkeit wegen.

Aroma und Zusatzstoffe sind bei Bio etwas besser geregelt, wenn auch nicht immer gut,... generell versuche ich solche Dinge zu vermeiden, ich lese Zutatenlisten recht oft und genau durch.

Ich versuche ja herauszufinden was mir schmeckt, nur ist das irgendwie gar nicht mal so einfach! Gibt es da gute Vorgehensweisen?

Wow, ich dachte mir immer, dass meine Mutter einen Knall hat was das Essen angeht! Ich wusste nicht, dass es dafür sogar einen Begriff gibt, danke! Ich glaube ich habe da zwar einen Schaden davon getragen, aber ich denke der ist nicht so dramatisch (diese Stimmen in meinem Kopf....)
Oder doch? Hm, ich werde nochmal genauer in mich horchen,....


Klassische Essstörungen sind für mich die bekanntesten, Bulimie, Magersucht, Fettsucht, Fressattacken, ....
Weniger klassisch sind die, die mit dem gesunden Ernährungswahn ,....

Ja, das Kind in mir braucht wohl auch noch eine große Spielwiese zum Austoben,... oder auch als Trotzreaktion auf dieses kranke Essverhalten früher, ätsch -bätsch Mama, ich esse das trotzdem,..

Es bringt mich wirklich weiter, dieser Austausch mit euch! Toll!
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Alt 14.03.2014, 20:53   #28
Daena
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Also so als kleine Zusatzinformation
Es gibt Esssucht bzw Binge eating Disorder (Essanfälle ohne Gegenregulation). Es gibt auch noch Night eating syndrom das berühmte anfallsartige, fast schlafwandlerische zum Kühlschrankgehen in der Nacht.
Auch bei Esssucht gibts unterschiedliche Typen. Manche "grasen" sprich befinden sich in einer art permanentem Überessen. Sozusagen wie Pegeltrinker. Andre wiederum überessen anfallsartig. Bulimie ist grob gefasst Essanfälle mit Gegenregulation. Feiner definiert ist atypische Bulimie Essanfall mit Gegenregulation ohne erbrechen. Sprich Diäten, Hungern exzessiver Sport oder Abführmittel.

Zitat:
Ich versuche ja herauszufinden was mir schmeckt, nur ist das irgendwie gar nicht mal so einfach! Gibt es da gute Vorgehensweisen?
Ganz ehrlich?
Ich sehe sogar die große Gefahr, dass du jeden Ratschlag wieder als Konzept/Anleitung nimmst und dich versuchst so perfekt wie möglich dran zu halten. Und im Gegenzug dann auch wieder bestrafst und runterziehst, wenn du dem dann nicht entsprichst.

Ich nehme deine erste Frage sehr Ernst und da ging es dir darum, genau diese ganzen Gedanken mal loszuwerden.
Ergo, iss wonach dir ist! Und zwar völlig egal ob Bio oder nicht Fertiggericht oder Fastfood, ob authentisch oder nicht xyz... Versuch mal nicht jede Zutatenliste zu studieren, oder Menge abzuschätzen. Richte dich erstmal rein danach obs dir schmeckt und ob du dich satt fühlst(allein das ist oft ja schon ne Herausforderung). Und wenn das nur Zeug ist, was du nicht gut findest, dann isses so. Es ging dir doch letztendlich drum diese ganzen Bewertungen aus deinem Kopf zu kriegen, die dir einbläuen, dass du bist was du isst, sprich wenn du etwas isst, wovon du denkst das es nicht gut ist... du dich deshalb auch schlecht fühlst.

Versuch doch erstmal dich wirklich dadrauf einzulassen. Allein das ist schon schwierig und spannend. Und du wirst merken, dass du vielleicht an Sachen überdrüssig wirst, wo du vorher immer dachtest, du würdest das ewig so weiteressen. Und selbst wenn es nicht so ist, wenn es so bleibt das du immer das gleiche isst z.B. oder immer etwas was dir im nachhinein doch nicht gut tut. Dann kannst du zumindest den Kreis enger ziehen um das worum du vielleicht wirklich nen Bogen machen musst.

