Physiologie des Hungerns

  • Heute hatte ich etwas wenig gefrühstückt und verspürte dann später wie mein Magen sich mit den bekannten Hungersymptomen bemerkbar machte. Dabei hatte ich mich gefragt, weiss ich überhaupt was im Körper physiologisch abläuft, wenn Hunger verspürt wird. Eigentlich weiss ich nur, dass die Galle dabei schon Verdauungssäfte abgibt. Wird da auch schon verstärkt Magensäure produziert? Wird da schon der Pulsschlag gesenkt usw. Oder wie läuft das ab mit Hungern.
    Ich meine jetzt nicht was bei Diäten passiert! Ich meine, was passiert, wenn ich einfach mal eine Mahlzeit zu spät einnehme oder etwas zu wenig gegessen habe.
    Würde mich mal interessieren, ob jemand weiss was da im Körper abgeht?

  • Es gibt ein ganz tolles Buch - leider nur auf Englisch

    Hunger - An unnatural History
    von S.A. Russell

    Da wird in den ersten Kapiteln genau das beschrieben, wonach Du fragst ... was nach ein paar Stunden bis hin zu ein paar Tagen ohne Nahrung im Körper passiert.
    Außerdem wird auch das Nachkriegs-Hungerexperiment der Amis (Minnesota experiment) sehr ausführlich beschrieben (dort stellte man mit Freiwilligen die Situation in KZs nach).
    Zusätzlich gibt es Kapitel über Hungerstreiks, Hungersnöte und Magersucht.


    Einfach mal bei Amazon suchen.

  • Eigentlich weiss ich nur, dass die Galle dabei schon Verdauungssäfte abgibt.


    Kann definitv nicht das einzige sein (wenn überhaupt), denn das würde im Umkehrschluß ja bedeuten, dass ich keinerlei Hunger mehr verspüren kann, da ich ja keine Galle mehr besitze. Und das ist definitv nicht so. ;)

  • Gallenflüssigkeit gibts du aber trotzdem noch ab Alke.
    Die Gallenblase ist nämlich nur zum Bunkern der Gallenflüssigkeit da, produziert wird die in der Leber.

  • Und für den Quicki zwischendrin gibt's Wikipedia, das sagt:

    Zitat

    [....] Ein wesentlicher Auslöser von Hunger ist nach aktuellem Forschungsstand das Glucoseniveau im Blut; dieser Wert wird von Rezeptoren in Leber und Magen an den Hypothalamus im Zwischenhirn gemeldet, in dem sich ein Hungerzentrum und ein Sättigungszentrum befinden. Bei Hypoglykämie werden Hungerreize ausgelöst. Außerdem spielt der Insulinspiegel eine wichtige Rolle, der ebenfalls permanent überprüft wird. Vom Gehirn berücksichtigt werden auch die im Körper gespeicherten Fettreserven in den Fettzellen; diese setzen permanent das Hormon Leptin frei. Je weniger Leptin im Blut vorhanden ist, desto häufiger treten starke Hungergefühle auf. Dies gilt jedoch nur für Menschen mit Normalgewicht, bei Adipositas ist stets eine große Menge Leptin im Blut, ohne dass die Nahrungsaufnahme dadurch beeinflusst würde. [....]



    ~> Vollständiger Artikel

    Grüßle
    just me *auch ohne Gallenblase*

  • Du hast diesen Teil vergessen ;)

    Zitat

    Erst vor einigen Jahren wurde das Hormon Ghrelin entdeckt; seine Konzentration sinkt nach der Nahrungsaufnahme und steigt dann allmählich wieder an. Seine Wirkung auf das Hunger- und das Sättigungszentrum sind nachgewiesen.

    Durch ein komplettes Durcheinander bzw. Fehlen dieser Hormone wird u.a. das Prader-Willi-Syndrom ausgelöst.

    Aber ich glaube, Blockierer wollte eher wissen, auf welche Art der Körper trotz Hungerns seine Energieversorgung sicherstellt (oder es zumindest versucht).

  • Moin Zusammen,
    zuerstmal zu Blockierers Frage: ich kann da auch nur auf das Buch verweisen das Julchen schon aufgeführt hatte...ich kenne es zwar nicht im ganzen aber einige Abschnitte daraus sind gerade für diese Fragestellung sehr informativ...

