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Ernährung
Erfahrungsaustausch und Diskussion zu gesunder Ernährung. Bitte beachtet bei diesem Thema die Forenregeln ganz besonders.

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Alt 11.07.2012, 10:21   #1
mandan69
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Standard Ernährungsberatungsvortrag beim Arbeitgeber

Hallo Ihr Lieben,

ich glaube, ich hatte einen Riecher dafür. Der ganze Vortrag gestern zu Kosten und Lasten des Arbeitgebers war was für die Katz. Zumindest was das Thema Ernährung angeht.

Die Dame war auf dem Körnertrip, was für den einen oder anderen ja vielleicht in Ordnung ist, aber es waren viele Anfänger in Sachen Ernährungsberatung da und die verstanden auch nach gezieltem Nachfragen nur Bahnhof. Lebens- und Nahrungsmittel wurden in 6 Kategorien eingereiht, Eiweiß verteufelt, mit Stevia konnte sie nichts anfangen und Fragen wurden ausweichend und mit ihrem Konzept beantwortet. Also nix für mandan bzw. für die Kollegen aus dem Betrieb, von denen einige sogar ihre Ehefrauen mitgebracht hatten.

Der Fitneß Coach war da schon eine ganz andere Marke. Da die Gruppe ihre Hauptbeschwerden mit Rückenschmerzen angab, hat er uns allen ein paar kleine Übungen gezeigt, die man sowohl in der Produktion als auch im Büro machen kann, um Muskelverkürzungen im Brustbereich zu vermeiden oder aber mal einen Rundrücken zu machen, um die Lendenwirbelsäule zu entlasten. Das war effektiv, konnte jeder nachvollziehen und ist für jeden in der Praxis anwendbar.

Zum Abschluß hatte die Ernährungsberatungsdame noch ein kleines Probierbuffet für uns alle aufgebaut. Die Dipps waren ja ganz nett, aber ich brauche weder geschrottete Haferflocken, noch Dinkel und das gleich in allen Lebensmitteln. Es gab auch kleine Frikadellen und Mini-Lamacun, aber eben alles mit Dinkel, so daß alles gleich schmeckte. Für mich war das nichts.

Fazit: ein gesunder Umgang mit allen zur Verfügung stehenden Lebensmitteln in Anlehnung an die Ernährungspyramide der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und eine Mangel- oder Fehlernährung kann ausgeschlossen werden. Nun noch das richtige Maß für sich selber finden und der Drops ist gelutscht!
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Alt 11.07.2012, 10:32   #2
MeiersJulchen
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Zitat:
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geschrottete Haferflocken
Das ist ja furchtbar. Gab's für die armen Dinger wenigstens eine Prämie?
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Alt 11.07.2012, 10:35   #3
Scottishlass
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Oh Mann dabei kann man mit Dinkel viele leckere UND abwechselungsreiche Dinge machen, wenn man nur verschiedene Kräuter, Gewürze und auch Marinaden benutzt.

Die Dame war wirklich eine Fehlinvestition eures Betriebes, schade.
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Alt 11.07.2012, 10:41   #4
mandan69
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Zitat:
Zitat von MeiersJulchen Beitrag anzeigen
Das ist ja furchtbar. Gab's für die armen Dinger wenigstens eine Prämie?
Mal wieder zuviel Buchstaben im Hirn! Ne, leider nicht, dann hätte ich heute morgen hier einen Beutel in die Produktion gegeben!
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Alt 11.07.2012, 10:43   #5
MeiersJulchen
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Zitat:
Zitat von Scottishlass Beitrag anzeigen
wenn man nur verschiedene Kräuter, Gewürze und auch Marinaden benutzt.
Achtung erhobener Finger:
Was man am Ende nur noch runterkriegt, weil man's ja so schön unter Haufen von Zutaten und Soßen begraben kann, sollte man besser vom Speiseplan streichen.
Vielmehr ist dieser Halbsatz, den man immer wieder in Verbindung mit "gesunder" Ernährung zu hören bekommt, das sicherste Zeichen, daß die gewählte Ernährungsform für den betroffenen Esser zu allem anderen, aber garantiert nicht zu den erhofften gesunden Auswirkungen führen wird.
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Alt 11.07.2012, 10:52   #6
mandan69
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Saucen, Kräuter, Gewürze und Dipps machen bestimmt das eine oder andere Lebensmittel leckerer, aber wenn ich mich doch mit Körnern ernähren will, dann doch nicht, weil ich überall noch was draufschmieren muß.

