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Ernährung
Erfahrungsaustausch und Diskussion zu gesunder Ernährung. Bitte beachtet bei diesem Thema die Forenregeln ganz besonders.

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Alt 11.02.2009, 13:15   #1
MeiersJulchen
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Standard Ärzte und ihre ernährungswissenschaftliche Ausbildung

Hallo Leute,

Da ich ja immer gerne auf die Unwissenheit der Ärzte schimpfe, habe ich bereits Anfang letzten Jahres mein eigenes Wissen über die Abläufe im Medizinstudium aufgefrischt. Ungerechtfertig möchte ich ja doch nicht auf eine gewisse Berufsgruppe eindreschen

Und zwar war ich endlich auf die Idee gekommen, mal direkt an der Quelle nachzuforschen.
Also habe ich mir die Vorlesungsverzeichnisse einiger größerer Universitäten (u.a Bochum) zu Gemüte geführt und auch ein längeres Gespräch mit einem dort dozierenden Physiologen geführt, der mir auseinandergelegt hat, welche Prioritäten im Medizinstudium gesetzt und wie die angehenden Ärzte auf die Praxis eingestimmt werden.

Beschäftigt habe ich mich mit dem Thema, weil ich herausfinden wollte, warum jahrelang meine schwere Unverträglichkeit gegen bestimmte Lebensmittel, die absolut klassische, eindeutige und reproduzierbare Symptome hervorrief, nie auch nur im Ansatz erkannt worden ist.
Selbst gegen einen Allergologen mußte ich mich vor Kurzem wehren, daß er mir keine Medikamente verpaßte, die mir mehr geschadet als genutzt hätten.


Eines vorweg: Es sieht nicht wirklich rosig aus bezüglich der Ernährungswissenschaften, die über die üblichen Schlagwörter hinausgehen.

Man muß eine Menge Glück haben, an einen informierten Arzt zu geraten - ganz besonders dann, wenn man nicht nur mit Diäten "behandelt" werden will, die sich um keinen Deut von den bunten Versprechungen der Wartezimmerliteratur unterscheiden.
Und sollte man gar Probleme mit Allergien oder Unverträglichkeiten haben ... dann gute Nacht

Ein kleiner Seitenblick in den Vorlesungsplan erbrachte z.B. folgende ernährungsbezogene Resultate:
- Sportmedizin und -ernährung
- Ernährung von Intensivpatienten
- Gastroenterologische Krankheiten bei Kindern

Natürlich steht auch physiologische Chemie auf dem Lehrplan, aber die Kurzbeschreibung der Kurse läßt vermuten, daß man sich dort ausschließlich mit den Vorgängen im Inneren der Zellen beschäftigt und nicht so sehr mit deren Zusammenspiel.

Der Knackpunkt dieser erschütternd kurzen Liste ist, daß all diese Vorlesungen weder einen Bezug zur alltäglichen Ernährung noch zu sonstigen ernährungsbezogenen Komplikationen haben.

Im Studium steht natürlich die Diagnostik und Behandlung der am weitesten verbreiteten Krankheiten - die natürlich allzuoft organischer Natur sind - ganz oben.
Danach kommen funktionelle Störungen wie z.B. Bluthochdruck und Diabetes.

Erschwerend kommt hinzu, daß Statistik und andere mathematische Grundlagen ebenfalls keinen Eingang ins Standardstudium finden, wobei doch gerade Ärzte mehr als alle anderen Berufszweige mit Studien konfrontiert werden, die ausschließlich aus empirischen Daten bestehen und bei deren Übertragung auf den Einzelnen die jeweiligen Voraussetzungen ganz besonders geprüft und beachtet werden müssen.

Bei den Verdauungsorganen liegen Probleme wie Geschwüre der Speiseröhre und des Magens ganz vorne, weiter Niere und Leber. Das Übliche halt, und wie gesagt meistens organisch bedingt und verhältnismäßig schnell und sicher einzukreisen.