    Zu dem Wicki-Artikel und was man da noch so alles draus erlesen kann muss ich dem armen Hypothalamus echt mein tiefstes Mitgefühl aussprechen - so winzig und soooooo viel Arbeit & Verantwortung ruht auf diesem armen kleinen Kerl, der noch dazu ein bissel "Sensibel" ist. Immerhin wird dem armen kleinen z.B. bei einer PTBS ganz schöner Schaden zugefügt und je nachdem ob er da schon "ausgewachsen" ist oder sich noch "im wachstum seines Menschen" befindet kann er sogar nachhaltigst gestört werden...
    Zumindest werden diese Folgen mitlerweile auch auf den deutschen PTBS-Seiten immer häufiger diskutiert bzw. zitiert.

    Liebe Grüße,
    Cailly

    *Verletzungen der Seele heilen nur langsam und nicht von allein*

  • Gallenflüssigkeit gibts du aber trotzdem noch ab Alke.
    Die Gallenblase ist nämlich nur zum Bunkern der Gallenflüssigkeit da, produziert wird die in der Leber.

    Ja das weiß ich auch. Aber das passiert halt mehr oder weniger kontinuierlich und nicht nur zu bestimmten Zeiten. Denn da ja kein Platz zum "Lagern" vorhanden ist kann man eben nicht nur auf Bedarf welche abgeben. Anders gesagt müßte ich dann immer Hunger haben falls das das einzige Kriterium wäre.

    Außerdem wars kein ernstgemeinter Kommentar sondern nur mal quasi wörtlich auf den Satz vom Blockierer eingegangen....werd demnächst aber gerne sowas noch mehr kennzeichnen als "nur" mit nem ";)".

  • Du hast diesen Teil vergessen ;)



    Den hatte ich gar nicht mehr bewusst wahrgenommen. :o

    Zitat

    Durch eine komplettes Durcheinander bzw. Fehlen dieser Hormone wird u.a. das Prader-Willi-Syndrom ausgelöst.



    Erwischt, ich habe keine Ahnung was das ist.

    Zitat

    Aber ich glaube, Blockierer wollte eher wissen, auf welcher Art der Körper trotz Hungern seine Energieversorgung sicherstellt (oder es zumindest versucht).



    Eben, deshalb hatte ich auch nur den oberen Abschnitt zitiert, allerdings hätte ich mir da wohl sogar noch den letzten Satz schenken können, richtig.

    Grüßles
    Mischa *db-entnervt & Nachtarbeit aktuell echt schei*** findend*

  • Es gibt ein ganz tolles Buch - leider nur auf Englisch

    Hunger - An unnatural History
    von S.A. Russell

    Da wird in den ersten Kapiteln genau das beschrieben, wonach Du fragst ... was nach ein paar Stunden bis hin zu ein paar Tagen ohne Nahrung im Körper passiert.
    Außerdem wird auch das Nachkriegs-Hungerexperiment der Amis (Minnesota experiment) sehr ausführlich beschrieben (dort stellte man mit Freiwilligen die Situation in KZs nach).
    Zusätzlich gibt es Kapitel über Hungerstreiks, Hungersnöte und Magersucht.


    Einfach mal bei Amazon suchen.

    Danke für den Hinweis!
    Ich habe das Buch bestellt, vielleicht finde ich ja darin die Antwort auf meine Frage.

    Schönes WE und EM ;)

  • Es gibt ein ganz tolles Buch - leider nur auf Englisch

    Hunger - An unnatural History
    von S.A. Russell

    Da wird in den ersten Kapiteln genau das beschrieben, wonach Du fragst ... was nach ein paar Stunden bis hin zu ein paar Tagen ohne Nahrung im Körper passiert.
    Außerdem wird auch das Nachkriegs-Hungerexperiment der Amis (Minnesota experiment) sehr ausführlich beschrieben (dort stellte man mit Freiwilligen die Situation in KZs nach).
    Zusätzlich gibt es Kapitel über Hungerstreiks, Hungersnöte und Magersucht.


    Einfach mal bei Amazon suchen.

    JA, danke für den Hinweis!
    Ich habe mir das Buch besorgt und auch gelesen. Es ist ganz interessant geschrieben.
    Wer das Buch gelesen hat, überdenkt bestimmt ob er eine Fastendiät beginnen will. Gut fand ich an dem Buch, dass die negativen langfristigen gesundheitlichen Aspekte von Hungerzeiten auf den menschlichen Organismus recht anschaulich beschrieben wurden.

    Fazit: Eine gute Empfehlung.

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