Der eine oder andere kann nun mal eben nichts damit anfangen. Es ist ja nicht so, daß ich das alles von Anfang bis Ende verteufele, aber ich kann mir ungekochten gequollenen Brei aus Dinkel oder Quinoa nun mal nicht vorstellen geschweige denn runterkriegen. Wohingegen ich Grießbrei total gerne mag und den auch selber oft und gerne koche. Ich mag auch Haferflocken mit Milch, sowohl warm als auch kalt, aber für mich muß zumindest in der kalten Variante ein bisschen Kakaopulver dran sein. So hat eben jeder Gott sei Dank seine Vorlieben.

Ich halte nur dies für den Einsteiger in eine Ernährungsberatung als nicht wirklich gelungen, denn eigentlich wollten alle ein bisschen mehr über "gesunde" und "richtige" Ernährungsweise erfahren und kriegten stattdessen Körner im wahrsten Sinne des Wortes aufgetischt. Wir haben alle alles probiert, aber wie gesagt, für die meisten war das nichts.

Wir hatten auch eher gedacht, daß wir nun mal in der Kantine leichteres Essen kriegen würden, nicht immer nur Paniertes, Frittiertes oder den Salat schon mit Mayo angemacht. Nee, Pustekuchen. Aber ich arbeite dran!
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Alt 11.07.2012, 11:01   #7
KerstinN
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das mit den leichten übungen am arbeitsplatz zur entlastung des rückens find ich soweit ganz gut. gabs auch mal in der firma, in der ich vorher gearbeitet hatte, eine trainingseinheit für rückengeschundene!

nur leider kaum nachmachbar am arbeitsplatz...weil nicht jeder hat seine isomatte immer dabei gehabt
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Was deinem Partner lieb und teuer, ergibt das schönste Osterfeuer.Wenn Blumen Nachbars Beete zieren, musst du es mit Gift probieren.
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Alt 11.07.2012, 11:27   #8
Scottishlass
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Zitat:
Zitat von MeiersJulchen Beitrag anzeigen
Achtung erhobener Finger:
Was man am Ende nur noch runterkriegt, weil man's ja so schön unter Haufen von Zutaten und Soßen begraben kann, sollte man besser vom Speiseplan streichen.
Vielmehr ist dieser Halbsatz, den man immer wieder in Verbindung mit "gesunder" Ernährung zu hören bekommt, das sicherste Zeichen, daß die gewählte Ernährungsform für den betroffenen Esser zu allem anderen, aber garantiert nicht zu den erhofften gesunden Auswirkungen führen wird.
Ich meinte mit Marinaden auch nicht Sossen oder so. Zum Beispiel mache ich gerne Dinkelbratlinge. Die meisten, die so etwas probieren kaufen sich aus Zeitgründen meist die vorgefertigten Mischungen und sind dann total angewidert von dem Zeugs (was ich absolut nachvollziehen kann).
Wenn man aber Bratlinge selbst macht, mit Zwiebeln, ein paar Krautern wie Petersilie und Schnittlauch, die Bratlinge dann in gutem Oliven- oder Sonnenblumenöl brät, sind sie lecker und eine schmackhafte Alternative zu Frikadellen, wenn man denn so will.
Was ich meinte war, dass man eine Ernährungsumstellung nur dann bei anderen erwirken kann, wenn man wirklich leckere Sachen macht, die dem Geschmack des Mainstreams entsprechen und nicht Dinge anrichtet, wo schon bei dem Durchlesen der Beschreibung bzw. beim Anblick einem Übel wird und das ganze nach GESUND!!! schreit.
Und zwar gesund im negativen Sinne.
Dann macht eine Ernährungsumstellung absolut keinen Spaß.
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Alt 11.07.2012, 11:54   #9
House M.D.
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Zitat:
Zitat von mandan69
Die Dame war auf dem Körnertrip, was für den einen oder anderen ja vielleicht in Ordnung ist, aber es waren viele Anfänger in Sachen Ernährungsberatung da und die verstanden auch nach gezieltem Nachfragen nur Bahnhof. Lebens- und Nahrungsmittel wurden in 6 Kategorien eingereiht, Eiweiß verteufelt, mit Stevia konnte sie nichts anfangen und Fragen wurden ausweichend und mit ihrem Konzept beantwortet.
Das liegt daran, dass die reisenden Damen und Herren Berater (trifft nicht nur auf Ernährungscoaches zu) sich meist an einem (ihrem) Konzept festkrallen und in Wirklichkeit gar nicht so umfassend gebildet sind, wie sie es vorgeben zu sein. Da sind Randfragen meist störend. Außerdem muss immer irgendetwas Neues am Essen schlecht sein. Das Publikum will schließlich schockiert werden, damit es nachher das gute Gefühl hat, nun besser informiert zu sein. Mit ollen Kamellen erreicht mal ja keine Aha-Effekte mehr.