Ernährung im Allgemeinen und speziell als Auslöser von Krankheiten steht - man staune - nur bei angehenden Kinderärzten auf dem Lehrplan.
Das ist bei näherer Betrachtung nicht weiter verwunderlich, denn viele Unverträglichkeiten sind angeboren. Dazu gehören u.a. Fructoseintoleranz (nicht zu verwechseln mit -malabsorption), Zöliakie und meist auch Laktoseintoleranz.

Wenn man also das Pech hat, sich erst im Erwachsenenalter (soll heißen: sobald man meint, für den Kinderarzt zu alt zu sein) eine Unverträglichkeit zu "erwerben", so gerät man nur in den seltensten Fällen an einen Arzt, der in seiner Ausbildung mit dieser Problematik konfrontiert wurde.
Und es gibt leider genug Unverträglichkeiten, die man in jedem beliebigen Alter auf die ein oder andere Weise an Land ziehen kann.

Wenn man trotzdem noch Glück hat, so ist dem Arzt zumindest bewußt, DASS es ernährungsbedingte Auslöser für die Symptome geben KANN.
Mir jedenfalls ist dieses Glück in 15 Jahren jedenfalls nicht ein einziges Mal zuteil geworden. Weder bei Internisten, noch bei Hautärzten, noch bei Allergologen. Auch nicht bei Kurärzten, obwohl sich während der Kur aufgrund des Speiseplans meine Beschwerden massivst verstärkten und auch nicht im Krankenhaus, wo ich mit einer Art Herzanfall abgekippt wurde.

Bezüglich Übergewicht - sein Entstehen und seine Auswirkungen - ist die Unkenntnis der Ärzte ähnlich groß. Nach dem Studium dürfte ihr Wissenstand bezüglich Ernährung und Gewicht im Großen und Ganzen dem einer belesenen Hausfrau gleichen. Wie sonst ließe es sich es erklären, daß sich ihre Ausführungen und Vorschläge in keinster Weise von den Erkenntnisse der bunten Blättchen unterscheiden, Infomaterial fast ausschließlich aus Pharmabroschüren besteht und sogar die heilsbringenden Pülverchen in vielen Praxen gedealt werden?

Im Gegensatz zu vielen anderen Betroffenen habe ich jedoch einen ganz eigenen Einblick in die erstaunlichen Vorgänge des Körpers erhalten nachdem ich einem Gewichtsverlust (der mich pikanterweise jedoch nicht annähernd beschwerdefrei werden ließ) ohne Diät beiwohnen durfte und Beschwerdefreiheit - und das bei stabil erhöhtem Gewicht - durch eine Ernährungsumstellung erreicht habe, die jeder gesunden Beschreibung spottet. Passend dazu bin ich all die Jahre zuvor von allen kursierenden Ernährungsvorschriften immer nur noch kränker und dicker geworden. Dabei waren die Symptome sowas von glasklar, wenn man nur ein einziges Mal in der Fachliteratur danach gesucht hätte ... aber ich wiederhole mich.
Ein großer Teil meiner "Streitsucht" rührt aus diesen paradoxen Erfahrungen




Kurzum: Ein Arzt wird sozusagen mit der Empfehlung, sich in den ausgelassenen bzw. angerissenen Themen weiterzubilden, aus der Uni entlassen.
Mir wurde versichert, daß man den Medizinstudenten ausreichend vermittelt, daß das bereits erworbene Wissen nicht das Non-Plus-Ultra ihrer Kunst darstellt und es sich (rein aus Zeitgründen) nur um einen Ausschnitt handeln kann.
Da läßt sich nur noch hoffen, daß diese Worte nicht in allen Köpfen ungehört verhallen

Ich hoffe, diese Info macht einigen hier klar, was und wieviel man bezüglich Ernährung von einem Arzt erwarten kann.
Das soll nicht heißen, daß sie nicht Willens wären, dieses Wissen in sich aufzunehmen ... nur im Studium selbst hatten sie dazu so gut wie keine Chance.