Also mein einziger Tipp probiers für dich ganz allein aus du darfst auch unkorrekt sein! Das ist für mich herausfinden, nimm dir das was dich anlächelt, ess es und entweder es schmeckt oder nicht. Ich hab ja eher das Gefühl, dass dieses "herausfinden was mir schmeckt" noch mehr damit zu tun hat "herausfinden, was mir schmecken darf".

Geändert von Daena (14.03.2014 um 21:14 Uhr)
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Alt 14.03.2014, 20:59   #29
MeiersJulchen
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Zitat von sorgenfresser Beitrag anzeigen
Ich versuche ja herauszufinden was mir schmeckt, nur ist das irgendwie gar nicht mal so einfach! Gibt es da gute Vorgehensweisen?
Wenn etwas wirklich nicht schmeckt, dann gibt es recht eindeutige Zeichen, die über die eigentliche Geschmackswahrnehmung weit hinausgehen.
Das einfachste Zeichen ist natürlich, wenn man etwas sofort auspuckt, weil es einfach eklig ist. Aber so ist es beileibe nicht immer. Das schleicht sich regelrecht ein.
Oft fängt es damit an, daß das Essen einfach langweilig ist/wird. Es kommt einem vor, als "müßte da noch was ran". Oder man begräbt es unter Soßen und Belägen.
Und schon wenige Tage später kommt einem auch das fad vor und man beginnt im fliegenden Wechsel nach "Verfeinerungen" oder "Abwechslung" zu suchen.
Am Ende macht das Essen nicht mehr richtig satt. Man hat endlos Rezeptbücher und die exotischste Gewürzsammlung und kann doch mit alldem kaum mehr was anfangen, weil alles schon durchprobiert ist und auf Dauer doch nicht befriedigen konnte.

Daß es dieses Phänomen gibt kannst Du live und in Farbe in jedem Supermarkt beobachten.
Versuche mal einen Überblick zu behalten wieviel Geschmackssorten von beliebigen Dingen innerhalb von Monaten aus den Regalen verschwinden und immer neue Sorten beworben werden. Welchen reißenden Absatz immer neue Rezeptbücher finden oder wie man sich vor Kochshows überhaupt gar nicht mehr retten kann.
Der Grund ist simpel: Es wird den Leuten fad. Es wird in der bestehenden Form nicht mehr gekauft.
Dagegen gibt es aber Produkte, die buchstäblich seit Jahrzehnten ohne Änderung auf dem Markt sind und offensichtlich keine Absatzschwierigkeiten haben. Althergerbachte Brot- und Käsesorten. Molkenfreies weißes Joghurt. Und noch einiges mehr, wo nicht dran rumgemacht wird. Komisch, oder? Eintönigkeit/Gleichförmigkeit kann jedenfalls nicht die Ursache dieser Langeweile sein.
Wie schon erwähnt schreibt Udo Pollmer buchstäblich ganze Bücher über dieses Thema.

Wenn Du Deinem ganz persönlichen Geschmackempfinden wirklich auf den Grund gehen willst, dann probiere folgendes:
Nimm z.B. ein Stück trockenes Brot und kaue darauf herum.
Es können dann 2 Dinge passieren.
Entweder wird das Zeug immer pappiger und pappiger (es können auch sehr unangenehm scharfe Noten wie Benzin o.ä. auftreten) und der Klumpen scheinbar immer größer und größer und der Mund immer trockener, so daß an Runterschlucken gar nicht mehr zu denken ist.
Oder Dir läuft buchstäblich das Wasser im Mund zusammen, mit jeder Kaubewegung entfaltet sich ein neues Aroma, das Schlucken macht auch ohne Trinken keinerlei Probleme und man kann ebenso ohne Probleme einen zweiten Bissen nehmen.

Probiere dies mit allen möglichen Lebensmitteln und Sorten und schau was passiert.

Leider ist man anfangs noch so gedrillt, daß man sich viel eher sagt "Ach was, wenn ich das und das draufschmiere, dann krieg ich es schon runter." Aber genau das ist falsch. Was der Körper nicht haben will, will er nicht haben. In keiner Form und schon gar nicht versteckt. Lange bescheißen läßt er sich nicht. Siehe die häufigen Produktwechsel im Supermarkt und die eigene überbordende Rezeptesammlung.

Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, daß Dir alle Sachen, die diesen Test bestehen, auch noch in der nächsten Woche und im nächsten Monat schmecken werden. Unverändert und ohne Tricks.

Geändert von MeiersJulchen (14.03.2014 um 21:05 Uhr)
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Alt 14.03.2014, 23:14   #30
Jenny87
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Zitat von sorgenfresser Beitrag anzeigen
Meine Frage und auch große Angst ist,
nimmt man denn nicht unendlich zu, wenn man einfach isst wie man Hunger und Lust hat?
Ich glaube das kann man nicht pauschal beantworten, weil es halt auch von der Person abhängt und was und vor allem wie viel sie dann tatsächlich isst.
Meine eigene Erfahrung mit diesem Ernährungsstil ist schon die , dass ich leider immer dicker werde. Nicht schnell, sondern eher schleichend und ich bin gut darin es zu verdrängen. Es ist mir nicht völlig egal, aber ich konfrontiere mich nicht damit.
Wobei ich auch zugenommen habe, als ich das noch gemacht habe und z.b oft tagelang keine Süssigkeiten gegessen habe um sie dann doch zu essen. Dann ganz viel auf einmal. Sowas mache ich heute nicht mehr, mein Umgang mit Nahrung ist normaler geworden, kein Heisshunger mehr auf irgendwas, weil ich alles jederzeit essen kann. Ich habe mein Gewicht nicht mit Diäten, Kur, Ernährungsberatung usw. in den Griff bekommen und will jetzt einfach mein Essen genießen. Wenn ich schon dick bin , dann soll es mir wenigstens auch schmecken und das tut es.
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Alt 15.03.2014, 04:17   #31
Candyqueen
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Zitat von Zora Beitrag anzeigen
Die Unterzuckerung ist gemessen (benutze manchmal die Teststäbchen von meinem Partner der Diabetiker ist) ich liege in diesen Momenten meist um die 50 oder auch mal knapp darunter, für mein Wohlbefinden zu wenig.
Ich bin Diabetikerin und bei einem Blutzucker von 50 wäre ich schon umgekippt. Bei mir sollte er nicht unter 70 fallen, sonst bekomme ich Schweißausbrüche und fange an zu zittern.

Durch meinen Diabetes habe ich essenstechnisch keine allzu großen Einschränkungen und kann weitestgehend essen, was ich möchte. Durch meine Autoimmunerkrankung vertrage ich allerdings einige Sachen nicht.

Ich esse nur, was mir auch wirklich schmeckt und auch soviel ich möchte bzw. bis ich satt bin. Bis vor einiger Zeit hatte ich auch immer diese kleine Stimme im Hinterkopf die mir sagte "das darfst du nicht essen, davon wirst du noch dicker" aber nachdem ich irgendwann beschlossen hatte, sie zu ignorieren, meldet sie sich mittlerweile kaum noch.

Hatte auch zuerst Angst, dann unheimlich zuzunehmen, aber mein Gewicht hat sich auf einem gewissen Level eingependelt. Und dadurch, dass der Druck dieser inneren Stimme weg ist, geht es mir seelisch viel besser. Wenn ich zunehme liegt es bei mir auch eher an mangelnder Bewegung und vor allem am Cortison.
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Alt 15.03.2014, 11:48   #32
sorgenfresser
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Also, was ich bis jetzt weiß, ich mag Butter sehr gerne,... es reicht mir vollkommen ein reines Butterbrot zu essen,...
Ab und zu habe ich enormen Salzbedarf und esse dann ein Salzbutterbrot.

Haselnüsse pur schmecken mir nicht und folglich sollte ich auch HaselnussSchokoCreme meiden?

Ich würde mir auch Fertiggerichte kaufen wenn ich sie begehre, allerdings hatte ich danach noch kein Verlangen. Das letzte verursachte ein Brennen im Mund,...
Süßes und Salziges haben wir seit paar Wochen so geregelt, dass freitags das Wochenkontingent von allen gekauft wird und gut. Quasi eine Sache aussuchen und mehr nicht. Überraschenderweise komme ich da gut mit klar und habe keinerlei Verlangen. Wenn jedoch mehr da ist, muss ich das auch essen,....