Zitat:
Es gab auch kleine Frikadellen und Mini-Lamacun, aber eben alles mit Dinkel, so daß alles gleich schmeckte. Für mich war das nichts.
Geschmack zu uniformieren scheint nach deinen Angaben noch heute die Königsdisziplin von diesen Leuten zu sein. Ich habe mal vor langer, langer Zeit ein Kochbuch - es waren eigentlich nur kopierte, geheftete DIN A4 Blätter - aus einer Klinik mitbekommen, in der ich mal war.

Die Rezepte stammten allesamt von den Diätassistenten/Ernährungsberatern der Klinik und sollten dafür sorgen, dass die Patienten auch nach dem Aufenthalt dort möglichst viel Gewicht verlieren und ihre 1200 kcal-Diät einhalten. Ich, damals noch in dem Wahn mit Gewalt möglichst viel abnehmen zu wollen, habe dann zu Hause eine ganze Zeit danach gekocht.

Irgendwann war es einfach unerträglich. Egal welches Rezept, egal welche Zutaten: Am Ende schmeckte alles gleich. Es war so, als gäbe es plötzlich den Geschmack "Diät". Als mir dann auch noch nach etwas kräftigerer körperlicher Betätigung regelmäßig schwindelig wurde, da ich mich vermutlich am Rande des Unterzuckers bewegte, habe ich das Kochen nach diesen Rezepten sehr schnell wieder aufgegeben.

Das ganze ist wirklich schon lange her, aber noch heute verweigere ich die Nahrungsaufnahme, wenn Essen so schmeckt oder riecht wie damals.
__________________

And now for something completely different...
(Monty Python)
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Alt 11.07.2012, 11:56   #10
MeiersJulchen
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Zitat:
Zitat von Scottishlass Beitrag anzeigen
mit Zwiebeln, ein paar Krautern wie Petersilie und Schnittlauch, die Bratlinge dann in gutem Oliven- oder Sonnenblumenöl brät
Der Punkt ist:
Würdest Du sie mit derselben Freude essen, wenn Du nichts weiter als Wasser und Salz (und ggf. Eier etc für den Zusammenhalt) verwenden würdest? Hast Du das mal probiert?
Wenn ja, was war das Ergebnis dieses Experiments?
Falls nein, hast Du ein festes Rezept bezüglich der Extrazutaten, an dem Du nie die Lust verlierst oder variierst Du regelmäßig, weil es andernfalls ja langweilig würde?

Zitat:
dass man eine Ernährungsumstellung nur dann bei anderen erwirken kann, wenn man wirklich leckere Sachen macht, die dem Geschmack des Mainstreams entsprechen
Und ich denke vielmehr, daß eine Ernährungsumstellung ausschließlich dann erfolgreich sein wird, wenn man den Mainstream links liegen läßt und sich nur daran orientiert, was dem eigenen Geschmack entspricht.
Guter Geschmack (die sensorische Empfindung eines solchen) ist nämlich das positive Feedback des eigenen Körpers, ob er mit der Nahrung gut klarkommt. Wogegen "langweilige" Rezepte, die ständig mit allem Möglichen variiert werden müssen, ein Zeichen dafür sind, daß zumindest eine ihrer Zutaten unerwünscht oder gar unzuträglich ist.
Diese Entscheidung kann der Mainstream nicht fällen. Obwohl ich ja schon täglich auf die Einrichtung einer Hotline warte "Rufen sie uns an und wir sagen Ihnen, wie es Ihnen geschmeckt hat."