Aber leider hängt es wohl - wie bei jedem anderen Mensch auch - sehr stark vom einzelnen Charakter ab, wie mit dem Unwissen umgegangen wird.
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Alt 11.02.2009, 17:46   #2
HannaBerlin
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Protest !
Gegen einen Punkt wehre ich mich:

Wir hatten ein ganzes Fach: Medizinische Informatik,
wo wir Empirik und Statistik rauf und runter gelernt haben !


LG Hanna
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Alt 11.02.2009, 17:49   #3
HannaBerlin
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Protest, Protest, Protest !
da sind noch zwei drei andere Punkte......
Na lassen wir das lieber !
HannaBerlin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.02.2009, 18:00   #4
MeiersJulchen
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War das ein Wahlfach oder steht das neuerdings bei einigen Unis im Standardplan?
Ich hatte natürlich auch nach Informatikkursen geschaut, aber zumindest an den Unis, wo ich gesucht habe , bin ich in den herunterladbaren Vorlesungsverzeichnissen der medizinischen Fakultät nicht fündig geworden.
Und der Dozent hat auch ziemlich rumgedruckst, als ich ihn auf Datenverarbeitung usw. angesprochen habe.

Ich weiß durchaus, daß Mathe u.ä. auch für total "themenfremde" Studiengänge angeboten wird. Ich kenne einen Doktor der Geschichte, der sich (soweit ich weiß auf freiwilliger Basis) 1-2 Semester Geschichts-Informatik angetan hat, weil dort die elektronische Archivierung von Dokumenten und der Umgang mit Datenbanken erklärt wurde. War halt für sein Arbeitsgebiet wichtig.

Ich spreche wie gesagt vom Standard-Lehrplan.
Wenn einem Studenten bereits die Wichtigkeit einiger anderer Fächer bewußt ist, ob jetzt Statistik oder Ernährung, so wird er diese natürlich wählen selbst wenn es ihn mehr Zeit kostet.
Aber seien wir doch mal ehrlich: Welcher Student segelt nicht gerne mit der minimalstmöglichen Anforderung durchs Studium?
MeiersJulchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.02.2009, 11:39   #5
HannaBerlin
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Standartfach, erstes klinisches Semester !
Die Fächer unterscheiden sich generell in Dauer und Angebot von Uni zu Uni. Ich kann nur für Berlin sprechen.


Zu den ernährungswissenschaftlichen Kommentaren kann ich nur zur Verteidigung anbringen:

1. Der Ernährungsaspekt gewinnt ja erst in den letzten 10-20 Jahren an Bedeutung in der Medizin (mit dem "dickerwerdenden Deutschland") die meisten niedergelassenen Haus- und Allgemein-Ärzte hatten ihre Ausbildung vor 30 Jahren, kein Wunder, wenn die sich nicht auskennen.
Zumal: In welches Fach willst du die Ernährung stecken ? Eine falsche Ernährung oder eine komplexe Allergie kann das komplette Gleichgewicht eines Menschen ausser Kraft setzten, wenn alles angegriffen werden kann, wohin denn dann ?
GastroEnterologie ?
Stoffwechselmedizin ?
Biochemie ?
Dermatologie ?
Physiologie ?
Allgemeinmedizin ?
Psychosomatik ?
Orthopädie ?
Da fühlt sich doch von Hause aus schon niemand angesprochen

2. Die Ernährungsaspekte, gerade bei Allergiker sind ja sehr komplex und teilweise noch gar nicht verstanden, am meisten hab ich dazu in der Dermatologie gelernt. Da werden noch massenhaft Doktorarbeiten zur Erforschung angeboten, was soll man lehren, was man nicht versteht ?

Und 3.: Ein vielgenutzter Spruch bei uns Medizinern: Das Häufige ist häufig, und das Seltene selten. Es wird immer komplexe Erkrankungen geben, die spät erkannt werden und den Patienten jahrelang plagen bis zur richtigen Diagnose.
Dazu gehören gerade auch viele Darmerkrankungen mit difusen Symptomen und Allergien.