Ich habe ein feines Näschen, vermutlich kann ich mich schon danach richten, was ich nicht riechen kann?
Und wenn ich es gegart aber nicht roh mag, wäre auch Ok? Wobei es mir eher so geht, dass ich das meiste lieber roh mag.
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Alt 15.03.2014, 12:45   #33
Daena
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Ok, also was möchtest du denn jetzt genau? Gilt die Anfangsfrage noch?
Ein neues/anderes Ernährungskonzept, oder "essen was man will und wieviel man will"? Denn das beißt sich grad für mich ein bisschen, zum Letzteren braucht man meines erachtens keinerlei Anleitungen, das probiert man dann ganz allein für sich aus.

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Alt 15.03.2014, 13:41   #34
Hayat
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Essen was man wirklich will, so einfach, so unendlich schwierig.
Bei dir sorgenfresserchen war ja schon von Kindesbeinen an der Gedanke eingepflanzt worden, dass man nicht isst, was man möchte oder braucht, sondern was "gut" und "richtig" ist, als reine Kopfentscheidung. Damit schafft man es recht zielgerichtet sich jegliches natürliche Empfinden für die eigenen Bedürfnisse abzutrainieren.

Dein letzter Post verwirrt mich etwas, bist du jetzt irgendwie doch wieder bei bestimmten Regeln gelandet (es klingt ein wenig nach den Empfehlungen der Suchdiät?), weil du nun wissen willst, was du darfst und was nicht?

Ich bin da ganz bei daena, solche Überlegungen finde ich, wenn man ganz frisch dabei ist seine Bedürfnisse (wieder) zu entdecken eher kontraproduktiv.

Bei mir hat es Jahre gedauert, bis ich ein regelmäßiges, unaufgeregtes Essverhalten entwickeln konnte. Ich habe dabei zunächst einiges an Gewicht verloren, in letzter Zeit ging es aber wieder leicht bergauf.
Das kann ich aber ganz gut akzeptieren, es waren zwar anfangs wieder die bekannten Panikgefühle dabei und der Drang zur Kontrolle, aber da ich mit meinem Essverhalten auch ein großes Stück Lebensqualität verbinde, welches ich nicht aufgeben mochte, konnte ich das überwinden.
Ich schätze, ich bin gerade dabei mich auf ein Gewicht einzupendeln.

Aber viel viel wichtiger als das Gewicht ist das Gefühl einer wachsenden inneren Ruhe und Beständigkeit, was das Essen und andere Lebensstilentscheidungen angeht. Es ist nicht perfekt und ich bin noch lange nicht da angekommen, wo ich hinwill, aber es macht wieder Spaß, den Weg zu gehen und ist nichtmehr nur eine Qual.
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Alt 15.03.2014, 13:46   #35
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Vielleicht ist das so wie mit den Leuten, die in einer Schokoladenfabrik arbeiten. Die schlagen anfangs richtig zu, können den Süsskram irgendwann nicht mehr sehen, finden nach einiger Zeit jedoch wieder den Genuss daran, aber in sehr viel geringerer Menge.

Das weiss ich von Leuten, die seit Jahren bei der Firma arbeiten, wo der Goldhase mit dem Glöckchen hergestellt wird.
Entli ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.03.2014, 14:16   #36
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Ein gesundes Sättigungsgefühl hat mit Überdruß nicht das Geringste zu tun.
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Alt 15.03.2014, 14:52   #37
Candyqueen
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Zitat:
Zitat von Entli Beitrag anzeigen
Vielleicht ist das so wie mit den Leuten, die in einer Schokoladenfabrik arbeiten. Die schlagen anfangs richtig zu, können den Süsskram irgendwann nicht mehr sehen, finden nach einiger Zeit jedoch wieder den Genuss daran, aber in sehr viel geringerer Menge.