Eine erfolgreiche Umstellung erkennt man daran, daß man nach spätestens 6 Wochen mit dem neuen Speiseplan mindestens genauso zufrieden und entspannt fühlt wie mit dem alten.
Ich habe mich damals jedenfalls sehr gewundert, wie leicht mir mein "neues Essen" fällt und daß "Mangel"-Erscheinungen und Heißhunger völlig verschwanden, obwohl ich mich allergie/unverträglichkeitsbedingt extrem einschränken mußte. Dabei benutze ich seit nun schon 8 Jahren weder Kräuter noch Gewürze und empfinde die Gerichte als noch genauso schmackhaft wie am ersten Tag. Das ist umso erstaunlicher, weil das damals nur eine reine Verzweiflungstat war und ich die ersten 2 Jahre überhaupt keine Erklärung dafür hatte, wieso es so unglaublich glatt über die Bühne ging.

PS: Auch Dinge wo GESUND draufsteht, können schmecken Man sollte sich einfach nicht beeinflussen lassen. Weder aus blanker Zurschaustellung von Kooperationswillen, noch aus Trotz.
Es könnten einem sonst gute Quellen entgehen, mit den der eigene Körper wirklich etwas anfangen kann. Als einzige Bedingung gilt der gleichbleibend gute Geschmackseindruck sowie das Nichteintreten von "Langeweile".

Geändert von MeiersJulchen (11.07.2012 um 12:02 Uhr)
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Alt 11.07.2012, 12:18   #11
MeiersJulchen
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Zitat:
Zitat von House M.D. Beitrag anzeigen
Das liegt daran, dass die reisenden Damen und Herren Berater (trifft nicht nur auf Ernährungscoaches zu) sich meist an einem (ihrem) Konzept festkrallen und in Wirklichkeit gar nicht so umfassend gebildet sind, wie sie es vorgeben zu sein.
Ich komm ja immer noch nicht über die letzjährige Episode mit den beiden "Profis" im Krankenhaus hinweg, die nicht einmal unzweifelhaft feststehendes Grundwissen zur Nahrungsmittelherstellung besaßen.
"Süßrahmbutter ist normale Butter mit 1% Zucker" *
Und das mit einer solchen Überzeugung, daß mir alles aus dem Gesicht fiel.

Simples Lesen (und Verstehen) war auch nicht deren Stärke. Man versicherte mir, daß es sich im KH eben nicht um "gesäurte" Butter handelte.
Das stimmte dann irgendwie auch - wie ich bei der Essensausgabe festgestellt habe. Auf den Päckchen stand tatsächlich nichts von "gesäuert" - nur von "mildgesäuert". Das ist natürlich ein Unterschied. Kann ja mal passieren, gelle?

Wenn man davon ausgeht, daß sich Krankenhäuser dann noch die Jahrgangsbesten oder so aussuchen, um sie anzustellen, darf man sich gerne ausmalen, welche Qualifikationen von "beratenden Vorlesern" man dann in freier Wildbahn antreffen wird.



* Nur zur Info:
Süßrahm ist die Grundform der Butter, die direkt nach dem rein mechanischen Verbuttern von frischem Milchrahm vorliegt.
"Normale" Butter ist dagegen Süßrahmbutter, die - ähnlich wie Joghurt - mit Bakterien leicht angesäuert wird.

Geändert von MeiersJulchen (11.07.2012 um 12:24 Uhr)
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Alt 11.07.2012, 15:27   #12
Fräulein Wunder
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Wobei ich grundsätzlich denke, dass man für Beratung eben auch offen sein muss.

Wenn man eh schon im voraus weiß dass die Ernährungspyramide in Kombination mit "Schlank im Schlaf" das einzig Richtige und Wahre ist (mal überspitzt ausgedrückt) und eigentlich nur die eigene Meinung vom Experten bestätigt haben will, dann kann der Berater noch so gut sein, er wird mit etwas anderem nicht landen können.