Ich frage mich nur, ob man die Energie, die man in die endlose Kritik setzt, nicht besser verwenden sollte, um wieder gesund zu werden.

Allerdings scheint mir dein Standpunkt so festgefahren, dass ich mich da gar nicht weiter einmischen möchte, scheinbar hast du ja nun einen Arzt deines Vertrauens gefunden, und das ist die Hauptsache.

LG HANNA
HannaBerlin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.02.2009, 11:58   #6
Cailly
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Moin Hanna,
entschuldige wenn ich mich hier nun mal einmische, aber ich habe noch nicht das "Glück" der richtigen medizinischen Versorgung gefunden

Du hast gefragt wohin mit der Ernährungsthematik - Allergien und Unverträglichkeiten ?
Klare Antwort meinerseits: in die Gastroenterologie - wenn man sie in ein vorhandenes Fach hereinsetzen muss.
Leider ist es derzeit so das Dermatologen sich auch für Nahrungsmittelallergien zuständig fühlen, in diesem Bereich aber nur und ausschließlich Allergien annehmen die man auch "auf der Haut" nachweisen kann... dumm wenn dies nicht so ist

Vielleicht sollte man auch einfach mal über die Einzelspezialisierung der Allergologie als Gesamtheit nachdenken und dabei nicht eine "Grundfachfixierung" (Lungenfacharzt, Hautarzt oder Gastrologe) vorraussetzen?

Selten ist die Diagnose "Reizdarm" sicherlich nicht - warum wird sie nicht Hinterfragt wo die eigentliche Ursache liegt?
Und warum wird man bei der Diagnose "Reizdarm" gleich abgewiesen nach dem Motto: "Reizdarm" und "Nahrungsmittelallergien" ist gleichzeitig nicht möglich?

Die Psychosomatik sollte sich mal mehr darum kümmern wie massiv sich somatische Erkrankungen auf die psyche auswirken und wie man die Behandlung der somatischen Erkrankungen optimieren kann, wenn auch die "Psyche" mitbetroffen ist, statt nur die "Psyche" als "behandlungsbedürftig" ein zu Stufen und den Patienten so in einen Teufelskreis zu jagen aus dem er nie wieder allein herauskommt!!!

Was die Energie betrifft die hier einige Betroffene in die Kritik einsetzen betrifft:
Ich habe noch die Kraft hier zu kritisieren - nicht jedoch die Möglichkeit mich gegen ärztliche Vorurteile zu wehren, da mir dazu sowohl die finanziellen Möglichkeiten, die Energie für weite Wege , wie auch die psychische Kraft immer und immer wieder neu An zu fangen fehlt.

Liebe Grüße,
Cailly
__________________
*Verletzungen der Seele heilen nur langsam und nicht von allein*
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Alt 12.02.2009, 12:46   #7
MeiersJulchen
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Ich kann die Grundlage Deiner Einwendungen nicht so ganz nachvollziehen.
Hast Du meinen Beitrag bis ganz unten gelesen?

Erstens dürfte
Zitat:
Die Fächer unterscheiden sich generell in Dauer und Angebot von Uni zu Uni.
ziemlich gut zu meiner Einschränkung von "Standardstudium" passen.

Zweitens bin ich gesund - außer natürlich Deine Definition von gesund entspricht nicht der meinen, welche sich auf völlige Rückbildung und langfristige Abwesenheit von Symptomen auch ohne Pillen gründet.
Habe ich übrigens durch einen zufällig in die richtige Richtung zielenden Trotzanfall ganz ohne Arzt geschafft.


