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Arzterlebnisse
Ein heikles Kapitel im Leben eines dicken Menschen.

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Alt 14.05.2022, 18:20   #1
BieneNaja
Ein neues Gesicht
 
Registriert seit: 14.05.2022
Beiträge: 2
Frage Ärzte verweigern Hilfe, weil ich zu dick bin?

Als ich mir das Bein gebrochen hatte, kriegte ich vom Arzt kein Rezept für Krücken, obwohl ich die dringend brauchte. Es war im Jahr 2005, als man noch diese Quartalsgebühr zahlen musste. Ich musste zum Sanitätshaus humpeln und die Krücken komplett selber bezahlen.

Nach der OP behauptete der Chirurg, mein Knorpel sei so stark abgenutzt, dass ich in ein paar Jahren nicht mehr laufen könnte. Ich laufe heute noch rum, abends muss ich zwar humpeln, aber sonst bin ich noch gut zu Fuß.

Ich fragte nach einem künstlichen Kniegelenk, da meinte er: "Dazu sind Sie zu dick. Sie müssen 50 kg abnehmen, am besten mit Weight Watchers", er wurde wohl gesponsert oder sponserte selber. Heute frage ich mich, ob er aus dem selben Grund mir keine Krücken verschrieben hat, weil er dachte "dann nimmt sie dabei vielleicht ein bisschen ab".

Überhaupt habe ich den Eindruck, die Ärzte verweigern mir sonst selbstverständliche Hilfe, weil sie wollen, dass ich abnehme. So hieß es beim Hausarzt: "Wir können zum Beispiel Sie nicht operieren an der Blase, weil Sie vielleicht aus der Narkose nicht mehr aufwachen", dabei wird das Narkosemittel Grammgenau auf das Gewicht abgestimmt.

Halten mich die Ärzte vielleicht auch für so blöd, dass ich alles glaube? Ich erinnere mich an einen Hausarzt, der sagte: "Skoliose ist die Brust, Kyphose ist der Hintern" oder umgekehrt, "das ist alles ganz normal." Sehe ich wirklich doof aus, oder ist das ein Vorurteil (dick=doof)?

Jedenfalls habe ich so die Erfahrung gemacht, dass man als Dicke für dumm, robust und faul gehalten wird, besonders was Ärzte angeht, die es eigentlich besser wissen sollten.
BieneNaja ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.05.2022, 11:44   #2
zegge
Gehört zum Inventar
 
Benutzerbild von zegge
 
Registriert seit: 15.06.2005
Ort: Raum F/OF/DA
Beiträge: 552
Standard

tut mir leid, dass du permanent so schlechte erfahrungen machen musst.
mein orthopäde hat mir vor sehr vielen jahren auch einen vortrag bzgl. gewicht gehalten. dann habe ich zu ihm gesagt, dass ich ihm erkläre, warum das gewicht und dass ich damit nicht glücklich bin.
bei mir ist halt sex.mb in der kindheit der hintergrund und er hat selbst schon gewicht auf und abs mitbekommen.
ich habe ohne probleme ein rezept für krücken bis 200 kg tragkraft bekommen.
was das knie betrifft, ist die aussage wie bei dir - seit 1997 - wobei an den röntgenaufnahmen nachvollziehbar ist, rechtes knie knorpel totalschaden. habe aber rausgefunden, dass mit eine behandlung bei einer osteopathin hilft, leider ist das bis auf 120 eur zuschuss durch meine krankenkasse mein privatspass und die stunde kostet 75 eur.

mittlerweile kann ich auch die aussage bzgl. knie gut nachvollziehen.
bei mir wurde letztes jahr ende august links ein neues hüftgelegt eingesetzt und ich habe in der reha die leute mit knie gesehen und auch gesehen, was alleine schon hüfte (die leichtere op) bedeutet.
dabei ist noch das gute, dass sich mein gewicht seit 2018 um 40 kg reduziert hat. so dass ich "nur" noch 145 kg hatte.
ich musste auch erst ein krankenhaus finden, das operiert.
was die reha bzw. physio-therapie im anschluss betrifft. einiges an geräten ist auf max. gewicht von 150 kg zugelassen.

