Moin Zusammen,
ich möchte hier jetzt mal was zu dem Thema: "Opfer ist doch selbst schuld, muss sie eben selbstbewusster sein" schreiben, da mich gerade solche Sprüche zur Zeit absolut wütend machen!
Opfer ist man niemals weil man es sich selbst ausgesucht hat, die meisten jedoch werden es immer wieder, bei manchen geht es schon im "kleinkindalter" (wo man doch wohl definitiv nicht Schuld sein kann!) los und der Weg aus der Opferrolle ist nicht nur verdammt hart - er ist etwas das man schaffen muss, wo man für etwas "Bestraft wird wofür man selbst doch gar nichts kann!" - Darüber sollten ALLE die meinen _ ach dann sei mal selbstbewusster und komm aus deiner Opferrolle raus!
Weiß einer von EUCH überhaupt was das für ein Kampf sein kann? garantiert hat keiner von Euch das jemals machen müssen, aber von Anderen wird das mal eben so "Verlangt"?!?
Ich kann euch ja mal meine aktuelle Situation und die Zusammenhänge dazu erklären und meine Situation ist noch relativ "harmlos" aber für mich war es trotzdem verdammt hart!
Ich bin seit Februar letzten Jahres in einer Umschulung, die einzige aus meinem Fachbereich (ein Kollege und dazu der einzige der mich wirklich von Anfang an akzeptierte ist in nem anderen Fachbereich hatte aber mit mir gemeinsam angefangen) die zu dem Zeitpunkt anfing, es gab eine Gruppe die ein halbes Jahr vorher angefangen hatte (jep genau abgeschlossene Gruppenbildung bevor ich dazu gesetzt wurde) und es gibt seit Februar diesen Jahres eine 2 Mann Gruppe (da geht es erstaunlicherweise auch mit der akzeptanz).
Letztes Jahr im Mai wurde ich in die bestehende Gruppe gesetzt und sollte dort "mitmachen" - das erste was kam war ablehnung!
Zum einen war ich ja "die neue", dazu noch "frau" und überhaupt wollte man dort nicht noch jemand dazu kriegen....
ich hatte dazu noch gerade zu dem Zeitpunkt wo ich in diese Gruppe gesetzt wurde sehr massive "persönliche Probleme" die mich massiv runtergezogen haben - und wurde dort mit weiteren Problemen und eben vor allem deutlicher massiver Ablehnung behandelt die zumindest Teilweise deutlichen Mobbingcharakter hatte!
Die meisten der Kollegen waren zwar nur "distanziert" und eher gleichgültig aber einige und vor allem einer setzten mir immer wieder massiv zu, boykottierten meine mitarbeit in Projekten und so wurde ich insgesamt weitestgehend ausgegrenzt. Das ganze änderte sich erst ganz langsam nachdem wir bei einem auch sozial kompetenten Dozenten einen Kurs machten in dem er die Teams für Projektarbeit zusammen stellte und mich mit einem anderen "Aussenseiter" (der aber akzeptiert wurde von der Gruppe) zusammen in ein Team packte - da merkten die Anderen plötzlich das ich eben genau in diesem Team sehr viel leistete ohne mich auf zu spielen, sondern eben meinen Teamkollegen mit gemeinsamen besprechungen half das Thema besser zu verstehen, da fragten dann auch andere plötzlich bei mir "wie geht das? oder das?" - klar ich hatte da Vorkenntnisse in dem Bereich und konnte eben mehr wie die meisten anderen - aber ohne dieses Eingreifen des Dozenten wollte gar keiner mit mir arbeiten. Seit dem geht es und abgesehen von dem einen der mich von Anfang an deutlichst abgelehnt hatte komme ich mit den meisten nun relativ gut klar, wirklich dazu gehören kann ich aber nie.
Worum es mir aber eigentlich geht - in dieser Zeit habe ich in Bezug auf die "persönlichen Probleme" mit Erinnerungen (Hauptsächlich Alpträume aber auch manchmal Flashbacks) an meine Kindheit und da speziell an Situationen in denen meine Mutter mich "umbringen wollte, weil ich ja nicht verdiente zu leben" und an situationen in denen "mein Vater mir klarmachte das ich als Mädchen eben nur dazu da bin seine Bedürfnisse zu befriedigen aber selbst nichts verdieneund nichtmals Gefühle haben dürfte" klarkommen müssen - diese "persönlichen Probleme" musste ich noch dazu allein und ohne jegliche Hilfe irgendwie aushalten und muss das auch noch immer...
ich war nunmal dummerweise schon als "kind" das "Opfer" - bin ich also selbst Schuld das ich kein Selbstwertgefühl habe?
Denkt mal darüber nach - und als Tip, es gibt sehr sehr viele Menschen die mit solch einer Kindheit klarkommen müssen, die meisten ohne kompetente Hilfe, einige auch ganz ohne jegliche Hilfe.
Wäre schön wenn vielleicht mal der Ein oder Andere hier begreift wieso manche Menschen eben "nicht Selbstbewust auftreten können"
Liebe Grüße,
Cailly
PS: Bitte spart euch Mitleid, denn "mit leiden" hilft Niemandem! Mitgefühl ist was anderes.... aber die wenigsten verstehen den Unterschied 