Ich glaube nicht dass es pauschal so etwas wie eine "gesunde" oder "richtige" Ernährung gibt, die für alle gleich gut ist, also gibt es auch keine Beratung die das leisten könnte ... in dem Fall kann eine Beratung eh nur eine Anregung sein aus der man sich das heraus nimmt, was auf die eigenen Bedürfnisse passt.
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Alt 11.07.2012, 19:26   #13
Scottishlass
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@MeiersJulchen: Ich glaube wir reden gerade aneinander vorbei.
Grundsätzlich stimme ich dir zu.
Auch Dinkelbratlinge nur mit Wasser und Eier schmecken, wenn man den Geschmack von Dinkel mag, da er so ganz und gar nicht schmeckt wie Hafer, Gerste etc. Wenn nicht, dann ist es eklig.

Und mit GESUND meinte ich nicht per se, dass man danach nicht leben sollte. Ich lebe zur Zeit aus meinem Garten und gesünder kann man echt nicht leben (nicht gespritzt, alles frisch und gesund). Was ich mit Gesund in Anführungszeichen meinte sind diese gutgemeinten Müsli/Rohkost Diäten, die wirklich gesund sind, aber nach nichts schmecken. Ob nun roh oder gebraten schmeckt eine Zucchini nach nichts, wenn man nicht ein wenig Gewürze dran macht.
Oder Haferschleim nur mit Wasser angesetzt oder ähnliches. Ich bin auch kein Verfechter des Glutamats, aber ein wenig Gewürze/Kräuter gehört an jedes gutes Essen dran.
Genauso wie mit Tofu ... es gibt einige Tofu-Arten, die mag ich ganz und gar nicht, andere widerum kann ich einfach abgetropft so essen, da muss noch nicht mal Soya Sosse oder irgendetwas dazu. Aber generell kannst du mich mit Soya Produkten jagen.

Ich weiss nicht, wie ich das erklären soll ... da fehlen mir im Deutschen echt die Worte :s Es gibt Gesund und es gibt "Gesund". beim ersten ißt man gesund, und man hat Freude dran, weil es schmeckt und beim Zweiten ißt man, weil es eben gesund ist, aber nach Pappe schmeckt (um das jetzt mal überspitzt zu schreiben).
Scottishlass ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.07.2012, 20:54   #14
MeiersJulchen
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Zitat:
Zitat von Scottishlass Beitrag anzeigen
Was ich mit Gesund in Anführungszeichen meinte sind diese gutgemeinten Müsli/Rohkost Diäten, die wirklich gesund sind
Woran kann man diese Wirklichkeit erkennen?

Zitat:
aber nach nichts schmecken.
Wenn ein Ding (sofern ausreichend, sprich isotonisch, gesalzen und vielleicht mit ein bißchen Fett dran) nach nichts schmeckt, dann heißt das einfach nur, daß kein eindeutiger Geschmackseindruck erzeugt wird.
Nicht etwa deswegen, weil ein Geschmacksreiz fehlen würde, sondern weil dem Körper keine eindeutige Antwort dazu einfällt. Weder behindert es ihn so sehr, daß es mit einer Abneigung bedacht werden müßte, noch ist es für ihn so wichtig, als daß er sich mit Belohnungssignalen überschlagen würde.

Ich habe bei meinen Versuchen die seltsamsten Dinge erlebt, wo angeblich geschmacksneutrale Lebensmittel wie z.B. neutraler (sprich nicht-aromatisierter) Reis oder sogar reine Wassersorten eine absolut unverwechselbare Geschmacks-"Antwort" erzeugt haben.


Zitat:
Ob nun roh oder gebraten schmeckt eine Zucchini nach nichts, wenn man nicht ein wenig Gewürze dran macht.
Bleibt dieser "Nicht-Geschmack" auch nach mehrmaligem Verzehr neutral und unauffällig oder geht er eher in Richtung "Neeee, bitte nicht schon wieder!"? und führt dann zu einer sich ständig wiederholenden Rundreise quer durch's Würzregal/Kräuterbeet?

Zitat:
Ich weiss nicht, wie ich das erklären soll ... da fehlen mir im Deutschen echt die Worte :s Es gibt Gesund und es gibt "Gesund". beim ersten ißt man gesund, und man hat Freude dran, weil es schmeckt und beim Zweiten ißt man, weil es eben gesund ist, aber nach Pappe schmeckt
Die Erklärung die dahintersteckt, ist die, daß man bei der Verleihung des Prädikats "gesund" in den überwiegenden Fällen ausschließlich die Handlungsweise des "sich-etwas-politisch-Korrektes-in-den-Mund-stecken" bezeichnet.
Gesundheit als solches ist jedoch nicht mit einer Handlung gleichzusetzen, sondern es ist ein physischer und psychischer Zustand, der sich durch das Fehlen krankhafter Symptome auszeichnet.