Drittens beruht meine Verärgerung hauptsächlich darauf, daß gerade bei Ärzten das "Ich weiß alles und was ich nicht weiß, gibt es nicht"-Phänomen extrem stark verbreitet zu sein scheint.
Deshalb wollte ich herausfinden inwieweit beim Studium rübergebracht wird, daß es sich hierbei nicht um göttliches Allwissen handelt und wie die Studenten auf den Umgang mit dem Nichtwissen - also den Umgang mit Nachschlagewerken und Recherchemethoden - vorbereitet werden.
Denn ich habe das erschreckende Gefühl, daß das reine Auswendiglernen und herunterbeten von lateinischen Bezeichnungen von vielen Medizinern als der Inbegriff ihres Berufes angesehen wird.

Und wie gesagt: Ich nehme die armen Herren und Damen ja sogar noch in Schutz, daß im Prinzip ihre mangelhafte Ausbildung einen großen Anteil daran trägt.

Aber was, um alles in der Welt, hält Ärzte - die sich doch so gern zu den Wissenschaftlern zählen - davon ab, in ihrer Literatur oder im Internet nach Erklärungen zu suchen?
Das Allerschärfste überhaupt war ja, daß man mir auch dann noch nicht - obwohl ich diesmal exakt beschreiben konnte, was ich anders machte als früher - erklären konnte, wieso ich gesund war und was ich richtig gemacht haben könnte.
Natürlich wußte "man" all die Jahre vorher ganz genau, was ich falschmachte und was ich tun müßte, damit es besser wird. Wurde es natürlich nie.

Mich als Laien hat es 2 Jahre gekostet bis ich eine Erklärung für meine wundersame Heilung fand, nachdem mir jemand - sogar aus diesem Forum - fast beiläufig das richtige Stichwort nannte. Übrigens auch ein Laie.
Echt... sowas schafft unglaubliches Vertrauen.

Geändert von MeiersJulchen (12.02.2009 um 13:00 Uhr)
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Alt 12.02.2009, 23:04   #8
HannaBerlin
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Genau auf diesen aggressiven Unterton hab ich keine Lust,

ich sag nichts mehr dazu.....


LG HANNA
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Alt 13.02.2009, 09:46   #9
HamsterD
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Ich als Mit-Leserin frage mich gerade, wo man da einen aggressiven "Unterton" raus-lesen kann. Wenn ich die Texte vergleiche, finde ich diese hier noch viel weniger ohne "Unterton" als manch anderen ironisch angehauchten.
Aber man kann sich natürlich viel rauslesen und interpretieren, was gar nicht da ist (das mußten wir im Deutschunterricht auch immer) - ich zieh mir zum Teil auch Schuhe an, die man mir gar nicht hingestellt hat. Vor allem, wenn mich das Thema teilweise persönlich betrifft.

Gruß
Dani
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Alt 13.02.2009, 10:46   #10
gerndabei
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Man sollte die heutige Ärzteschaft nicht generell verdammen, es gibt auch bei denen sowohl Spitzenkräfte als auch solche, die man am besten durch die Pfeife rauchen sollte.

Prinzipiell sage ich, daß man länger gesund bleibt, wenn man nicht dem nächstbesten Arzt vertraut, denn er könnte eine der oben erwähnten Pfeifen sein. Und wenn dann noch mehrere von der Sorte im Rudel auftreten, dann "Gute Nacht". Denn: Wie kann es sein, daß in der ambulanten KH-Notaufnahme bei meiner Frau trotz Röntgen ein Schambeinbruch nicht erkannt wurde, obwohl die Röntgenbilder angeblich durch die Hände von 12 "Spezialisten" wanderten. Ein paar Wochen später schleppte sie sich mit großen Schmerzen zum Orthopäden, und der erkannte den Schambeinbruch auf seinem eigenen Röntgenbild. Da ist doch was faul im System!

Hilf Dir selbst, dann wird Sie geholfen!
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Alt 13.02.2009, 11:07   #11
MeiersJulchen
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Mein "schönstes" Erlebnis bis jetzt war, daß ein HNO-Arzt ein Quincke-Ödem nicht erkannt hat.
Wie kann es dazu kommen, daß ein Arzt, der auch allergologische Untersuchungen (also Pollen-Pricktests etc) in seiner Praxis durchführt, nicht auch eine allergische Reaktion in Betracht zieht, wenn entsprechende Beschwerden vorliegen?