Das weiss ich von Leuten, die seit Jahren bei der Firma arbeiten, wo der Goldhase mit dem Glöckchen hergestellt wird.
Dieses Phänomen kenne ich auch. Ich habe während meiner Schulzeit in den Ferien in einer Schokoladenfabrik gearbeitet. Da roch es den ganzen Tag extrem nach Schoki und wir durften essen, so viel wir wollten. Das war die ersten zwei Tage toll, danach verkehrte sich das ins Gegenteil. Ich hab danach monatelang gar keine Schokolade mehr gegessen, konnte sie nicht mal mehr riechen. Mittlerweile kann ich sie - in Maßen - wieder genießen.
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Alt 15.03.2014, 14:57   #38
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Zitat:
Zitat von MeiersJulchen Beitrag anzeigen
Ein gesundes Sättigungsgefühl hat mit Überdruß nicht das Geringste zu tun.
Kann ich nur bestätigen, denn nachdem ich meine Histamin-Intoleranz erkannte und mein Essen darauf einstellte, musste ich nicht mehr suchend vor dem offenen Kühlschrank stehen. Heute kann ich mich satt essen und mir ist weder schlecht nach dem Essen noch muss ich mich bei irgendwelchen Nahrungsmitteln (die ich vertrage und mag) einschränken.
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Alt 15.03.2014, 15:09   #39
Hayat
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Zitat:
Zitat von MeiersJulchen
Ein gesundes Sättigungsgefühl hat mit Überdruß nicht das Geringste zu tun.
Selbstverständlich nicht.
Aber der Weg dahin, überhaupt ein natürliches Sättigungsgefühl zu entwickeln kann auf vielfältige Weise passieren.
Ich habe das mit mir selbst schon so gehandhabt, dass ich mir erlaubt habe soviel wie ich will von einer Sache zu essen, auch bis mir schlecht war. Das habe ich viele Male durchgezogen, bis ich irgendwann es gutsein lassen konnte.
Manchmal hat das dazugeführt, dass ich bestimmte Dinge heute gar nicht mehr esse (billige Chips z.B.), weil sie mir nicht mehr schmecken. Andere Sachen esse ich immernoch gern, aber mir reicht heute weniger.

Es sind doch verschiedene Herangehensweisen ok, oder?
__________________
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Alt 15.03.2014, 15:53   #40
MeiersJulchen
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Zitat:
Zitat von Hayat Beitrag anzeigen
Aber der Weg dahin, überhaupt ein natürliches Sättigungsgefühl zu entwickeln kann auf vielfältige Weise passieren.
Natürlich.

Ich möchte nur (nochmal) auf die Relevanz aufmerksam machen, daß dieser Überdruß zu einem sehr großen Anteil auf der Fähigkeit des Körpers beruht, Abneigung zu signalisieren.
Nur wird dieses Signal gerne ignoriert oder bewußt unterdrückt, wenn es sich bei den betroffenen Sachen um Lebensmittel handelt, die einem regelrecht als "Muß" der täglichen Ernährung eingehämmert werden.

Abneigung bei Dingen zuzulassen, die sowieso in so gut wie allen Vorschriften "verboten" sind, und sie zu meiden, ist da schon um einiges einfacher als genau dieselbe Konsequenz für gesund-deklarierten Kram zu ziehen.
Das kann zu erheblich Irrungen und Wirrungen (auch gesellschaftlicher Art) führen bis man an dem springenden Punkt angekommen ist. Diese erwarteten, aber widersprüchlichen, Handlungsweisen sind es, die einen völlig fertig machen.

Man muß heutzutage schon zu regelrechten philosophischen Hammelsprüngen fähig sein oder sich in einer echten Verzweiflungslage befinden, um sich dazu durchzuringen, es auch mit ebendiesen sakrosankten Nahrungsmitteln "gut sein lassen zu können".

Zitat:
Manchmal hat das dazugeführt, dass ich bestimmte Dinge heute gar nicht mehr esse (billige Chips z.B.), weil sie mir nicht mehr schmecken.
Gemerkt?
Sobald man das mit der Sättigung wirklich funktioniert, dominiert bei der Auswahl einzig der sofortige Geschmacksreiz nach einem einzigen Bissen, nicht der einsetzende Überdruß nach einer Riesenportion.
Schlechten Geschmack muß man sich weder motivationsbedingt einreden noch sich die betroffenen Sachen vorsätzlich schlechtreden.
Ebensowenig muß man sich guten Geschmack herbeireden für jene Dinge, die einen wirklich satt machen.

Und solange man dies auch für - von anderen - gutgeredete Dinge so hält, wird es wunderbar funktionieren.
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