Ersteres (die Handlung) ist das, was Du als "Pappe essen, weil Pappe als gesund bezeichnet wird" beschreibst.
Letzteres (der Zustand) ist das, was der Körper auch bei gleichbleibender Ernährungszusammenstellung durch "Freude" quittiert, weil es ihm nicht schadet und so seinen gesundheitlichen Zustand nicht negativ beeinflußt.

Zitat:
Ich bin auch kein Verfechter des Glutamats, aber ein wenig Gewürze/Kräuter gehört an jedes gutes Essen dran.
Da verstehe ich jetzt nicht ganz, was Gewürze und Glutamat verbindet, daß Du sie in einer solchen Gedankenkette hintereinanderreihst.
Die einzige Gemeinsamkeit, die mir einfallen mag, ist daß sie den Geschmack der Hauptzutat deutlich verändern - also z.B. Pappe halbwegs nach irgendwas schmecken lassen. Insbesondere jene Pappsorten, die man sich reinzwingt, weil sie der "gesunden Handlungsgruppe" zugeordnet werden und man das Zeug ja deswegen unbedingt essen "muß".

Wenn man jedoch nach diesen Gesichtspunkten ("es muß rein, weil's eben rein muß") sein Essen würzt, so wird man damit nur wenig Freudenzustände erreichen.
Denn egal, welche Zutaten man im Allgemeinen und welche Gewürze man im Speziellen wählt, man fühlt sich immer irgendwie unzufrieden. Fummelt hier rum, schnibbelt dort rum, probiert dieses aus, experimentiert mit jenem, weil schon nach kurzer Zeit das gerade noch hochgelobte Rezept als fade oder gar abartig empfunden wird.

Versuche mal, Deine Einordnungen von "gesund" und "gesund" nach obigen Kriterien an Deinem eigenen Beispiel wiederzuerkennen.

Zitat:
es gibt einige Tofu-Arten, die mag ich ganz und gar nicht, andere widerum kann ich einfach abgetropft so essen
Genauso wie ich nur wenige Reis- und Wassersorten unverfälscht mag. Und nur die esse/trinke ich.
Letztendlich kommt es darauf an, wie Du mit Deinen Beobachtungen umgehst und wieviel Wert Du Deinen Geschmacksempfindungen beimißt.
Ißt Du nur die Tofusorten, die Du "einfach abgetropft" magst? Oder auch alle anderen, dann aber eben notgedrungen mit Gewürz?

Nur damit kein falscher Verdacht aufkommt:
Gewürze sind was Feines.
Man sollte jedoch nur die Sachen würzen, die man auch ungewürzt nicht als fad empfindet.
Wenn man geschmacksgebende Zutaten jedoch dazu mißbraucht, um gegen Langeweile oder Ekel anzukämpfen, dann mag das einen zwar wunderbar in seiner Erfüllung der Gesundhandlung bestätigen, wird jedoch nicht zu jenen Effekten führen, die man sich dadurch erhofft.
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Alt 17.07.2012, 11:00   #15
mandan69
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Ich weiß danach lediglich nur, daß ich es weiterhin wie Oma halten werde!

Was Nahrungsmittel oder Lebensmittel ist, ist möglichst in seiner natürlichen Urform zu finden und wird von da an aus weiterverarbeitet!
__________________
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Alt 10.02.2016, 08:33   #16
Thomas-Fr
Ein neues Gesicht
 
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Beiträge: 3
Standard Gesundheitsvorträge für Mitarbeiter

hallo, (wenn auch etwas spät)
wir hatten ebenfalls solch einen Vortrag in unserem Unternehmen.
Allgemein fand ich es sehr interessant - Für einige mag es weniger- und für andere mehr gebracht haben. Bei diesem Vortrag handelte es sich nicht nur um das Thema Ernährung, sondern unter anderem über Burnout, psychosomatische Erkrankungen, Hörsturz oder Tinnitus. Und gerade dies fanden wir interessant und mit seinem mitreißenden, humorvollen Vortragsstil, hat er das Top gemacht! Solch einen Vortrag von [...] bereue ich nicht und würde gerne mehr Vorträge von Dr. Michael Despeghel anhören.
LG