Am fraglichen Tag hatte ich morgens in ein Schinkenbrötchen gebissen und schon Millisekunden nach dem Runterschlucken ein furchtbar enges Gefühl im Hals.
Bin sofort die 50m zum nächsten HNO gegangen.
Ich hatte nicht nur Atem- und Schluckbeschwerden sondern auch schon Probleme, Laute wie R, K, CH usw auszusprechen. Wie gut, daß mein Name auf meiner Versichertenkarte stand
Erst einmal durfte ich trotzdem 20 Minuten warten, was die Sache nicht besser machte und was sagt der gute Mann, nachdem ich ihm Händen, Füßen und einsilbigen Worten erklärt habe, was passiert ist?
"Jaaa... wenn ihnen was im Hals hängen geblieben ist, dann gurgeln sie doch einfach mit Salzwasser."

Und da ich vorher sowas noch nie hatte, habe ich blöde Kuh im den Scheiß auch noch abgekauft und bis zum Nachmittag versucht durch braves Gurgeln den Hals freizubekommen - bis mich letztendlich meine Eltern in die nächste HNO-Klinik gefahren haben, wo man eine Kehlkopf- und "Zungengrund?"-Schwellung feststellte, mir eine Riesenspritze Cortison o.ä. in die Ader jagte und mich zur Beobachtung stationär aufnahm. 30 Minuten nach der Spritze war mein Hals übrigens wieder halbwegs frei.

Gurgeln! Ich würde echt lachen, wenn es nicht so wahnsinnig traurig wäre und mir nicht eine so Scheißangst vorm Ersticken eingejagt hätte.
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Alt 13.02.2009, 11:23   #12
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Auch so ne üble Story!

Wie seid ihr versichert: privat (vermute ich bei der Story nicht) oder GKK (vermute ich schon eher) ?
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Alt 13.02.2009, 11:31   #13
MeiersJulchen
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genau. GKK.
Aber das entschuldigt sowas doch nicht!

Ich nehme an, daß der Knilch ein Quinke-Ödem als solches schon kannte, aber wohl nur in Verbindung mit Wespen- oder Bienenstichen.
Nur habe ich ja was von Schin.nb.t.n gefaselt - wobei jeder . für einen Laut steht, den ich nicht mehr rausbekam

Er hat mir sogar mit einer dieser Stabkameras in dem Mund geguckt und gesehen, daß da nicht wirklich was hängengeblieben ist. Und trotzdem kommt dann der Gurgelspruch.

In der Klinik hat man ein flexibles, viel dünneres Endoskop benutzt, das durch die Nase geschoben wird. Damit konnte sie dann tiefer bis zum Kehlkopf schauen und haben es sofort erkannt - auch alles auf GKK-Karte

Das mindeste wäre gewesen - meiner bescheidenen Meinung nach - daß er mich direkt an eine Klinik hätte über/verweisen können, weil meine Beschwerden für ihn offensichtlich unerklärlich waren.

Geändert von MeiersJulchen (13.02.2009 um 11:36 Uhr)
MeiersJulchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.02.2009, 11:59   #14
gerndabei
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Zitat:
Zitat von MeiersJulchen Beitrag anzeigen
Das mindeste wäre gewesen - meiner bescheidenen Meinung nach - daß er mich direkt an eine Klinik hätte über/verweisen können, weil meine Beschwerden für ihn offensichtlich unerklärlich waren.
So sehe ich das auch. Ich wundere mich sowieso, daß manche Ärzte sich scheuen, ihre Patienten je nach Fall zu Spezialisten zu überweisen oder in eine Klinik einzuweisen. Wenn sowas aus Angst vor Verlust (Patienten + Geld) geschieht, ist was faul.