übrigens gibt es bei facebook ne gruppe hüft-/knie-tep bei übergewicht


https://www.facebook.com/groups/303476520082762


das thema narkose, da habe ich auch erst mal bei der aufklärung zur hüft-op schlucken müssen. der doc meinte, es könne passieren, dass es evtl. probleme nach der narkose bei der atmung geben könnte und ich deswegen dann intubiert auf die intensiv-station käme.
zudem wurde für mich gleich bei ausmachen des op-termins ein bett auf intensiv gebucht.
im endeffekt lief bei meiner op alles glatt, kam zwar auf intensiv, wäre aber wenn das bett gebraucht werden würde, auf normalstation verlegt worden.

im endeffekt ist vieles möglich und es gibt zum glück auch andere ärzte. aber sie sind immer noch die minderheit.
zegge ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.05.2022, 07:28   #3
Dirpi
Moderatorin
 
Benutzerbild von Dirpi
 
Registriert seit: 01.10.2004
Beiträge: 2.419
Standard

Keine schönen Erfahrungen, die Du da machen musstest. Letztlich findet sich in Deinen Schilderungen aber sicherlich so mancher hier wieder.
Einen Schalter hat es bei mir im Kopf umgelegt, als ich mit einer Lungenentzündung zum Lungenfacharzt musste. Dieser meinte zu mir, dass die Lungenentzündung von meinem Übergewicht käme. Ich war damals zu kurzatmig und krank, als dass ich ihm hätte Paroli bieten können. Beim Nachsorgetermin meinte er nur: irgendwie war mir direkt bei der Untersuchung klar, dass Sie zu dem Thema noch mit mir diskutieren werden.
So ein geistiger Dünnschi** - eine Lungenentzündung vom Übergewicht!
Da hat es in dem Gespräch ordentlich gerappelt und heute verstehen wir uns gut.

Und genau das macht es aus. Ich bin nicht mehr der liebe, devote Patient, der dem Herrn oder der Frau Doktor jedes Wort glaubt und ohne Rückfrage im Raum stehen lässt.
Bei dieser Veränderung meiner innerlichen Haltung half mir meine zeitgleiche Aktivität hier im Forum. Ich lernte von anderen aus der Usergemeinschaft wie sie mit diesen Dingen umgehen. Ich wurde kritischer. Ich wurde selbstsicherer. Das ist nichts, was man von jetzt auf gleich umstellt. Das war ein längerfristiger Prozess.
Zitat:
Halten mich die Ärzte vielleicht auch für so blöd, dass ich alles glaube?
Diese Frage stellst du nun uns – jedoch hättest Du in dem Gespräch bereits dazu etwas entgegnen sollen. Die Dreistigkeit der Aussage ist Dir zu dem Zeitpunkt sicherlich auch bewusst gewesen.
Es kann einem manchmal passieren, dass man in der Aufregung irgendetwas an Unter- bzw. Misstönen nicht sofort wahrnimmt. Aber warum soll man/ich/Du sich ewig lange über darüber ärgern und niedermachen lassen, wenn es doch der Andere war, der sich dreist verhalten hat? Wenn es mir wichtig genug ist, dann greife ich auch im Nachgang den Vorfall bzw. das Gesagte auf.

Man nennt das auch: Grenzen setzen! Das findet so mancher Gegenüber sicherlich nicht angenehm, aber es hilft.
Dein eigenes Wohlbefinden sollte Dir wichtig sein. Wenn Du nicht selber an Deine Befindlichkeiten denkst und diese schützt, wer sollte es dann?

Daher mein Tipp: Leg Dir ein paar Ecken und Kanten zu. Lass Dir nicht alles gefallen. Du wirst schnell erkennen, dass man Dich nicht mehr so einfach abwatscht.
__________________
Dirpi
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