Geändert von MeiersJulchen (10.02.2016 um 08:38 Uhr) Grund: entlinkt
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Alt 20.02.2016, 20:57   #17
BlonderEngel
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Registriert seit: 19.02.2016
Beiträge: 53
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Ich finde die allermeisten Vorträge und Beratungen zum Thema Ernährung total daneben. Zum einen: Wer definiert, was gesunde Ernährung ist?
Ich kenne von berufswegen viele Leute, die sich damit beschäftigen, und jede/r davon hat andere Theorie.
Vegan, Low-Carb, Mischkost, Ayurveda, kein Weizen, kein Histamin, kein Zucker, nur Obst/kein Obst, nur Rohkost, keine Rohkost (nach Hildegard von Bingen). 3 Mahlzeiten am Tag gegen 5 Mahlzeiten am Tag.

Diese Ernährungsberatungsvorträge sind doch nur Phrasen.
Gerade in Krankenhäusern, wo diese Vorträge stattfinden, wird grauenhaftes Essen serviert, was die Gesundheit anbelangt. Marmelade mit künstlichem Süßstoff, weiße Semmeln, Margarine.
Süßspeisen für Vegetarier, alles zerkocht ...
Ich würde mir in einem Krankenhaus, in dem Süßstoff und Margarine serviert werden, niemals einen Vortrag über Ernährung anhören, weil man da ja schon weiß, was kommt.

Und alle berücksichtigen viel zu wenig den Einfluss von Psyche, Stress, Neurotransmittern und Schlaf auf die Nahrungsaufnahme. Die tun immer so, wie wenn das eine reine Kopfsache wäre, die mit genug Wissen über das Essen getan ist.
Ich trau mich wetten, dass die meisten dicken Menschen aus der Not geboren mehr über Ernährung wissen als die meisten Fachleute.
Der Knackpunkt ist doch, warum es trotzdem oft nicht geht.
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Alt 21.02.2016, 13:17   #18
Fräulein Wunder
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Zitat:
Zitat von BlonderEngel Beitrag anzeigen
Ich trau mich wetten, dass die meisten dicken Menschen aus der Not geboren mehr über Ernährung wissen als die meisten Fachleute.
Wobei das meiner Erfahrung nach eher auf dicke Frauen passt, die in der Regel sämtlichen Ernährungsschnickschnack kennen, während Männer tatsächlich oft erstaunlich ahnungslos sind.

Da habe ich schon Erstaunliches erlebt und neulich habe ich einem Bekannten sogar geraten eine Ernährungsberatung zu machen (als ich es aussprach konnte ich kaum glauben, dass ich diejenige bin die diesen Rat gibt )

Er klagte über nächtliches Sodbrennen und ähnliche Probleme und als wir so ein bisschen pauderten kam raus, dass er Kokosöl für "fettarm", also zumindest für das fettärmste unter den Ölen hält und ein dickes Stück Brie mit gebuttertem Toast und Salami für einen besonders leichten Mitternachssnack (O-Ton: "Da ist ja kein Fett drin" ).

Ich glaube es gibt schon Fälle wo so ganz grundsätzliche Beratung anhand der Ernährungspyramide noch etwas bringen kann ... also nicht unbedingt dahingehend, dass derjenige sich sklavisch daran halten muss, aber dahingehend, dass derjenige in etwa einordnen kann was, wo drin ist und warum manche Dinge sich so auswirken wie sie sich auswirken.

Für die meisten diäterfahrenen Dicken trifft das aber natürlich nicht zu.
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Alt 22.02.2016, 18:28   #19
BlonderEngel
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Zitat:
Zitat von Fräulein Wunder Beitrag anzeigen
Wobei das meiner Erfahrung nach eher auf dicke Frauen passt, die in der Regel sämtlichen Ernährungsschnickschnack kennen, während Männer tatsächlich oft erstaunlich ahnungslos sind. .
Ja, da magst Du recht haben. Irgenwie gehen Männer oft eh anders mit dem Thema Gewicht um. Gerade in Bayern, wo ich herkommen, heißt es ja oft, dass ein Mann ohne Bierbauch und strammen Waden kein richtiger Mann ist.
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