Was deine damalige Situation anbetrifft:
Wie hättest du das dem HNO-Doktor sagen sollen?
Etwa so: "B.t.ws.n.S.m.ns.Kr.nk.nh.s.n"? (Soll heißen: "Bitte weisen Sie mich ins Krankenhaus ein!")
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Alt 13.02.2009, 12:07   #15
MeiersJulchen
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Zitat von gerndabei Beitrag anzeigen
Wie hättest du das dem HNO-Doktor sagen sollen?
Etwa so: "B.t.ws.n.S.m.ns.Kr.nk.nh.s.n"? (Soll heißen: "Bitte weisen Sie mich ins Krankenhaus ein!")
Ok, die Vorstellung ist nur im Nachhinein amüsant. Aber trotzdem

Ne... heute würde ich das natürlich sofort machen. Zur Not auch mit Edding in die schöne weiße Wand kratzen. Aber damals kam mir ja gar nicht der Gedanke, daß man gar nicht das haben muß, was ein Arzt diagnostiziert
Da glaubt man halt an seine eigene Hysterie und daran, daß man sich ja nur viel zu sehr aufregt, um einen vernünftigen Ton rauszubekommen

Wenn man erst mal an dem Punkt angekommen ist zu erkennen, daß man als Patient geradezu gezwungen ist, vielen Ärzten die richtigen Stichworte auf einem goldenen Tablett zu servieren, hat man schon viel erreicht.
Ähnliches schimmert ja auch durch so gut wie alle Berichte aus der PCO- und Schilddrüsen-Ecke hier im Forum hindurch.
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Alt 13.02.2009, 12:35   #16
Godot
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Zitat von MeiersJulchen
Aber was, um alles in der Welt, hält Ärzte - die sich doch so gern zu den Wissenschaftlern zählen - davon ab, in ihrer Literatur oder im Internet nach Erklärungen zu suchen?
Ich bin jetzt mal ganz fies (und meinetwegen auch aggressiv) und vermute, dass es die nicht-notwendigkeit ist, die die meisten daran hindert. Solange man sein geld mit abnehmkursen, dem verschreiben chemischer schlankmacher oder den schon erwähnten pulverdiäten verdient, ist die welt doch in ordnung. Und für die weiterbildung sind die pharmakonzerne zuständig...

Einige querdenker gibt es ja unter den ärzten, der in der bücherkiste genannte autor von "Lizenz zum Essen" Dr. Gunter Frank ist ein solcher. Leider gehört er zu einer sehr kleinen minderheit innerhalb der medizinerkaste.
__________________
Bin gleich zurück
Godot ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.02.2009, 12:59   #17
gerndabei
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Zitat:
Zitat von MeiersJulchen Beitrag anzeigen
Wenn man erst mal an dem Punkt angekommen ist zu erkennen, daß man als Patient geradezu gezwungen ist, vielen Ärzten die richtigen Stichworte auf einem goldenen Tablett zu servieren, hat man schon viel erreicht.
Das versuche ich momentan, meiner Frau beizubringen, die am Neujahrstag einen Herzinfarkt hatte. Unsere Hausärztin kam bis jetzt noch nicht von selbst auf die Idee, sie an einen Kardiologen zu überweisen.
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Alt 13.02.2009, 20:09   #18
s.naumann
Gast
 
Cool

Zitat:
Zitat von HamsterD Beitrag anzeigen
Ich als Mit-Leserin frage mich gerade, wo man da einen aggressiven "Unterton" raus-lesen kann.
Dito.
Mich deucht, wir haben hier ein schönes Beispiel der Disziplin: "Freies Interpretieren mit Assoziieren".
Was ich aus eigener Erfahrung anführen kann, da sich in meinem privaten Bekanntenkreis einige Ärzte befinden, das bezieht sich mehr auf eine zwischenmenschliche Beobachtung, nämlich dass gerade diese Personen auf mich oft unsicher wirken im sozialen Bereich, während sie sich über ihr so genanntes Fachwissen zu profilieren verstehen. Das geht bei einigen so weit, dass ich es tunlichst vermeide meine Gesundheit auch nur ansatzweise zu erwähnen, sonst wird aus einem privaten Treffen ein endloser Gesundheitsvortrag.

Ich habe dabei oft das Gefühl, dass betreffender Mensch, der eigentlich unsicher ist, den Arzt rauskehrt um eine Art "sicheres Terrain" für sich zu erobern und ein Thema zu haben. Insofern kann ich verstehen wenn ein Arzt ein wenig irritiert reagiert, so sein Fachwissen in Frage gestellt oder gar kritisiert wird. Vielleicht kommt daher die Wahrnehmung eines ...

Zitat:
aggressiven Unterton(s)
..?

LG Sarah (im Umzugsstress)
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Alt 14.02.2009, 10:32   #19
toni
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Zitat:
Zitat von gerndabei Beitrag anzeigen
Das versuche ich momentan, meiner Frau beizubringen, die am Neujahrstag einen Herzinfarkt hatte. Unsere Hausärztin kam bis jetzt noch nicht von selbst auf die Idee, sie an einen Kardiologen zu überweisen.
sorry, aber auf die Idee käme mein Hausarzt auch nicht.
Der verlässt sich darauf, dass ich so gescheit bin und einen Termin bei dem Kardiologen ausmache und mir dafür dann die Überweiung bei ihm abhole.
Dazu rufe ich vorher bei meinem H.Arzt an und wenn ich komme liegt die Überweisung schon unterschrieben für mich bereit.
Ich hoffe ja, dass Deine Frau im Krankenhaus war und da behandelt wurde?
toni ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.02.2009, 15:23   #20
gerndabei
Treue Seele
 
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Zitat:
Zitat von toni Beitrag anzeigen
Ich hoffe ja, dass Deine Frau im Krankenhaus war und da behandelt wurde?
Ja klar. Aber die anschließende Reha war Schrott.
gerndabei ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.02.2009, 10:35   #21
Lumina
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Ich habe das Gefühl, dass die meisten praktizierenden Hausärzte viel an ihrer wohl ursprünglichen Motivation, Zusammenhänge richtig zu erkennen, auf dem aktuellsten Wissensstand zu sein, kritisch zu hinterfragen mit den Jahren verloren haben und in den Alltagstrott hineingeraten sind. Leider ist es seeehr davon abhängig, wie der Arzt persönlich so drauf ist. Sprich: ob er generell eher kritisch ist und Sachen zuerst hinterfragt, bevor er sie annimmt (so wie es im wissenschaftlichen Bereich eigentlich sein sollte) oder ob er einfach nur möglichst ohne viel Aufwand sein Geld verdienen will.

Ich denke auch, dass viele Ärzte sich gar nicht in Übergewichtige hineinversetzen können und teilweise sogar klischeehaftes Denken übernehmen (Bsp. meiner HA: "Wie kommen Sie denn mit dem Wetter zurecht?" "Geht so.. Ist halt sehr warm." "Dann müssen Sie auch viel trinken. Aber keine Eisschokolade!" Oder das sie mich nach meinem Vorschlag einen Psychotherapie bezüglich der Ursachen meines Übergewichts zu machen fragt, was das denn bringen solle..)

Zudem habe ich den Eindruck, dass gerade die Uni mehr die Studenten fördert, die den Uni-Bluff beherrschen und dem Prof. nach der Schnauze reden, als diejenigen die alles hinterfragen und viell. aus anderen Quellen zitieren und den Prof. unangenehme Fragen stellen, auf die er viell. selbst keine Antwort weiß.

Ich denke auch, dass es noch lange dauern wird, bis ganz Deutschland, nicht nur die Ärzte, sieht, dass die gängigen Methoden wie "gesunde Ernährung" und Sport NICHT dazu geführt haben, dass die Zahl der Übergewichtigen abgenommen hat und man endlich mal zu hinterfragen beginnt, was die Ursachen sein könnten!!
__________________
"All I need is a healthy ovum and I can grow my own Leonard Nimoy!"
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